Konzerne sind hochkomplexe Organisationen, die Kommunikation, intern wie extern, vielfältig einsetzen.
Das Ziel dieser Arbeit ist die Zusammenhänge von Strukturen und organisatorischen Eigenschaften und der Kommunikationsarbeit für Organisation aufzuzeigen. Die Erzeugung eines authentischen Dialogs mit Zielgruppen und die Integrierte Kommunikation werden in Beziehung zur Organisation gebracht. Methodisch werden die Theorie der Organisationslehre und der Kommunikationswissenschaft einander gegenübergestellt. Ansätze in der Organisationslehre für die Wirkung von Kommunikation und im Gegenzug die Bezugnahme der Kommunikationslehre auf die Organisation werden dargestellt. Als Beitrag aus der Praxis sind Interviews mit Kommunikationsverantwortlichen österreichischer Konzerne und Experten aus dem Kommunikationsumfeld als qualitative Empirie enthalten.
Als wesentliches Ergebnis ist die enorme Bedeutung der persönlichen Eigenschaften von Menschen als Mitglieder von Organisationen bzw. Mitarbeiter von Konzernen zur Erfüllung der Konzernziele festzuhalten. Die bestimmenden Werte und Einstellungen einzelner ergeben mit der Dynamik von Gruppen und den Unternehmenskulturen die organisatorische Identität eines Konzerns. Die Kommunikationsleistung als Beitrag zur Erreichung der Organisationsziele steht nach innen wie nach außen vor der Aufgabe, verständlich und glaubwürdig die Inhalte, Bestrebungen und Aktivitäten des Konzerns zu vermitteln. Je mehr die Kommunikation dabei nicht nur mechanistisch einem losgelösten Kommunikationskonzept folgt, sondern die Organisation als Ursprung und Basis der zu verfolgenden Ziele begreift, umso mehr besteht die Chance mit Kommunikationsleistungen die betriebswirtschaftlichen Ziele eines Konzerns zu unterstützen und voranzutreiben.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problembeschreibung
1.2 Ziele
1.3 Zum Begriff Kommunikation
1.4 Forschungsfrage
1.5 Aufbau der Arbeit
1.6 Methode
2 Theoretischer Teil
2.1 Grundlagen und Aspekte der Organisation
2.2 Grundlegendes zum Organisationsbild Konzern
2.3 Die Organisationsstruktur
2.4 Organisation und Umwelt
2.5 Interaktion in Organisationen
2.5.1 Kommunikation und Organisation
2.5.2 Organisation und Motivation
2.5.3 Organisationskultur
2.5.4 Stress
2.6 Erleben und Verhalten in Organisationen
2.6.1 Stellenwert der Arbeit
2.6.2 Rolle des Individuums
2.6.3 Rolle des Managers
2.7 Integration der Organisation
2.8 Erfolg und Effektivität von Organisationen
2.8.1 Verbesserungsbedarf in Organisationen
3 Grundlagen und Aspekte der Kommunikation
3.1 Was ist Kommunikation?
3.2 Abgrenzungen, Disziplinen
3.3 Organisationsbezogene Ansätze
3.4 Der Begriff der Organisationskommunikation
3.5 Der Begriff der Unternehmenskommunikation
3.5.1 Inhalte der Unternehmenskommunikation
3.5.2 Zielgruppen der Unternehmenskommunikation
3.5.3 Elemente und Instrumente der Unternehmenskommunikation
3.5.4 Interkulturelle Aspekte der Unternehmenskommunikation
3.5.5 Der Pressesprecher, ein Akteur der Unternehmenskommunikation
3.5.6 Qualifikation
3.6 Erfolgsmessung in der Kommunikation
3.7 Der Begriff der Integrierten Kommunikation
4 Empirischer Teil
4.1 Methode
4.1.1 Qualitative Empirie
4.2 Gespräche als Experteninterviews
4.2.1 Interpretation der Interviews
4.2.2 Auswahl der Konzerne und deren Experten
4.2.3 Interpretation der einzelnen Interviews
4.2.4 BÖHLER-UDDEHOLM AG, Randolf Fochler
4.2.5 OMV AG, Thomas Huemer
4.2.6 Österreichische Post AG, Michael Homola
4.2.7 voestalpine AG, Wilhelm Nitterl
4.2.8 Wienerberger AG, Thomas Melzer
4.2.9 Wiener Börse, Edith Franc
4.2.10 FAS Research GmbH, Harald Katzmair
5 Schlussfolgerungen
5.1 Design einer weiterführenden, quantitativen empirischen Untersuchung
5.1.1 Motive
5.1.2 Untersuchungsfeld und Untersuchungsform
5.1.3 Partner
Zielsetzung & Themen
Diese Master Thesis zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen Konzernstrukturen und der Arbeit der internen Kommunikationsabteilungen zu analysieren, um eine theoretische sowie praktische Synthese für ein integriertes Kommunikationsmanagement zu entwickeln.
