Die „Gesta Danorum“ – „Die Taten der Dänen“ oder „Danernes Bedrifter“ – des Saxo Grammaticus entstanden um 1200 und stellen mit ihrer Sammlung von Sagen, Begebenheiten und historischen Quellen das Hauptwerk der mittelalterlichen Literatur in Dänemark dar. Kein anderer Verfasser vorher wusste Geschichtsschreibung so souverän mit Kunst und Poesie in Einklang zu bringen wie Saxo. Und obwohl dieser in erster Linie als Historiker betrachtet zu werden wünscht, so ist es doch offensichtlich, dass die „Gesta Danorum“ genau so sehr ein historiographisches wie ein poetisches, ideologisches und didaktisches Werk sind.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Hauptteil
2.1) Der Verfasser und seine Herkunft
2.2) Das Werk
2.2.1) Überlieferung
2.2.2) Quellen
2.2.3) Intention
2.2.4) Struktur und Aufbau
2.2.5) Saxo Grammaticus – ein christlicher Autor?
2.2.6) Ideologie und Geschichtsbild
2.2.7) Die „Gesta Danorum“ – eine Synthese von antiken und nordischen Elementen
2.2.7.1) Sprache und Stil
3) Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die „Gesta Danorum“ des Saxo Grammaticus als ein zentrales Werk mittelalterlicher Geschichtsschreibung in Dänemark. Dabei wird analysiert, inwiefern das Werk nicht nur ein historisches Dokument ist, sondern auch ein poetisches, ideologisches und didaktisches Konstrukt darstellt, das dänische Identität und die Macht des Königshauses legitimieren sollte.
- Biografische Hintergründe und das Umfeld des Autors Saxo Grammaticus.
- Strukturanalyse des Werkes hinsichtlich historischer und kompositioneller Prinzipien.
- Untersuchung der ideologischen Intentionen und der Konstruktion eines nordischen Heldenbildes.
- Synthese von antik-klassischen und nordischen Elementen in Form und Inhalt.
- Die Rolle von Sprache und Stil für die Bedeutung des Werkes als literarisches Denkmal.
Auszug aus dem Buch
2.2.2) Quellen
„Paa dem støtter mit skrift sig, saa det er, som man ser, ikke ny og selvgjorte Frasagn jeg giver, men Oldtidens egne Ord; ti i dette Værk skal man ej finde Tant og tom Ordbram, men tro Kundskab om gamle Dage.“ – Saxo selbst sieht sich als Historiker und möchte auch als dieser angesehen werden, aber sein Werk zeigt ihn vor allem als virtuosen Poeten und Metriker in der Tradition antiker Dichter. Saxo nennt als seine Quellen alte Lieder und Runeninschriften, „die fleißigen Isländer“ und Erzbischof Absalon. Die Forschung hat jedoch bewiesen, dass Saxos Werk sich auf ein Sammelsurium von antiken und mittelalterlichen, römisch-griechischen, altnordischen, dänischen (z. B. Dansage, Skjoldsage, Hamletsage) und europäischen, schriftlichen und mündlichen Quellen stützt. Jedoch formt und dichtet Saxo seine Quellen meisterlich um und macht sie so zu einem ganz eigenen Werk. Man könnte sagen, dass er sich das beste herausgreift und ihm durch seine künstlerische Hand einen ganz neuen Zusammenhang gibt.
Damit ist Saxo ein Pionier auf seinem Gebiet, denn es gibt nicht „das“ Werk, welches oder „den“ Autor, welcher für Saxo Pate gestanden hat. Saxo hat viele Vorbilder, und ist gleichzeitig so souverän, selbständig und frei, dass sein Werk trotz der vielen Quellen etwas Originales ist. So ganz ehrlich ist Saxo also nicht, wenn er nur drei Quellen angibt und zudem behauptet, diese getreu wiederzugeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk „Gesta Danorum“ ein und charakterisiert es als eine bedeutende Sammlung von Sagen und historischen Quellen, die als Hauptwerk der dänischen Literatur des Mittelalters gilt.
2) Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Verfasser Saxo Grammaticus, die Überlieferungsgeschichte, die quellenkritische Einordnung sowie die komplexe Struktur und die ideologische Ausrichtung seines Werkes, einschließlich der Synthese zwischen nordischen und antiken Elementen.
3) Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass Saxo mit diesem Werk die lateinische Geschichtsschreibung in Dänemark auf ihren künstlerischen und historischen Höhepunkt geführt hat.
Schlüsselwörter
Saxo Grammaticus, Gesta Danorum, Mittelalter, Dänemark, Geschichtsschreibung, Absalon, Heldenbild, Königtum, Antike, nordische Sagen, Latein, Historiographie, Identität, Literaturwissenschaft, Valdemar der Große.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Werk „Gesta Danorum“ des mittelalterlichen dänischen Autors Saxo Grammaticus und dessen Bedeutung für die dänische Geschichtsschreibung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Person Saxo Grammaticus, die Quellenlage des Werkes, die Konstruktion eines nordischen Geschichtsbildes und die Verbindung von klassisch-antiker Form und nordischem Inhalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Saxo Grammaticus historische Ereignisse mit Poesie und Ideologie verknüpft, um Dänemark als bedeutendes Königreich innerhalb Europas darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse, die den Primärtext im Kontext der zeitgenössischen Forschung und der mittelalterlichen Historiographie interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Verfasser, die Überlieferung, die Quellen, die Intention des Schreibens, die inhaltliche Struktur des Werkes sowie den Stil und die Ideologie des Autors.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Gesta Danorum, mittelalterliche Geschichtsschreibung, Heldenideal, Synthese von Antike und Nordik sowie nationale Identitätsstiftung gekennzeichnet.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Christentums bei Saxo?
Die Autorin argumentiert, dass das Christentum zwar eine Rolle spielt, Saxo jedoch nicht primär als christlicher Autor zu bezeichnen ist, da er die heidnische Vergangenheit und die militärischen Tugenden der Helden in den Vordergrund stellt.
Warum wird Saxo als „Pionier“ bezeichnet?
Er gilt als Pionier, da er es meisterhaft verstand, unterschiedliche und fragmentarische Quellen zu einem originellen, künstlerisch eigenständigen Gesamtwerk zu formen, das es in dieser Form zuvor nicht gab.
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- Nathalie Klepper (Autor), 2004, Die „Gesta Danorum“ des Saxo Grammaticus als Beispiel mittelalterlicher Geschichtsschreibung in Dänemark, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113959