Lernentwicklungsgespräche finden zunehmend Einzug in die schulische Praxis der Leistungsbewertung und -beurteilung. Bei den Recherchen zu dieser Arbeit ist eine konträre Meinung der Autorin Birte Müller aufgekommen. Der Titel ihres Artikels lautet: „Lernentwicklungsgespräche sind Mumpitz“. Auf Basis eines qualitativen Forschungszugangs wird die These in dieser Arbeit hinsichtlich der Qualität von Lernentwicklungsgesprächen überprüft. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Aspekt des Feedbacks. Ausgangspunkt sind zwei Interviewtranskripte zu Lernentwicklungsgesprächen.
Ausgehend von der Darstellung der sogenannten pädagogischen Leistungskultur werden zunächst anhand der Lerntheorie und der Differenzierung des Leistungsbegriffs die Entwicklungslinien und Begründungsmuster für das Aufkommen neuer Formen der Leistungsbeurteilung dargestellt. In Kapitel zwei erfolgt eine definitorische Bestimmung des Lernentwicklungsgesprächs entlang der Differenzlinien Inhalt und Rollenverteilung.
Anschließend wird der Feedbackbegriff thematisiert: Neben Umschreibungen und der Abgrenzung zu Rückmeldungen geht es um die Arten, die Ebenen, die situativen und individuellen Faktoren, den Inhalt sowie die Funktion von Feedback. Da als Grundlage des Feedbackgebens das Beobachten angeführt werden kann, wird diesbezüglich in Kapitel fünf ein Exkurs aus sozialisationstheoretischer Sicht vorgenommen. In Kapitel sechs findet daraufhin die theoriegeleitete Analyse der Interviewtranskripte anhand der Kategorien Einschätzungsbogen, Inhalt und Rollenverteilung statt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Pädagogische Leistungskultur
- Lerntheorie
- Leistungsbegriff
- Lernentwicklungsgespräche
- Feedback
- Begriffsbestimmung
- Feedback oder Rückmeldung?
- Schulischer Kontext
- Exkurs: Die Aufgaben von Lehrpersonen aus sozialisationstheoretischer Sicht
- Sozialisationstheorie nach Klaus Hurrelmann
- Sozialisationstheorie nach Ulrich Oevermann
- Aufgaben pädagogischer Fachkräfte.
- Theoriegeleitete Analyse der Interviewtranskripte
- Einschätzungsbogen
- Inhalt
- Rollenverteilung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Qualität von Lernentwicklungsgesprächen im Kontext von Feedback. Sie analysiert die Bedeutung von Feedback im Rahmen der neuen Lernkultur, die von einem konstruktivistischen Verständnis des Lehrens und Lernens geprägt ist. Dabei werden die theoretischen Grundlagen von Lernentwicklungsgesprächen und Feedback betrachtet sowie die Rolle von Lehrkräften in der Förderung von Schülerentwicklungen aus sozialisationstheoretischer Sicht beleuchtet.
- Die Bedeutung von Feedback in Lernentwicklungsgesprächen
- Das Verhältnis von Ziffernzensuren und Lernentwicklungsgesprächen
- Die Rolle der Lehrkraft in der Förderung von Schülerentwicklung
- Die Bedeutung der sozialisationstheoretischen Ansätze für die pädagogische Praxis
- Die Analyse von Interviewtranskripten zur Qualität von Lernentwicklungsgesprächen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik von Lernentwicklungsgesprächen ein und erläutert den Forschungsgegenstand und die Forschungsmethodik.
Kapitel 2 beleuchtet die pädagogische Leistungskultur und die Entwicklung neuer Formen der Leistungsbeurteilung. Dabei werden die Lerntheorie und der Leistungsbegriff diskutiert, sowie die Kritik an traditionellen Formen der Leistungsbewertung wie Ziffernzensuren.
Kapitel 3 definiert den Begriff des Lernentwicklungsgesprächs und erläutert die verschiedenen Aspekte, die in diesen Gesprächen behandelt werden.
Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Feedbackbegriff und seinen verschiedenen Arten, Ebenen und Funktionen.
Kapitel 5 widmet sich einem Exkurs über die Aufgaben von Lehrkräften aus sozialisationstheoretischer Sicht, wobei die Ansätze von Klaus Hurrelmann und Ulrich Oevermann betrachtet werden.
Kapitel 6 analysiert die Interviewtranskripte zu Lernentwicklungsgesprächen anhand der Kategorien Einschätzungsbogen, Inhalt und Rollenverteilung.
Schlüsselwörter
Lernentwicklungsgespräche, Feedback, Leistungskultur, Lerntheorie, konstruktivistisches Lernen, Ziffernzensuren, Sozialisationstheorie, Klaus Hurrelmann, Ulrich Oevermann, Lehrkräfte, Interviewtranskripte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Lernentwicklungsgespräch?
Ein Gespräch zwischen Lehrkraft, Schüler und oft Eltern, das die individuelle Lernentwicklung thematisiert und als Alternative oder Ergänzung zu Ziffernzensuren dient.
Warum wird Feedback in diesen Gesprächen so stark gewichtet?
Feedback ist zentral für eine pädagogische Leistungskultur, da es den Schülern hilft, ihre Stärken und Schwächen im Lernprozess konstruktiv zu reflektieren.
Welche Kritik gibt es an Lernentwicklungsgesprächen?
Einige Autoren, wie Birte Müller, bezeichnen sie kritisch als „Mumpitz“, was die Arbeit zum Anlass nimmt, die Qualität dieser Gespräche wissenschaftlich zu prüfen.
Was unterscheidet Feedback von einer einfachen Rückmeldung?
In der Arbeit wird Feedback als spezifischeres Instrument abgegrenzt, das auf verschiedenen Ebenen (Inhalt, Prozess, Selbstregulation) wirkt und eine Funktion für das zukünftige Lernen hat.
Welche sozialisationstheoretischen Ansätze werden herangezogen?
Die Arbeit nutzt die Theorien von Klaus Hurrelmann und Ulrich Oevermann, um die Aufgaben von Lehrkräften bei der Begleitung von Schülern zu analysieren.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Feedback im Lernentwicklungsgespräch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127158