- Strukturanalyse von Konzernen als Organisationen
- Wechselwirkung zwischen Organisationskultur und Kommunikation
- Rolle von Individuen und Netzwerken in der Unternehmenskommunikation
- Qualitative Experteninterviews mit Kommunikationsverantwortlichen österreichischer Konzerne
- Methoden und Herausforderungen der Erfolgsmessung im Kommunikationsmanagement
Auszug aus dem Buch
1.1 Problembeschreibung
Ein berühmtes Zitat von St. Exupery besagt, dass man seinen Leuten die Sehnsucht nach dem Meer beibringen soll, und nicht die konkreten Arbeitsschritte, ein Schiff zu bauen, wenn man das Meer befahren will.
Das gemeinsame Ziel, an dem man mit Emotion hängt, scheint seiner Meinung nach die Hauptrolle bei einer großen Aufgabe zu spielen (St. Exupéry de, 1948, S. 241).
Wesentlich profaner, aber nicht weniger pointiert, vermeldet Fredmund Malik, dass man zum Arzt gehen soll, wenn man Visionen hat, außer, man setzt sie um (Malik in Trend, 3/2001, S. 168ff).
Für Malik steht hier im Vordergrund, dass eine Überzeugung und Idee allein nichts bewegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt die Relevanz der Kommunikation in komplexen Organisationen dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses organisatorischer Eigenschaften auf die Kommunikationsarbeit.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erarbeitet die wissenschaftlichen Grundlagen der Organisationslehre, der Organisationsstruktur und des individuellen Verhaltens innerhalb von sozialen Systemen.
3 Grundlagen und Aspekte der Kommunikation: Hier werden Definitionen und Ansätze der Organisations- und Unternehmenskommunikation sowie deren Instrumente und Ansätze zur Erfolgsmessung diskutiert.
4 Empirischer Teil: Der empirische Abschnitt umfasst die qualitative Untersuchung in Form von Experteninterviews mit Kommunikationsleitern österreichischer Großkonzerne.
5 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst die gewonnenen Erkenntnisse über das Spannungsfeld von Organisation und Kommunikation zusammen und skizziert Ansätze für zukünftige quantitative Forschungsdesigns.
Schlüsselwörter
Unternehmenskommunikation, Konzern, Organisationstheorie, Integrierte Kommunikation, Interne Kommunikation, Experteninterview, Kommunikationsmanagement, Netzwerkanalyse, Organisationskultur, Erfolgsmessung, Strategie, Stakeholder, Unternehmensführung, Prozessorientierung, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Master Thesis untersucht, wie die organisatorischen Rahmenbedingungen und Strukturen eines Konzerns die Arbeit der Abteilung für Unternehmenskommunikation beeinflussen und wie diese Wechselwirkungen gestaltet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Organisationstheorie, das Management von Kommunikationsprozessen, die Rolle von individuellen Mitarbeitern in Netzwerken sowie Ansätze zur Professionalisierung der Kommunikation in großen, börsennotierten Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine neue Perspektive auf das Arbeitsfeld Kommunikation zu gewinnen, indem diese nicht isoliert, sondern als integraler Bestandteil der organisatorischen Identität und Zielerreichung eines Konzerns betrachtet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine fundierte theoretische Literaturanalyse mit einem qualitativen, empirischen Ansatz, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit Kommunikationsleitern aus führenden österreichischen Konzernen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Auseinandersetzung mit Organisationsmodellen (z.B. Holdingstrukturen, Matrixorganisation) über die Definition von Kommunikationsbegriffen bis hin zur praktischen Anwendung und Evaluation von Kommunikationsstrategien im Konzernumfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Unternehmenskommunikation, Konzernstrukturen, Organisationskultur, Integrierte Kommunikation, Experteninterviews und strategisches Kommunikationsmanagement.
Welche spezifischen Erkenntnisse gibt es zum Thema "Pressesprecher"?
Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass der Pressesprecher oft in einer Schnittstellenfunktion agiert, die weit über reine Medienarbeit hinausgeht. Er fungiert als "Brückenkopf", der Strategie und Handlungsfähigkeit zwischen der Konzernleitung und den vielfältigen Teilöffentlichkeiten koordiniert.
Wie bewerten die befragten Experten die Erfolgsmessung?
Die befragten Kommunikationsverantwortlichen stehen einer mathematisch-exakten Erfolgsmessung (ROI) skeptisch gegenüber; sie setzen eher auf qualitative Clipping-Analysen und strategische Imageumfragen, da der direkte monetäre Wert von Kommunikation im Konzernkontext schwer quantifizierbar bleibt.
- Arbeit zitieren
- Mag.iur. MSc Heinrich Sigmund (Autor:in), 2007, Organisation und Management von Kommunikation in Konzernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112408