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Verkehrerziehung in einer Förderschule. Ein Konzept zur Förderung der Selbstständigkeit

Anhand einer AG der Oberstufe mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung

Titel: Verkehrerziehung in einer Förderschule. Ein Konzept zur Förderung der Selbstständigkeit

Examensarbeit , 2008 , 49 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Stenner (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1 Einleitung Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den konzeptionellen Überlegungen zur Förderung der Selbstständigkeit im Rahmen von Verkehrserziehung in Alltagssituationen einer Arbeitsgemeinschaft1 der Oberstufe einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Ein Schwerpunktbereich der Arbeit in der Oberstufe an der Mamre-Patmos-Schule liegt in der gezielten Förderung der Verkehrsteilnahme. Ein ausgearbeitetes Konzept, orientiert an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler2 der Oberstufe, existiert jedoch noch nicht und soll im Rahmen dieser Arbeit angedacht werden. Die AGs der Oberstufe dienen der Förderung von Freizeitaktivitäten. Die Schüler sollen durch vielfältige Angebote Erfahrungen in verschiedenen Bereichen machen, ihre Wünsche und dieser Vorlieben ggf. erweitern und somit ihre Freizeitaktivitäten außerhalb der Schule anhand ihrer Vorlieben auswählen können. Um im Alltag selbstständig und unabhängig an externen Freizeitaktivitäten teilnehmen zu können, bedarf es zusätzlich einer möglichst selbst-ständigen Teilnahme am Straßenverkehr. Diese ist jedoch bei vielen Schülern nur in Ansätzen oder gar nicht erkennbar. Schulwege werden mit Bustransporten bzw. Schulbussen zurück-gelegt und der Lehrer übernimmt die Verantwortung für die Nutzung des ÖPNV – alle Schüler folgen der Lehrperson. Die Beobachtungen sprechen für nicht ausreichende Praxiserfahrungen und fehlende Kompetenzen im Straßenverkehr und machen ein gezieltes pädagogisches Handeln unabdingbar. Dieses Handeln könnte im Rahmen einer AG zur Förderung von Freizeitaktivitäten immanent stattfinden. Selbstverständlich können nicht alle verkehrsspezifischen Aspekte ausreichend mit diesen konzeptionellen Überlegungen angesprochen werden. Einzelne Bereiche müssen in der jeweiligen Situation je nach Schülervoraussetzungen vertieft und modifiziert werden. Daher liegt das Ziel dieser Arbeit einerseits in der Herauskristallisierung der Bedeutung der Verkehrserziehung für ein selbstständiges Leben und andererseits in der Darstellung konzeptioneller Überlegungen zu einer handlungs- und praxisorientierten Verkehrserziehung zur möglichst selbstständigen Bewältigung von alltäglichen Wegen in einer AG.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 FÖRDERSCHULE MIT DEM FÖRDERSCHWERPUNKT GEISTIGE ENTWICKLUNG

3 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT

3.1 SELBSTSTÄNDIGKEIT

3.2 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT

3.3 SELBSTSTÄNDIGKEIT IM STRAßENVERKEHR

3.4 RELEVANZ FÜR SCHÜLER DER MAMRE-PATMOS-SCHULE

4 KONZEPTE DER VERKEHRSERZIEHUNG

4.1 VORHANDENE KONZEPTE

4.2 KONZEPT DER VERKEHRSERZIEHUNG FÜR MENSCHEN MIT GEISTIGER BEHINDERUNG

4.3 VERKEHRS- UND MOBILITÄTSERZIEHUNG FÜR SCHÜLER DER MAMRE-PATMOS-SCHULE

5 SELBSTSTÄNDIGKEITSFÖRDERUNG IM RAHMEN VON VERKEHRSERZIEHUNG

5.1 KONZEPTIONELLE VORÜBERLEGUNGEN

5.1.1 SCHÜLER DER OBERSTUFE

5.1.2 MÖGLICHER HANDLUNGSRAHMEN

5.1.3 ORGANISATORISCHE ÜBERLEGUNGEN

5.1.4 PRINZIPIEN DER FÖRDERUNG

5.1.5 MÖGLICHE LERNBEREICHE IN ALLTAGSSITUATIONEN

5.2 DIAGNOSTIK DER VORHANDENEN KOMPETENZEN

5.2.1 UMFELDANALYSE

5.2.2 KOMPETENZKATALOG

5.2.3 MÖGLICHE DIAGNOSTIK

5.2.4 KONSEQUENZEN

5.3 MÖGLICHER AUFBAU DER FÖRDERUNG

5.3.1 PLANUNGSPHASE

5.3.2 FÖRDEREINHEIT „WEGE MIT AKTIVER BEGLEITUNG BESTREITEN“

5.3.3 FÖRDEREINHEIT „WEGE MIT PASSIVER BEGLEITUNG BESTREITEN“

5.3.4 FÖRDEREINHEIT „WEGE SELBSTSTÄNDIG BESTREITEN“

6 MÖGLICHKEIT DER EVALUATION

7 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, konzeptionelle Überlegungen für eine handlungs- und praxisorientierte Verkehrserziehung an der Mamre-Patmos-Schule zu entwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Schüler der Oberstufe einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung durch gezielte Förderung ihrer Kompetenzen im Straßenverkehr zu einem selbstständigeren und unabhängigeren Leben befähigt werden können.

