Exzerpt der Diplomarbeit des Autors „Mikropolitik in organisatorischem Wandel“, ein-gereicht am Institut für Soziologie der Universität Hannover am 15.07.2004. Note: Sehr gut. Das Interesse der zugrundeliegenden Diplomarbeit richtete sich daher auf die Bedeu-tung von Mikropolitik in Prozessen des organisatorischen Wandels. Die erkenntnisleitende Fragestellung lautete: Welche Bedeutung hat Mikropolitik für Prozesse des organisatorischen Wandels? Dabei wurde auf Grundlage der strategischen Organisationsanalyse von Crozier und Friedberg (1979) und dem darauf aufbauenden Konzept der Mikropolitik (Bosetz-ky/Heinrich 1980, Küpper/Ortmann 1988, Ortmann u.a. 1990, Neuberger 1995) unter-sucht, welche wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den beiden Faktoren bestehen, von denen jede Organisation beeinflusst wird: Veränderung und Mikropolitik.
Inhaltsverzeichnis
- Das Scheitern technisch-organisatorischer Reorganisationen
- Vom struktur-funktionalistischen Verständnis zum Politikmodell der Organisation - Der mikro-politische Ansatz
- Mikropolitik und organisatorischer Wandel
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung von Mikropolitik in Prozessen des organisatorischen Wandels. Sie analysiert, wie Machtbeziehungen und informelle Spielregeln die Umsetzung von Reorganisationen beeinflussen und zu deren Scheitern beitragen können.
- Der Einfluss von Machtpolitik auf Reorganisationsprozesse
- Die Rolle von Mikropolitik in der Organisationsentwicklung
- Die Bedeutung von Ungewissheitszonen und Machtstrategien
- Das Konzept des Spiels als Ausdruck von Machtbeziehungen
- Die Grenzen des rationalen Organisationsmodells
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet das Phänomen des Scheiterns von Reorganisationen und stellt die These auf, dass die Vernachlässigung des politischen Faktors in der Organisationsentwicklung zu einem mangelnden Verständnis und damit auch zum Scheitern von Veränderungsprozessen führt. Es werden verschiedene Studien und Statistiken zitiert, die die hohe Quote gescheiterter Reorganisationen belegen.
Das zweite Kapitel führt den mikropolitischen Ansatz in die Analyse von Organisationen ein. Es wird erläutert, wie Organisationen als Netzwerk von Akteuren mit unterschiedlichen Interessen und Machtbeziehungen verstanden werden können. Die Arbeit von Crozier und Friedberg (1979) wird vorgestellt, die das Konzept der Ungewissheitszonen und Machtstrategien entwickelt haben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Fokus des mikropolitischen Ansatzes?
Mikropolitik betrachtet Organisationen als Netzwerke von Akteuren, die ihre eigenen Interessen verfolgen und durch Machtstrategien sowie die Nutzung von Ungewissheitszonen Einfluss nehmen.
Warum scheitern viele technisch-organisatorische Reorganisationen?
Ein Hauptgrund für das Scheitern ist die Vernachlässigung des politischen Faktors. Wenn informelle Machtbeziehungen und Widerstände der Akteure ignoriert werden, greifen rein rationale Planungsmodelle oft zu kurz.
Welche Rolle spielen 'Ungewissheitszonen' in Unternehmen?
Nach Crozier und Friedberg sind Ungewissheitszonen Bereiche, die nicht vollständig durch Regeln kontrolliert werden können. Akteure nutzen diese Zonen, um Macht über andere auszuüben, die auf ihre Expertise oder Information angewiesen sind.
Wie hängen Mikropolitik und organisatorischer Wandel zusammen?
Veränderungsprozesse stören das bestehende Machtgefüge. Akteure reagieren mikropolitisch, um ihre Position zu sichern oder zu verbessern, was den Wandel entweder blockieren oder fördern kann.
Was bedeutet das 'Konzept des Spiels' in der Organisation?
Das 'Spiel' beschreibt die geregelte Interaktion zwischen Akteuren, in der sie ihre Strategien innerhalb bestimmter informeller und formeller Regeln einsetzen, um ihre Interessen durchzusetzen.
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- Dr. Daniel Wrede (Author), 2004, Machtpolitik bei Veränderungsprozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113934