Diese Arbeit wird eine mögliche Interpretation der Handsymbolik und ihrer Bedeutungen im Roman „Ritter Galmy“ von Jörg Wickram herausarbeiten. Der Fokus wird auf die Liebeskonzepte zwischen der Herzogin und dem Ritter Galmy gelegt werden, da jene Beziehung eine besonders irreführende und intransparente Komponente dieses Romans darstellt, weil eine aus heutigem Verständnis gewöhnliche Liebesbeziehung als Deutung nicht zufriedenstellt. Es muss in Frage gestellt werden, ob nach eingehender Beschäftigung mit dem Text und den Bildern überhaupt von Liebe auf Seiten der Herzogin und vor allem des Ritters ausgegangen werden darf.
Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wird eine theoretische Grundlage erarbeitet. Zuerst werden Bedeutungen von Handsymbolen- und Gebärden sowie Handreichungen zwischen zwei Personen dargelegt. Dabei werden Quellen herangezogen, die eine Annäherung an die Perspektive des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit und somit die notwendige Historizität ermöglichen. Berücksichtigung finden die für den Gesamtverlauf des Romans und damit für diese Arbeit relevanten Handsymboliken.
Darauf werden die für den Handlungsverlauf wichtigen Handsymboliken analysiert und interpretiert, um eine Annäherung an die eigentliche Beziehung zwischen den zwei ‚Liebenden‘ zu wagen. Hierzu werden die Momente des Sich-Verliebens betrachtet, wobei vorerst von Relevanz ist, wie sich Ritter Galmy in die Herzogin verliebt, dann wie sich die Herzogin wiederum in den Ritter verliebt. Es werden die für die Beziehung der beiden Protagonisten bezeichnenden Liebeskonzepte herausgearbeitet und in ihrer Funktion für den Gesamtverlauf untersucht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kontextrelevante Symboliken der Hand(-reichung)
- Bedeutung von Händen in Bild und Schrift für die (Liebes-)Beziehung zwischen der Herzogin und Galmy
- Der Moment des Verliebens
- Gründe für das Verlieben der Herzogin in Ritter Galmy
- Die Intrige und ihre Umsetzung mit Hilfe unterschiedlicher Liebeskonzepte
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hauptseminararbeit untersucht die Handsymbolik in Jörg Wickrams Ritter Galmy und ihre Bedeutung für die (Liebes-)Beziehung zwischen der Herzogin und Ritter Galmy. Der Fokus liegt darauf, die Liebeskonzepte zwischen den beiden Protagonisten zu analysieren und zu beleuchten, ob die vermeintliche Liebe tatsächlich authentisch ist oder vielmehr ein Ausdruck von Macht und Statusstreben.
- Analyse der Handsymbolik in Ritter Galmy
- Untersuchung der Liebeskonzepte zwischen der Herzogin und dem Ritter Galmy
- Bedeutung von Händen in Bild und Schrift für die Beziehung der Protagonisten
- Mögliche Interpretation der Handsymbolik als Ausdruck von Macht und Statusstreben
- Relevanz der Handsymbolik für das Verständnis der Beziehung zwischen der Herzogin und dem Ritter Galmy
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Bedeutung der Handsymbolik für die Liebesbeziehung zwischen der Herzogin und Ritter Galmy. Sie erläutert den Zusammenhang zwischen Handsymbolen und der Kommunikation, sowie den historischen Kontext des Romans.
Kapitel 2 definiert den Begriff der Symbolik und diskutiert die verschiedenen Interpretationen von Handsymbolen im Kontext des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit. Es werden biblische, politisch-rechtliche und kommunikative Bedeutungen von Händen beleuchtet.
Kapitel 3 analysiert die Handsymbolik in Ritter Galmy. Es werden die Momente des Sich-Verliebens betrachtet und die Liebeskonzepte zwischen den beiden Protagonisten untersucht.
Schlüsselwörter
Handsymbolik, Ritter Galmy, Jörg Wickram, Liebeskonzepte, Macht, Statusstreben, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Historizität, Kommunikation, Symbolinterpretation, Handgebärden, Beziehung, Herzogin, Ritter, Intrige.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet die Handsymbolik in Jörg Wickrams "Ritter Galmy"?
Die Handsymbolik dient als Kommunikationsmittel und drückt oft rechtliche, politische oder emotionale Bindungen aus, die im Spätmittelalter von großer Bedeutung waren.
Ist die Beziehung zwischen der Herzogin und Galmy echte Liebe?
Die Arbeit hinterfragt dies kritisch und untersucht, ob die Beziehung eher ein Ausdruck von Statusstreben, Macht und höfischer Intrige als von authentischer Zuneigung ist.
Welche Rolle spielen Handreichungen in Bild und Schrift?
Handreichungen visualisieren Verträge, Versprechen oder das Eingehen einer Bindung und machen die oft intransparenten Liebeskonzepte des Romans deutlicher.
Wie verliebt sich die Herzogin in Ritter Galmy?
Die Untersuchung analysiert die spezifischen Momente des Sich-Verliebens und prüft, welche Motive (z. B. Bewunderung von Tapferkeit vs. politisches Kalkül) dahinterstehen.
Was ist der historische Kontext dieser Symbolik?
Die Symbolik wurzelt im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit, wo Gebärden oft eine rechtsverbindliche oder religiöse Tiefe hatten, die heute oft übersehen wird.
Warum ist die Beziehung im Roman so irreführend?
Weil sie herkömmliche moderne Liebesvorstellungen nicht erfüllt und stattdessen durch die Handsymbolik als ein komplexes Geflecht aus Macht und gesellschaftlicher Repräsentation erscheint.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Handsymbolik in "Ritter Galmy" von Jörg Wickram, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137985