Die entscheidende Kernfrage dieser Hausarbeit lautet: "Welche Maßnahmen unternahm die Genfer Konvention
gegen negative Auswirkungen der Grenzziehung durch Oberschlesien?". Diese Frage soll der Hauptteil der Hausarbeit mit seinen Forschungsergebnissen beantworten.
Die Ereignisse in Oberschlesien in den Jahren 1918 bis 1922 werden in der Forschung der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen und der deutsch-polnischen Grenzregionen zwischen deutschen und polnischen Historikern bis in die Gegenwart kontrovers diskutiert, weswegen heute eine große Auswahl an Literatur existiert. Der Inhalt der Hausarbeit setzt sich zum Großteil aus Analysen von Ulrike Jureit, Vincent Kroll und Katharina Erdmenger sowie
der Recherche und eigenständigen Interpretation diverser geschichtlicher Zusammenhänge zusammen. Während Jureit die Oberschlesienkontroverse mit Konzentration auf die Volksabstimmung behandelt, bietet Kroll einen Überblick über das gesamte Genfer Abkommen. Erdmenger befasst sich in ihrer Dissertation mit dem Loyalitätskonflikt der
Sekretariatsbeamten zwischen ihrem Arbeitgeber, dem Völkerbund und ihrer Regierung. Der Hauptteil stützt sich größtenteils auf das Genfer Abkommen über Oberschlesien vom 15. Mai 1922 als Quelle.
Zu Beginn der Hausarbeit wird skizziert, welche Faktoren maßgeblich zur Oberschlesienfrage führten. Dabei wird das Industriegebiet im Allgemeinen mit besonderem Augenmerk auf seine Bevölkerung beleuchtet, die gegensätzlichen britisch-französischen Konzepte um Oberschlesien herausgearbeitet und die Volksabstimmung als anfänglicher Lösungsansatz erläutert. Dieses Kapitel ist notwendig, um die Wurzeln des oberschlesischen Problems zu
erforschen und resultierende Entwicklungen später besser einordnen zu können.
Im nachfolgenden Kapitel wird die Grenzziehung durch das Stahl- und Kohlegebiet erläutert. In diesem Teil der Hausarbeit werden die deutsch-polnischen Verhandlungen analysiert und das Genfer Abkommen gemeinsam mit den aus den Verhandlungen resultierenden Ergebnissen erklärt. Im letzten Teil des Hauptteils wird der Minderheitenschutz untersucht. Im letzten Teil Hauptteils wird der Minderheitenschutz untersucht.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Oberschlesische Frage: Problemüberblick
- 2.1. Oberschlesien als Knotenpunkt der Nachkriegszeit
- 2.2. Die britisch-französische Kontroverse um Oberschlesien
- 2.3. Volksabstimmung
- III. Grenzziehung durch Oberschlesien
- 3.1. Schiedsspruch des Völkerbundsrates
- 3.2. Deutsch-polnische Verhandlungen
- 3.3. Die Genfer Konvention
- 3.4. Minderheitenschutz
- IV. Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Frage, wie der Völkerbund die Grenzstreitigkeiten in Oberschlesien nach dem Ersten Weltkrieg schlichten konnte. Sie analysiert die Entstehung der Oberschlesienfrage und die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Mächte, vor allem Großbritanniens und Frankreichs. Die Arbeit beleuchtet die Volksabstimmung als ersten Schritt zur Lösung des Problems und untersucht die Rolle des Völkerbundsrates bei der Grenzziehung.
- Die Entstehung der Oberschlesienfrage und ihre Bedeutung im Kontext der europäischen Nachkriegszeit
- Die divergierenden Interessen Großbritanniens und Frankreichs in der oberschlesischen Frage
- Die Rolle der Volksabstimmung als anfänglicher Lösungsansatz
- Die Grenzziehung durch Oberschlesien und die daraus resultierenden Folgen
- Der Minderheitenschutz in Oberschlesien
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung skizziert den Hintergrund der Oberschlesienfrage und die Rolle des Völkerbundes im Kontext der europäischen Nachkriegszeit. Sie beleuchtet den Konflikt zwischen dem deutschen und dem polnischen Anspruch auf das Gebiet und die Bedeutung Oberschlesiens als wirtschaftlicher Knotenpunkt.
Das zweite Kapitel analysiert die Oberschlesienfrage im Detail. Es beschreibt die heterogene Zusammensetzung der Bevölkerung Oberschlesiens und die unterschiedlichen politischen Interessen Großbritanniens und Frankreichs in Bezug auf die Region. Zudem wird die Volksabstimmung als ein erster Schritt zur Lösung des Problems beleuchtet.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Grenzziehung durch Oberschlesien. Es untersucht die deutsch-polnischen Verhandlungen und die Rolle des Völkerbundsrates bei der Festlegung der Grenze. Darüber hinaus analysiert das Kapitel die Genfer Konvention und ihre Bedeutung für den Minderheitenschutz in Oberschlesien.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter der Arbeit sind: Oberschlesien, Völkerbund, Grenzziehung, Volksabstimmung, Genfer Konvention, Minderheitenschutz, deutsch-polnische Beziehungen, Britisch-französische Beziehungen, Nachkriegszeit, europäische Geschichte.
- Arbeit zitieren
- Olivia Mai (Autor:in), 2020, Grenzziehung und Abkommen für Oberschlesien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140316