  • Bedeutung der Selbstständigkeitsförderung im Rahmen der Verkehrserziehung
  • Analyse der Lernvoraussetzungen von Oberstufenschülern mit geistiger Behinderung
  • Methoden der Diagnostik von Verkehrskompetenzen in Alltagssituationen
  • Prozesshafter Aufbau der Förderung (aktive Begleitung, passive Begleitung, Selbstständigkeit)
  • Bedeutung der Kooperation zwischen Schule, Eltern und Wohnheim

Auszug aus dem Buch

3.1 Selbstständigkeit

Das Wort selbst meint „ohne fremde Hilfe stehen können“ (LENZEN, 1989, S.1360). Es gibt nach dem Zukunfts- und Freizeitforscher OPASCHOWSKI drei Dimensionen der Selbstständigkeit, die in unserer Gesellschaft vorzufinden sind: 1. die psychologisch-pädagogische Dimension (Selbst-ständigkeit im Laufe der Entwicklung, Erziehung und Abgrenzung), 2. die kulturell-soziale Dimension (Selbstständigkeit bezogen auf das Umfeld, die Gesellschaft) und 3. die ökonomische Dimension (wirtschaftliche Selbstständigkeit) (zitiert von PRIES, 2003, S.78ff). Die Definition ist immer abhängig vom Standpunkt der Betrachtung.

Im pädagogischen Kontext ist Selbstständigkeit nach GILICH das oberste Bildungs- und Erziehungsziel und wird umschrieben als „Fähigkeit zum eigenständigen und damit auch kritischen Denken sowie zum daran angeschlossenen sachgerechten und verantwortungsbewussten Handeln“ (1993, S.14). Selbstständigkeit kann dementsprechend auch als Handlungsfähigkeit verstanden werden und bedeutet die interessengeleitete, zielgerichtete, planvolle und bewusste Auseinandersetzung mit der Umwelt (BREHM, 1981, S.59f).

Selbstständigkeit per se gibt es jedoch nicht. ZIECHMANN betont in diesem Zusammenhang den immer vorhandenen Bezug zum Inhalt (1988, S.30) und PRIES den daraus resultierenden lebenslangen Lernprozess (2003, S.14). Daraus ist zu schließen, dass alle Menschen in bestimmten Bereichen so lange unselbstständig sind, bis sie sich Handlungskompetenz in diesem Bereich angeeignet haben. Folglich bezieht sich die Selbstständigkeit immer auf einen speziellen Lebensbereich, in dem sich die Selbstständigkeit durch Handlung realisiert. Diese umfasst die selbstständige Orientierung, Planung, Durchführung und Kontrolle der Handlung (PITSCH/ THÜMMEL, 2005, S.59ff). Die Entwicklung der Handlungsfähigkeit erfolgt nach PITSCH in vier Stufen: ganzheitlich-reaktives Handeln → gelenkt-reproduktives Handeln → reproduktiv-selbstständiges Handeln → schöpferisch-selbstständiges Handeln (1999, S.82).

Im Bereich der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bestimmt die Förderung der Handlungsfähigkeit das Erziehungsziel der Selbstständigkeit. Ziel ist, auf der Basis der „eingeschränkten Handlungsfähigkeit Geistigbehinderter“ (MÜHL, 1981, S.69), das Erreichen eines den individuellen Möglichkeiten entsprechenden, selbstständigen Handelns (PITSCH/ THÜMMEL, 2005, S.23). Selbstständigkeit wird dabei verstanden als ein Unabhängigsein von anderen Menschen - nach PITSCH als Handlungsfähigkeit (2003, S.14).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Relevanz der Verkehrserziehung an einer Förderschule ein und legt das Ziel fest, konzeptionelle Überlegungen für eine handlungs- und praxisorientierte Förderung zu erarbeiten.

2 FÖRDERSCHULE MIT DEM FÖRDERSCHWERPUNKT GEISTIGE ENTWICKLUNG: Dieses Kapitel beschreibt das Profil der Mamre-Patmos-Schule sowie deren Zielsetzung hinsichtlich der individuellen Persönlichkeits- und Selbstständigkeitsentwicklung der Schülerschaft.

