Adolf Loos‘ Kulturkritik, seine Absage am Gesamtkunstwerk sowie die damaligen Diskurse über den Stil Begriff sollen helfen, seine Bauten näher zu verstehen und die eben gestellten Fragen zu beantworten. Die damaligen Diskurse wiederzubeleben könnte dabei auch dem Lebensstil von heute mehr Sinn verleihen.
Um den zentralen Leitfragen nachzugehen, wird in der vorliegenden Arbeit eine begriffshistorische Untersuchung der Entwicklung des Stilbegriffs und außerdem eine nähere Bestimmung des modernen Stils durchgeführt. Hierfür wird zunächst die Grundlage mittels Loos‘ Voraussetzungen in der Architektur und der Kunsttheorie des 19. Jahrhunderts geschaffen, welche den ersten Teil dieser Arbeit bilden. Im Anschluss daran folgt im zweiten Teil eine Darlegung von Loos‘ Kulturkritik und Architektur sowie ein Vergleich zu weiteren zeitgenössischen Kritikern und Künstlern aus Wien.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Problemstellung
- Zielsetzung
- Gang der Untersuchung
- Historisches Bewusstsein im 19. Jhdt.
- Stilvielfalt
- Loos' Stil - Jeder sei sein eigener Dekorateur
- Das Gesamtkunstwerk
- Loos' Kritik am Gesamtkunstwerk
- Schlussbetrachtung
- Zusammenfassung und Argumentation
- Fazit Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit Adolf Loos' Kulturkritik und seiner Ablehnung des Gesamtkunstwerks, sowie den zeitgenössischen Diskursen über den Stilbegriff. Ziel ist es, seine Bauten besser zu verstehen und Fragen zu beantworten, die sich aus der Individualisierungstendenz und dem veränderten Konsumverhalten ergeben.
- Entwicklung des Stilbegriffs im 19. Jahrhundert
- Die Kritik am Ornament und die Forderung nach Ornamentlosigkeit
- Das Verhältnis von Kunst und Gebrauchsgegenstand
- Der Einfluss des Historismus und die Entstehung des Jugendstils
- Loos' Architektur und seine Kritik am Gesamtkunstwerk
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, die sich aus der wachsenden Individualisierung und dem veränderten Konsumverhalten ergibt. Dabei werden die zentralen Fragen nach der Rolle des subjektiven Geschmacks, der eigenen Tradition und dem Zeitgeist im Kontext des privaten Wohnraums gestellt. Die Zielsetzung der Arbeit ist es, die Werke Adolf Loos durch seine Kulturkritik, seine Ablehnung des Gesamtkunstwerks und die damaligen Diskurse über den Stilbegriff zu beleuchten.
Kapitel 2 befasst sich mit dem historischen Bewusstsein im 19. Jahrhundert. Es werden die Entwicklung des Stilbegriffs, die Verbindung von Kunst und Gebrauchsgegenstand im Historismus und die Entstehung des Jugendstils erläutert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen des Stilbegriffs, der Kulturkritik, dem Gesamtkunstwerk, der Ornamentlosigkeit, der Architektur und der Kunsttheorie im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wichtige Akteure sind Adolf Loos, Otto Wagner, Henry van de Velde, John Ruskin und William Morris.
Häufig gestellte Fragen
Warum lehnte Adolf Loos das „Gesamtkunstwerk“ ab?
Loos kritisierte, dass das Gesamtkunstwerk den Bewohner entmündigt, indem es jeden Aspekt des Lebens einer künstlichen ästhetischen Diktatur unterwirft.
Was bedeutet Loos' Forderung nach Ornamentlosigkeit?
In seinem berühmten Essay „Ornament und Verbrechen“ argumentiert er, dass die Entwicklung der Kultur mit dem Verzicht auf das Ornament einhergeht, da dieses ökonomisch und ästhetisch überflüssig sei.
Wie unterschied sich Loos von der Wiener Secession?
Während die Secession den Jugendstil und die dekorative Durchdringung aller Lebensbereiche feierte, forderte Loos eine strikte Trennung von Kunst und Gebrauchsgegenstand.
Was ist der „moderne Stil“ laut Adolf Loos?
Der moderne Stil zeichnet sich durch Sachlichkeit, Materialgerechtigkeit und die Konzentration auf die Funktion aus, statt historisierende Formen zu kopieren.
Welchen Einfluss hatte der Historismus auf Loos' Denken?
Loos sah im Historismus eine Sackgasse und forderte Architektur auf, sich auf das Handwerk und die Bedürfnisse der Gegenwart zu besinnen, statt in der Vergangenheit zu verharren.
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- Anonym (Author), 2016, Adolf Loos über Kulturkritik. Seine Kritik am Gesamtkunstwerk und der moderne Stil, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133505