Mit der Entscheidung des Ölkonzerns Shell die ausgediente Ölplattform
‚Brent Spar’ 1995 im Nordatlantik zu versenken, begann ein beispielloser
Kampf zwischen der Umweltschutzorganisation Greenpeace und dem
Ölkonzern. Diese Auseinandersetzung führte schließlich zu einem der
größten Boykotts in Deutschland seit 1933. Große Teile der deutschen
Bevölkerung erklärten sich mit den Zielen von Greenpeace solidarisch und
mieden die Tankstellen von Shell. Mit medienwirksamen Aktionen
opponierte Greenpeace gegen die umweltverschmutzende Versenkung der
Offshore-Anlage und versuchte stattdessen den Rückbau des Ölspeichers
an Land durchzusetzen (Klaus 1997: 101). Erst als der Shell-Konzern am
20. Juni 1995 (Schubert 2000: 225) den ursprünglichen Entsorgungsplan
verwarf und die Demontage an Land bekannt gab, glätteten sich die Wogen
und der Boykott wurde eingestellt.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, das Phänomen ‚Boykott’ auf seine Effekte
hin zu untersuchen, d.h. herauszufinden, welche Konsequenzen der
Boykottaufruf gegen Shell hatte. Diese Analyse soll unter der Fragestellung:
‚Welche Effekte hat die politische Verbraucherartikulation durch Boykott?
Eine beispielhafte Analyse anhand des Shell-Boykotts 1995’ erfolgen. Um
das Thema in einen größeren wissenschaftlichen Zusammenhang zu
stellen, wird der Analyse eine Einführung in die Konsumforschung
vorangestellt. Hierbei soll neben einer Definition des Begriffs ‚Konsum’ auch
eine Darstellung der verschiedenen Formen der Verbraucherartikulation
erfolgen. Der Boykott als eine der drei Artikulationsformen wird dann einer
eingehenden Betrachtung unterzogen. Im dritten Teil der Arbeit, dem
Analyseteil, werde ich die von dem Boykott betroffenen Dimensionen einzeln
analysieren. In 3.1 werden die Auswirkungen des Boykotts auf Shell
untersucht und die Macht der Verbraucher dargestellt. Zudem wird auf das
Image von Shell in Verbindung mit der vorherig lancierten Werbekampagne
eingegangen. 3.2 befasst sich mit den Effekten des Boykotts für
Greenpeace. Auch hier werden das Image und die Finanzen im Fokus der
Analyse stehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konsum und politisches Verbraucherhandeln
- Die Effekte des Boykotts gegen Shell
- Shell vs. Verbraucher
- Greenpeace
- Umweltpolitik
- Medien
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert die Effekte des Boykotts gegen Shell im Jahr 1995. Ziel ist es, die Auswirkungen des Boykotts auf verschiedene Akteure wie Shell, Greenpeace, die Umweltpolitik und die Medien zu untersuchen. Die Arbeit beleuchtet die Macht der Verbraucherartikulation durch Boykott und untersucht, wie diese Form des politischen Handelns die Entscheidungen von Unternehmen und die öffentliche Meinung beeinflussen kann.
- Politische Verbraucherartikulation durch Boykott
- Die Effekte des Shell-Boykotts auf das Unternehmen Shell
- Die Rolle von Greenpeace im Boykott und die Auswirkungen auf die Organisation
- Die umweltpolitischen Folgen des Boykotts
- Die mediale Berichterstattung über den Boykott
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Boykott gegen Shell im Jahr 1995 als ein Beispiel für politische Verbraucherartikulation vor. Sie beschreibt den Konflikt zwischen Shell und Greenpeace sowie die mediale Aufmerksamkeit, die der Boykott erfuhr. Die Arbeit zielt darauf ab, die Effekte des Boykotts auf verschiedene Akteure zu untersuchen.
Das zweite Kapitel definiert den Begriff "Konsum" und stellt verschiedene Formen der Verbraucherartikulation vor, darunter den Boykott. Der Boykott wird als eine Form des politischen Verbraucherhandelns beschrieben, bei der Konsumenten ihre Kaufentscheidungen bewusst treffen, um politische, ethische oder ökologische Ziele zu erreichen.
Das dritte Kapitel analysiert die Effekte des Boykotts gegen Shell. Es untersucht die Auswirkungen des Boykotts auf das Unternehmen Shell, die Rolle von Greenpeace, die umweltpolitischen Folgen und die mediale Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Boykott, politische Verbraucherartikulation, Konsum, Shell, Greenpeace, Umweltpolitik und Medien. Die Arbeit analysiert die Effekte des Shell-Boykotts 1995 auf verschiedene Akteure und beleuchtet die Macht der Verbraucher, durch Boykott politische und gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Auslöser für den Shell-Boykott 1995?
Der Auslöser war die geplante Versenkung der ausgedienten Ölplattform „Brent Spar“ im Nordatlantik durch den Ölkonzern Shell.
Welche Rolle spielte Greenpeace bei diesem Boykott?
Greenpeace organisierte medienwirksame Aktionen und rief zum Boykott auf, was dazu führte, dass große Teile der Bevölkerung Shell-Tankstellen mieden.
Welche Effekte hatte der Boykott auf das Unternehmen Shell?
Shell erlitt massive Imageverluste und Umsatzeinbußen, was das Unternehmen schließlich dazu zwang, den Plan zu ändern und die Plattform an Land zu demontieren.
Was versteht man unter "politischer Verbraucherartikulation"?
Es beschreibt das bewusste Kaufverhalten von Konsumenten (z. B. durch Boykott), um politische, ethische oder ökologische Ziele zu erreichen.
Wie beeinflussten die Medien den Verlauf des Boykotts?
Die breite mediale Berichterstattung verstärkte die öffentliche Empörung und trug maßgeblich dazu bei, dass der Boykott eine nationale Dimension erreichte.
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- Florian Pretz (Author), 2006, Welche Effekte hat die politische Verbraucherartikulation durch Boykott?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113390