Diese wissenschaftliche Ausarbeitung dient der genaueren Untersuchung des Schulbuchs ‚Europa – Unsere Geschichte’ im Hinblick auf die bilaterale Ausgestaltung sowie die Umsetzung, Verbreitung und Wirkung.
Was zeichnet das Schulfach Geschichte und seine Schulbücher aus? Wie äußert sich die Multiperspektivität in der Praxis? Und ist es überhaupt möglich, ein identisches Schulbuch für zwei Länder zu erstellen?
Dabei wird als Erstes auf das Schulfach Geschichte und seine Besonderheiten eingegangen. Anschließend werden die Chancen und Risiken von Lehrwerken im Unterricht genauer analysiert und es wird sich mit dem Geschichtsschulbuch als ‚Politicum’ auseinandergesetzt. Es gilt zu untersuchen, ob möglicherweise politische Interessen hinter bestimmten Narrationen wie zum Beispiel Geschichtsmythen stecken. Daraufhin wird das deutsch-polnische Schulbuchprojekt vorgestellt und an beispielhaften Thematiken mit anderen Lehrwerken für das Fach Geschichte verglichen. Die herausgearbeiteten Merkmale werden zum Abschluss untersucht und der Erfolg beziehungsweise Misserfolg der Schulbuchreihe ‚Europa – Unsere Geschichte’ erörtert.
Die Literaturlage ist durch die interdisziplinäre Thematik als sehr gut zu bewerten. Zahlreiche Geschichtsdidaktiker haben sich bereits mit Schulbüchern auseinandergesetzt, während ‚Europa – Unsere Geschichte’ und weitere Vergleichswerke natürlich auch selbst als Literaturbezug dienen. Darüber hinaus kann auf das Hessische Kerncurriculum sowie auf jüngste Meldungen zu der deutsch-polnischen Lehrwerkreihe zurückgegriffen werden.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Das Schulfach Geschichte
- III. Geschichtsschulbücher
- I. Entstehung, Entwicklung und Bedeutung
- II. Anforderung und Wirkungsabsicht
- IV. ,Europa – Unsere Geschichte'
- I. Deutsch-polnische Schulbuchkommission
- II. Die deutsch-polnische Lehrwerkreihe
- V. Praxistest im Vergleich
- I. Untersuchung I: Der Kniefall von Willy Brandt
- II. Untersuchung II: Das Aufgreifen der Ukraine
- III. Untersuchung III: Die Nürnberger Prozesse
- IV. Ergebnisse
- VI. Verbreitung und Wirkung
- I. Verbreitung in Deutschland
- II. Verbreitung in Polen
- III. Symbolwirkung
- VII. Fazit: Standpunkt und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der deutsch-polnischen Schulbuchreihe ,Europa – Unsere Geschichte', die darauf abzielt, Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht zu überwinden und ein tiefes Geschichtsbewusstsein bei Schülern zu fördern. Die Analyse untersucht die Gestaltung des Schulbuchs, seine Verbreitung und Wirkung, sowie die Möglichkeiten und Herausforderungen einer bilateralen Schulbuchentwicklung.
- Die Besonderheiten des Schulfachs Geschichte und seine Rolle in der gesellschaftlichen Bildung
- Die Bedeutung von Geschichtsschulbüchern als ,Politicum' und ihre mögliche Beeinflussung durch politische Interessen
- Die Umsetzung der Multiperspektivität in der deutsch-polnischen Lehrwerkreihe und ihr Vergleich mit anderen Lehrwerken
- Die Verbreitung und Wirkung der Schulbuchreihe in Deutschland und Polen
Zusammenfassung der Kapitel
- I. Einleitung: Die Arbeit stellt die Schulbuchreihe ,Europa – Unsere Geschichte' vor und beleuchtet die Ziele des Projekts, die Bedeutung der Multiperspektivität im Geschichtsunterricht und die Herausforderungen bei der Entwicklung eines bilateralen Schulbuchs.
- II. Das Schulfach Geschichte: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Faches Geschichte für die gesellschaftliche Bildung und die Rolle von Geschichtsbewusstsein in der Entwicklung von Schülern. Es werden die Herausforderungen und Chancen von Lehrwerken im Unterricht beleuchtet.
- III. Geschichtsschulbücher: Dieser Abschnitt befasst sich mit der Entstehung, Entwicklung und Bedeutung von Geschichtsschulbüchern. Es werden die Veränderungen im Schulbuchmarkt und die Rolle politischer Einflüsse im Laufe der Geschichte beleuchtet.
- IV. ,Europa – Unsere Geschichte': Das Kapitel stellt das deutsch-polnische Schulbuchprojekt vor und beschreibt die Zusammenarbeit der Schulbuchkommission sowie die Inhalte der deutsch-polnischen Lehrwerkreihe.
- V. Praxistest im Vergleich: Dieser Abschnitt analysiert die Umsetzung der Multiperspektivität in der Schulbuchreihe anhand von Beispielthemen und vergleicht die Darstellung mit anderen Lehrwerken.
- VI. Verbreitung und Wirkung: Dieser Abschnitt untersucht die Verbreitung der Schulbuchreihe in Deutschland und Polen sowie deren symbolische Bedeutung.
Schlüsselwörter
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit den Themenfeldern deutsch-polnische Geschichtsdidaktik, Schulbuchforschung, bilaterale Schulbuchentwicklung, Multiperspektivität im Geschichtsunterricht, Geschichtsbewusstsein und nationale Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an „Europa – Unsere Geschichte“?
Es ist eine identische Schulbuchreihe für Deutschland und Polen, die von einer gemeinsamen Kommission entwickelt wurde, um nationale Einseitigkeiten zu überwinden.
Wie wird Multiperspektivität im Schulbuch umgesetzt?
Historische Ereignisse werden aus verschiedenen nationalen und gesellschaftlichen Blickwinkeln beleuchtet, um ein differenziertes Geschichtsbewusstsein zu fördern.
Welche Themen werden im Praxistest verglichen?
Die Arbeit untersucht die Darstellung des Kniefalls von Willy Brandt, das Aufgreifen der Ukraine und die Nürnberger Prozesse.
Gibt es politische Widerstände gegen das Projekt?
Die Arbeit analysiert die unterschiedliche Verbreitung und Akzeptanz der Reihe in Deutschland und Polen, auch vor dem Hintergrund nationaler Interessen.
Warum gilt das Geschichtsschulbuch als „Politicum“?
Weil Schulbücher oft offizielle Narrationen eines Staates widerspiegeln und zur Bildung einer nationalen Identität beitragen sollen.
- Arbeit zitieren
- Christian Macho (Autor:in), 2021, "Europa - Unsere Geschichte": Kann die deutsch-polnische Schulbuchreihe nationale Einseitigkeiten im Geschichtsunterricht überwinden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133556