Die Kreditwirtschaft besitzt zweifelsohne einige Besonderheiten in Abgrenzung zur Industrie. Die allgemeine Literatur kann diesen Besonderheiten bei der Jahresabschlussprüfung nicht gerecht werden. Der Umfang und die Bedeutung der gesamten Kreditwirtschaftsbranche ist aber zu groß, um es über Fachpublikationen und Literatur abzudecken. Hinzu kommen Vorschriften von Seiten des Gesetzgebers (zum Beispiel KWG) und eine markante Bindung der Kreditwirtschaft an die deutsche Volkswirtschaft, was der ganzen Thematik weitere Komplexität verleiht. Aus der Natur der Geschäftstätigkeit der Kreditwirtschaftsunternehmen ergeben sich andere wichtige (Bilanz-)Positionen im Vergleich zu Industrie- oder Handelsunternehmen. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in den Bilanzen und Jahresabschlüssen wider.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Charakteristika der Kreditwirtschaft und Problemstellung
- Begriffsdefinition
- Volkswirtschaftliche Bedeutung
- Finanzkrisen und die Rolle der Bankenaufsicht
- Der Jahresabschluss und seine Funktion
- Besonderheiten der Bankbilanzierung
- Einleitung
- Formblätter
- Inhalt der Bilanz
- Die Aktivseite der Bilanz
- Die Passivseite der Bilanz
- Pensionsgeschäfte
- Definition
- Unterscheidung
- Bilanzierung echter Pensionsgeschäfte
- Bilanzierung unechter Pensionsgeschäfte
- Ausnahmen
- Erträge und Aufwendungen des Handelsbestandes
- Definition Handelsbestand
- Saldierung und Bilanzierung des Handelsbestandes
- Bewertung des Handelsbestandes
- Finanzanlagevermögen
- Definition Finanzanlagevermögen
- Ausweis und Bilanzierung des Finanzanlagevermögens
- Fristengliederung
- Bewertung von Vermögensgegenständen
- Unterscheidung Anlage- und Umlaufvermögen
- Vorsorge für allgemeine Bankrisiken
- Überkreuzkompensation
- Bildung stiller Reserven
- Beschränkungen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Projektarbeit befasst sich mit den Besonderheiten der Bankbilanzierung und den Unterschieden zur Industrie-/Handelsbilanz. Sie analysiert die spezifischen Merkmale der Kreditwirtschaft und die Herausforderungen, die sich aus der komplexen Gesetzgebung und der bedeutenden Rolle der Banken in der deutschen Volkswirtschaft ergeben.
- Analyse der Unterschiede in der Bilanzierung und Bewertung einzelner Bilanzpositionen zwischen Kreditinstituten und Industrie-/Handelsunternehmen.
- Behandlung von Besonderheiten in der Bilanzierung von Pensionsgeschäften, Handelsbeständen und Finanzanlagevermögen.
- Untersuchung der Bedeutung von Fristengliederung und der Bewertung von Vermögensgegenständen in der Bankbilanzierung.
- Erörterung der Vorsorge für allgemeine Bankrisiken und der Mechanismen wie Überkreuzkompensation und stille Reserven.
- Hervorhebung des Einflusses von Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG) und der Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung (RechKredV) auf die Bankbilanzierung.
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich der Einleitung und beleuchtet die Charakteristika der Kreditwirtschaft im Vergleich zur Industrie, die Begriffsdefinition von Kreditinstituten, die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche und die Rolle der Bankenaufsicht in Bezug auf Finanzkrisen. Darüber hinaus wird der Jahresabschluss und seine Funktion im Kontext der Kreditwirtschaft beleuchtet.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den Besonderheiten der Bankbilanzierung. Es werden die Formblätter, die Inhalte der Bilanz mit Fokus auf Aktiv- und Passivseite, sowie die Bilanzierung von Pensionsgeschäften, Erträgen und Aufwendungen des Handelsbestandes und Finanzanlagevermögen analysiert. Des Weiteren werden die Themen Fristengliederung, die Bewertung von Vermögensgegenständen und die Vorsorge für allgemeine Bankrisiken mit den Mechanismen der Überkreuzkompensation und stillen Reserven behandelt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter dieser Projektarbeit umfassen Bankbilanzierung, Kreditwirtschaft, Industrie-/Handelsbilanz, Pensionsgeschäfte, Handelsbestand, Finanzanlagevermögen, Fristengliederung, Bewertung, Vorsorge für Bankrisiken, Überkreuzkompensation, stille Reserven, KWG, RechKredV.
Häufig gestellte Fragen
Warum unterscheidet sich die Bankbilanzierung von der Industriebilanzierung?
Aufgrund der Natur der Bankgeschäfte (Geld- und Kreditverkehr) ergeben sich spezifische Bilanzpositionen und rechtliche Vorschriften (wie das KWG), die in der Industrie nicht relevant sind.
Was sind echte und unechte Pensionsgeschäfte?
Bei einem echten Pensionsgeschäft ist der Pensionsnehmer zur Rückübertragung verpflichtet. Die Bilanzierung unterscheidet sich je nachdem, ob das Risiko beim Übertragenden verbleibt oder nicht.
Was gehört zum Handelsbestand einer Bank?
Der Handelsbestand umfasst Finanzinstrumente, die mit der Absicht erworben wurden, kurzfristige Eigenhandelsgewinne aus Preis- und Zinsschwankungen zu erzielen.
Was bedeutet Überkreuzkompensation bei Banken?
Dies ist ein Mechanismus zur Risikovorsorge, bei dem bestimmte Erträge und Aufwendungen innerhalb der Bilanz miteinander verrechnet werden können, um stille Reserven zu bilden.
Welche Rolle spielt das KWG für den Jahresabschluss?
Das Kreditwesengesetz (KWG) enthält zwingende Vorschriften zur Rechnungslegung und Aufsicht, um die Stabilität des Finanzsystems und den Gläubigerschutz zu gewährleisten.
- Quote paper
- Luke Farmer (Author), 2020, Besonderheiten der Bankbilanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139926