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Im Spannungsverhältnis zwischen objektivistischen und subjektivistischen Auffassungen und Bestimmungen des Schönen werden insbesondere um 1800 Möglichkeiten und Grenzen des Anspruches an einen unfassenden Schönheitsbegriff diskutiert.
Diesen ‚Schönheitsdiskurs’ gilt es in einem ersten Schritt nachzuzeichnen (Kapitel 2), um von da aus auf die Bestimmungen und Implikationen des Schönen in E. T. A. Hoffmanns „Rat Krespel“ (1818) zu schauen (Kapitel 3).
Es wird zu zeigen sein, dass der Begriff des Schönen im Kontext der erkenntnistheoretischen Debatte um 1800 als Begriff für die Suche nach Einheit, Wahrheit und dem ‚Absoluten’ zu lesen ist. Für Hoffmanns Text ist vor diesem Hintergrund zu fragen, wie diese „Suche“ literarisch verhandelt wird und welche Bedeutung und Funktion dem Reden über das Schöne im Text zukommt.
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Inhaltsverzeichnis
- Was ist schön?
- Schönheit um 1800
- Rat Krespel: Die Suche und die Suchenden
- Der Erzähler: Held der Wahrheit?
- Auf Krespels Spuren
- Von der Verdinglichung
- Die Suche nach dem Unsichtbaren
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage nach dem Schönen im Kontext der ästhetischen Debatte um 1800. Sie analysiert die verschiedenen Auffassungen von Schönheit in dieser Zeit und untersucht, wie diese im Werk E.T.A. Hoffmanns, insbesondere in der Erzählung „Rat Krespel“, zum Ausdruck kommen.
- Die Entwicklung des Schönheitsbegriffs im 18. Jahrhundert
- Die Spannung zwischen objektivistischen und subjektivistischen Auffassungen von Schönheit
- Die Rolle des Schönen in E.T.A. Hoffmanns „Rat Krespel“
- Die Suche nach Einheit, Wahrheit und dem „Absoluten“ im Kontext der erkenntnistheoretischen Debatte um 1800
- Die Bedeutung des Schönen für die literarische Darstellung und Interpretation
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Frage „Was ist schön?“ und führt in die historische Entwicklung des Schönheitsbegriffs ein. Es werden verschiedene Auffassungen von Schönheit vorgestellt, die von der Antike bis in die Gegenwart diskutiert werden.
Das zweite Kapitel widmet sich der Diskussion um den Schönheitsbegriff im 18. Jahrhundert. Es werden die wichtigsten Vertreter der objektivistischen und subjektivistischen Auffassungen von Schönheit vorgestellt und ihre Argumente analysiert.
Das dritte Kapitel untersucht die Bedeutung des Schönen in E.T.A. Hoffmanns „Rat Krespel“. Es wird gezeigt, wie der Begriff des Schönen in der Erzählung als Metapher für die Suche nach Einheit, Wahrheit und dem „Absoluten“ verwendet wird.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Schönheitsbegriff, die ästhetische Debatte um 1800, E.T.A. Hoffmann, „Rat Krespel“, die Suche nach Einheit, Wahrheit und dem „Absoluten“, die erkenntnistheoretische Debatte, die literarische Darstellung und Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Analyse von E. T. A. Hoffmanns „Rat Krespel“?
Die Arbeit untersucht den Schönheitsbegriff in Hoffmanns Erzählung im Kontext der ästhetischen und erkenntnistheoretischen Debatten um 1800.
Welche zwei gegensätzlichen Auffassungen von Schönheit gab es um 1800?
Es bestand ein Spannungsverhältnis zwischen objektivistischen Auffassungen (Schönheit als Eigenschaft des Objekts) und subjektivistischen Auffassungen (Schönheit als Empfindung des Betrachters).
Was symbolisiert die Suche nach dem Schönen in Hoffmanns Text?
Der Begriff des Schönen wird als Metapher für die Suche nach Einheit, Wahrheit und dem „Absoluten“ gelesen, die für die Romantik und die Philosophie jener Zeit zentral war.
Welche Rolle spielt der Erzähler in „Rat Krespel“ laut dieser Arbeit?
Der Erzähler wird kritisch hinterfragt, unter anderem in Bezug darauf, ob er als „Held der Wahrheit“ gelten kann oder selbst Teil der problematischen Suche nach dem Schönen ist.
Was bedeutet „Verdinglichung“ im Zusammenhang mit der Erzählung?
Das Kapitel „Von der Verdinglichung“ untersucht, wie ästhetische Ideale oder lebendige Schönheit in Hoffmanns Werk zu Objekten oder Dingen werden, was oft zu tragischen Konsequenzen führt.
Welche Funktion hat das Reden über das Schöne im literarischen Text?
Es dient dazu, die Grenzen der Erkenntnis aufzuzeigen und die Unfassbarkeit des „Absoluten“ literarisch zu verhandeln, anstatt es rein rational zu definieren.
- Quote paper
- Katarina Lenczowski (Author), 2008, Schönheit in E. T. A. Hoffmanns "Rat Krespel", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112551