3 FÖRDERUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Begriffs der Selbstständigkeit sowie die Herausarbeitung der speziellen Bedeutung von Mobilität und Handlungsfähigkeit im Straßenverkehr für Menschen mit geistiger Behinderung.

4 KONZEPTE DER VERKEHRSERZIEHUNG: Das Kapitel reflektiert allgemeine verkehrspädagogische Ansätze und prüft deren Anwendbarkeit auf die Zielgruppe, wobei spezifische Konzepte für Menschen mit geistiger Behinderung kritisch hinterfragt werden.

5 SELBSTSTÄNDIGKEITSFÖRDERUNG IM RAHMEN VON VERKEHRSERZIEHUNG: Dies ist der Kernbereich, der konzeptionelle Vorüberlegungen, diagnostische Instrumente (Umfeldanalyse/Kompetenzkatalog) und den dreistufigen Förderaufbau von der aktiven zur selbstständigen Verkehrsteilnahme detailliert beschreibt.

6 MÖGLICHKEIT DER EVALUATION: Hier wird aufgezeigt, wie der Kompetenzkatalog zur Überprüfung von Lernfortschritten genutzt werden kann, um individuelle Förderziele fortlaufend anzupassen.

7 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit der Kooperation zwischen Schule, Eltern und Wohnheim, um die gesetzten Förderziele nachhaltig zu erreichen.

Schlüsselwörter

Verkehrserziehung, Selbstständigkeitsförderung, Geistige Behinderung, Mobilität, Handlungsfähigkeit, Mamre-Patmos-Schule, Alltagssituationen, ÖPNV-Nutzung, Fußgängertraining, Diagnostik, Kompetenzkatalog, Umfeldanalyse, Förderplanung, Sonderpädagogik, Lebensweltorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt konzeptionelle Überlegungen zur Förderung der Selbstständigkeit von Oberstufenschülern an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung im Kontext der Verkehrserziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe der Selbstständigkeit und Mobilität, die Analyse von Verkehrssituationen im Alltag, diagnostische Verfahren zur Kompetenzermittlung sowie die konkrete pädagogische Förderplanung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, einen handlungs- und praxisorientierten Ansatz zu formulieren, der Schülern eine möglichst selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr und damit ein autonomeres Leben außerhalb der Schule ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Konzepte sowie die Entwicklung eines praktischen, schülerorientierten Kategoriensystems zur Diagnostik und Förderplanung im Straßenverkehr.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des Lernumfeldes, der Erstellung eines Kompetenzkatalogs für verschiedene Verkehrssituationen sowie einem prozesshaften Fördermodell, das auf dem Prinzip der abbauenden Hilfe basiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Verkehrserziehung, Selbstständigkeitsförderung, geistige Behinderung, Mobilität, Handlungsfähigkeit, Diagnostik und Förderplanung.

Welche Rolle spielt der Kompetenzkatalog für die praktische Arbeit?

Der Katalog dient dazu, die individuellen Fähigkeiten der Schüler in spezifischen Verkehrssituationen – wie etwa beim Fußweg zur Haltestelle oder der Stadtbahnnutzung – zu erfassen und darauf aufbauend maßgeschneiderte Förderziele zu definieren.

Warum ist die Einbeziehung der Eltern und Wohnheimmitarbeiter so wichtig?

Die Autorin betont, dass für einen nachhaltigen Erfolg eine kontinuierliche Förderung über die Schule hinaus stattfinden muss, wofür die Kooperation und der Informationsaustausch mit allen Bezugspersonen der Schüler unabdingbar sind.

Wie unterscheidet sich die Förderung in den drei Einheiten des Förderaufbaus?

Die Einheiten unterscheiden sich durch den Grad der Begleitung: Von der aktiven Anleitung durch die Lehrperson, über eine passive Begleitung, bis hin zur vollständig selbstständigen Bewältigung der Wege durch die Schüler.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verkehrerziehung in einer Förderschule. Ein Konzept zur Förderung der Selbstständigkeit
Untertitel
Anhand einer AG der Oberstufe mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung
Hochschule
Studienseminar Bielefeld  (Studienseminar für Lehrämter an Schulen Bielefeld I - Seminar für Sonderpädagogik)
Note
1,0
Autor
Julia Stenner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
49
Katalognummer
V113089
ISBN (eBook)
9783640136056
ISBN (Buch)
9783640136292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeptionelle Förderung Selbstständigkeit Rahmen Verkehrserziehung Alltagssituationen Oberstufe Förderschule Förderschwerpunkt Entwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Stenner (Autor:in), 2008, Verkehrerziehung in einer Förderschule. Ein Konzept zur Förderung der Selbstständigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113089
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  49  Seiten
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