Die Thematik des Rechtsextremismus ist täglich und auch in der deutschen Geschichte ein relevanter Aspekt. 2015 wurde dieses Thema erneut präsenter durch den Zulauf von Flüchtigen.
In dieser Arbeit werden zunächst die begrifflichen Unterschiede von Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus betrachtet sowie der alleinstehende Begriff des Extremismus. Um ein umfassenderes Bild zu bekommen, wird die Ideologie der Menschen aus der rechten Szene beschrieben und näher auf die einzelnen Aspekte eingegangen. Um die Aktualität darzustellen, wird versucht, die aktuelle Lage in Deutschland und näher, in Sachsen, zu erfassen.
Des Weiteren wird ein Kernaspekt dieser Arbeit die Ausstiegsarbeit sein. Das Aussteigerprogramm in Sachsen „Steig aus“ hat zu diesem Zwecke ein Onlineinterview angeboten, welches wahrgenommen wurde. Die Hauptfrage dieser Arbeit ist die nach
den Problemen, Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Ausstieg. Hierbei werden beide Perspektiven, also zum einen die, der Sozialen Arbeit und zum anderen die Perspektive des Aussteigers/der Aussteigerin beachtet. Das Interview wird später genutzt, um den Vergleich zur Ausstiegshilfe EXIT-Deutschland zu ziehen. Hierzu wird die die systemische Beratung als Beispiel genommen und es werden weitere Theorien genannt, die hierbei Anwendung finden. Im Anschluss wird noch auf den Methodenkoffer eingegangen, den die Soziale Arbeit zur Verfügung hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtsextremismus
2.1. Definition
2.2. Ideologie
2.2.1. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
2.2.2. Diskriminierung
2.2.3. Sozialdarwinismus
2.3. Aktuelle Lage in Deutschland
2.3.1. Aktuelle Lage in Sachsen
3. Interview mit „Steig aus“ in Sachsen
3.1. „Steig aus“ Sachsen
3.2. Systemische Beratung als Beispiel
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Ausstieg aus rechtsextremistischen Szenen, wobei insbesondere die Perspektive der Sozialen Arbeit und die Rolle systemischer Beratungsansätze beleuchtet werden.
- Grundlagen des Rechtsextremismus und seiner Ideologieelemente
- Analyse der aktuellen rechtsextremistischen Lage in Deutschland und Sachsen
- Herausforderungen des Ausstiegsprozesses für ehemalige Szeneangehörige
- Methoden und Ansätze der Ausstiegsarbeit in der Sozialen Arbeit
- Anwendung systemischer Beratung in der Deradikalisierungsarbeit
Auszug aus dem Buch
3.2. Systemische Beratung als Beispiel
Wie bereits im Interview mit der Ausstiegshilfe „Steig Aus“ erwähnt wurde, arbeitet das Team der Ausstiegshilfe unter anderem mit einem systemisch orientierten Beratungsansatz. (Transkript Z. 237 f.) Um diesen genauer zu beleuchten, erklären wir zunächst einmal was systemisch bedeutet. Mit systemisch ist in der Beratung eine Haltung gemeint, welche eine Einstellung der Achtsamkeit, des Respekts, der Wert-Schätzung und der Anerkennung gegenüber allen Lebewesen beschreibt. Dabei bedarf es einem permanenten Perspektivwechsel mit gleichzeitiger Beobachtung aus der Meta-Ebene bezüglich der Person und deren Interaktionen sowie einer ständigen (Selbst-)Reflexion. (vgl. Kutz 2020: 1)
Im Folgenden werden einige Theorien genannt oder kurz erklärt, welche Einfluss auf die systemische Beratung haben.
Nach Varela/Maturana grenzt sich ein System zur Umwelt ab, um sich selbst zu erhalten. Es strebt nach einem sogenannten inneren System-Gleichgewicht, der Homöostase. Dazu wehrt es vorerst alle äußeren Anregungen ab, was auch für bestehende Sub-Systeme gilt. (vgl. ebd.: 5 f.) Das bedeutet, dass ein System von außen erstmal nicht verändert werden kann, wobei hierbei die Gefahr der Stagnation besteht. Anregungen, welche das System verändern könnten, werden also zunächst durch das System geprüft und nach den systemimmanenten Regeln sowie ihrer Dienlichkeit im Hinblick auf die Homöostase geprüft. (vgl. ebd.: 7)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Thematik, das persönliche Interesse der Verfasserinnen und die Zielsetzung der Arbeit, den Ausstieg aus der rechten Szene zu untersuchen.
2. Rechtsextremismus: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Extremismus, Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus und analysiert die ideologischen Kernelemente sowie die aktuelle politische Lage in Deutschland und Sachsen.
3. Interview mit „Steig aus“ in Sachsen: Das Hauptkapitel präsentiert Erkenntnisse aus einem Experteninterview, beleuchtet den Ausstiegsprozess und stellt systemische Beratung als wirkungsvolle Methode dar.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Herausforderungen des Ausstiegs und betont die Bedeutung einer wertschätzenden, professionellen Haltung der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Ausstiegsprogramm, Ideologie, Systemische Beratung, Deradikalisierung, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung, Neonazismus, Sachsen, EXIT-Deutschland, Identitäre Gesellschaftsvorstellung, Biografiearbeit, Reflexion, Radikalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den Problemen, Herausforderungen und Schwierigkeiten, die ein Ausstieg aus der rechtsextremistischen Szene mit sich bringt, und wie professionelle Soziale Arbeit dabei unterstützend wirken kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die ideologischen Grundlagen des Rechtsextremismus, die aktuelle Gefahrenlage in Deutschland und Sachsen sowie die konkreten methodischen Vorgehensweisen in Aussteigerprogrammen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Gefahrenpotenzial des Rechtsextremismus kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie professionelle Beratung – insbesondere systemische Ansätze – den individuellen Ausstiegsprozess erfolgreich begleiten kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Verfasserinnen nutzen eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie die Auswertung eines Experteninterviews mit dem Aussteigerprogramm „Steig aus“ in Sachsen, welches mit den Erfahrungen von EXIT-Deutschland verglichen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Ideologieelemente (z. B. Sozialdarwinismus, Antisemitismus), die aktuelle Lage rechtspopulistischer und rechtsextremer Strömungen sowie die Praxis der Ausstiegsbegleitung inklusive Clearing-Verfahren und systemischer Interventionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Ausstiegsarbeit, Ideologieanalyse und systemische Beratung definieren.
Warum ist der Begriff des „Clearings“ im Kontext der Ausstiegsarbeit wichtig?
Das Clearing-Verfahren ist die initiale Phase, in der telefonisch und in persönlichen Gesprächen der biographische Hintergrund, die Ausstiegsmotivation sowie die aktuelle Gefährdungslage geklärt werden, bevor eine dauerhafte Beratung beginnt.
Welche Rolle spielt die „Systemik“ bei der Arbeit mit Aussteigern?
Systemische Beratung betrachtet den Klienten in seinem sozialen Gefüge, nutzt Methoden wie Reframing oder Genogramm-Arbeit und setzt auf eine wertschätzende, urteilsfreie Grundhaltung, um Ressourcen für eine eigenständige Lebensgestaltung zu aktivieren.
- Citar trabajo
- Alicia Schneider (Autor), Rebecca Schneider (Autor), 2020, Rechtsextremismus und Aussteigerprogramme. Was erschwert einen Ausstieg aus der rechten Szene und welchen Handlungsspielraum hat die Soziale Arbeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129008