Deutschland ist mit rund 970 Tausend anerkannten Flüchtlingen insgesamt unter den sechs Ländern, welche am meisten registrierte Flüchtlinge aufnahmen (Stand: Ende 2017). In einer Debatte wird nicht nur diskutiert, ob Flüchtlinge generell in diesem Ausmaß in unserem Land Asyl erhalten sollten, sondern auch, welche Art von Flüchtlingen beziehungsweise mit welchen Begründungen sie Asyl suchen. Es gibt die Meinung, man müsse zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden, um auszumachen, ob Wirtschaftsflüchtlinge ebenso dringlich Schutz bräuchten wie Kriegsflüchtlinge. In diesem Essay soll es darum gehen, ob man eine solche Unterscheidung überhaupt vornehmen sollte und, wenn ja, ob es tatsächlich so sei, dass Wirtschaftsflüchtlinge weniger asylbedürftig seien als Kriegsflüchtlinge.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Flüchtlingsdebatte aus einem philosophischen und politischen Blickwinkel, wobei insbesondere die Differenzierung zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen kritisch hinterfragt wird. Das Ziel ist es, die strukturellen Ursachen von Zwangsmigration aufzuzeigen und die Verantwortung der EU sowie das Potenzial einer gelingenden Integration zu beleuchten.
- Kritische Analyse der Unterscheidung zwischen Flüchtlingsstatus und Migrationshintergrund.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Push-Faktoren (z. B. Handelsabkommen, Armut) in Herkunftsländern.
- Diskussion der moralischen und politischen Verantwortung europäischer Staaten.
- Perspektiven auf Integration als Chance für das Gastland und das Individuum.
Auszug aus dem Buch
Ein philosophischer und politischer Blick auf die aktuellen Flüchtlingsdebatte
Dass unsere gewählten Politiker entschieden haben, diese große Anzahl an Flüchtlingen in unserem Land aufzunehmen, sorgt für viele Kontroversen und Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Volkes. Auf der einen Seite wird Hass gegenüber den Flüchtlingen verbreitet, Flüchtlingsunterkünfte werden angezündet und verärgerte Bürger fordern konkretes Handeln und Schutz vor den vermeintlich gefährlichen Flüchtlingen. Auf der anderen Seite werden Pläne entworfen, wo die Neuankömmlinge wohnen können, welche Gelder für sie mobilisiert werden können und wie sie integriert werden können.
Es werden beispielsweise Deutschkurse angeboten, womit der Grundstein für eine gelungene Integration gelegt wird, denn nur so können die Flüchtlinge Arbeit finden oder die deutsche Bürokratie überwinden. Die Debatte innerhalb Deutschlands liegt in diesen zentralen Konfliktpunkten.
In einer weiteren Debatte wird nicht nur diskutiert, ob Flüchtlinge generell in diesem Ausmaß in unserem Land Asyl erhalten sollten, sondern auch, welche Art von Flüchtlingen, beziehungsweise mit welchen Begründungen sie Asyl suchen. Es gibt die Meinung man müsse zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsflüchtlingen unterscheiden, um auszumachen, ob Wirtschaftsflüchtlinge ebenso dringlich Schutz bräuchten, wie Kriegsflüchtlinge. In diesem Essay soll es darum gehen, ob man eine solche Unterscheidung überhaupt vornehmen sollte und, wenn ja, ob es tatsächlich so sei, dass Wirtschaftsflüchtlinge weniger asylbedürftig seien, als Kriegsflüchtlinge.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die statistischen Hintergründe der Flüchtlingssituation seit 2015 ein und skizziert die gesellschaftliche sowie politische Spaltung in Deutschland bezüglich der Aufnahme von Schutzsuchenden.
Schlüsselwörter
Flüchtlingsdebatte, Zwangsmigration, Kriegsflüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge, Integration, Genfer Flüchtlingskonvention, EU-Handelsabkommen, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, politische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit, Arbeitsmarktintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Flüchtlingssituation in Deutschland und der damit verbundenen politischen sowie ethischen Kontroverse in der Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Flüchtlingen gemäß internationalem Recht, die wirtschaftlichen Ursachen der Migration und die Herausforderungen sowie Chancen einer erfolgreichen Integration.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung der Trennung zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen sowie der Nachweis, dass strukturelle Probleme, wie Handelsabkommen der EU, Mitursache für Fluchtbewegungen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse aktueller statistischer Daten, völkerrechtlicher Grundlagen wie der Genfer Flüchtlingskonvention und eine argumentative Auseinandersetzung mit politischen sowie ökonomischen Zusammenhängen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Push-Faktoren in afrikanischen Ländern, die Rolle der Handelsabkommen (EPA), die Bedeutung funktionierender staatlicher Strukturen für Stabilität sowie die moralische Identität von Flüchtlingen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Fluchtursachen, Zwangsmigration, EU-Politik, soziale Integration und wirtschaftliche Verantwortung.
Welche Rolle spielt die Genfer Flüchtlingskonvention in diesem Essay?
Sie dient als rechtlicher Referenzpunkt, um zu definieren, wer als schutzbedürftig eingestuft wird, wobei der Autor hinterfragt, ob diese Definition in der modernen Realität noch ausreichend differenziert ist.
Welche Kritik übt der Autor an den Handelsabkommen der EU?
Der Autor argumentiert, dass Abkommen wie das EPA primär europäische wirtschaftliche Interessen verfolgen und dadurch die wirtschaftliche Entwicklung in afrikanischen Staaten schwächen, was letztlich Fluchtbewegungen befördert.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Die aktuelle Flüchtlingsdebatte. Ein philosophischer und politischer Blick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140887