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Niccolo Machiavellis Begriff der Republik

Title: Niccolo Machiavellis Begriff der Republik

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Siegert (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Der Begriff Machiavellismus wird vielfach verwandt als Vorwurf und synonym
gebraucht mit Bezeichnungen für skrupellose Politik und amoralische Techniken des
Machterhalts. Dies ist sicherlich die in negativster Absicht interpretierte Darstellung
der Werke des florentinischen Staatstheoretikers. In seiner Schrift Il Principe zieht
Machiavelli den Schluss, dass der Führer des Staates nach reinen Machtinteressen
verfahren müsse und in seinem an die Staatsräson gebundenen Handeln selbst über
dem Gesetz stehe. Damit beschreibt Machiavelli allerdings nur das beste Verhalten
des Fürsten in einer absolut krisenhaften Situation. Bezogen auf den Normal-
beziehungsweise den Idealfall lesen sich seine Vorstellungen, wie die Discorsi
zeigen, jedoch ganz anders. Hier zeigt sich Machiavelli als klassischer Vertreter
republikanischer Denkweise, der die Freiheit der Republik als Grundlage eines
lebendigen Gemeinwesens preist.
Diese Arbeit ist dem Republikaner Machiavelli gewidmet und beschäftigt sich mit
der Frage, warum Machiavelli die Republik als die beste Staatsform ansieht und wie
er sie sich konkret vorstellt.
Wichtig zum Verständnis seiner politische Theorie sind sein Geschichtsverständnis
und sein Menschenbild, die gleichsam als Basis seines Denkgebäudes dienen. Diese
werden im ersten Teil der Arbeit vor dem Hintergrund ihrer Entstehung erläutert.
Im Hauptteil werden die sechs Regierungsformen aristotelischen Typs und der
Kreislauf der Staatsformen nach dem Verständnis Machiavellis behandelt, um im
Anschluss in Machiavellis Sinne die Republik als beste Staatsform zu begründen und
deren Wesen idealtypisch zu beschreiben. Schlussendlich soll noch eine
Einschätzung zur Stabilität und den Perspektiven einer machiavellistischen Republik
versucht werden.
Wie kann seine Republik dem Zyklus des Verfalls widerstehen oder zumindest eine
möglichst lange Lebensdauer erreichen? Welche Beispiele gelten ihm als Vorbild?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Machiavellis Menschenbild

2.2 Machiavellis Geschichtsverständnis

3.1 Der Kreislauf der Staatsformen

3.2 Die beste Staatsform ist die Republik

3.3 Auf- und Niedergang der Republik

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Theorie Niccolò Machiavellis mit dem Ziel zu ergründen, warum er die Republik als ideale Staatsform favorisiert und wie er deren strukturelle Ausgestaltung konzipiert. Dabei wird analysiert, wie sein spezifisches Menschenbild und sein Verständnis von Geschichte als theoretische Basis dienen, um die Stabilität eines Gemeinwesens gegen den zyklischen Verfall der Staatsformen zu sichern.

  • Machiavellis anthropologischer Pessimismus und das Menschenbild
  • Die zyklische Geschichtsauffassung als Naturbedingung politischen Handelns
  • Der aristotelische Kreislauf der Staatsformen und dessen Überwindung
  • Die Republik als Mischverfassung zur wechselseitigen Kontrolle
  • Die Bedeutung von Virtu und Ambizione für die Stabilität des Staates
  • Die Rolle des Bürgersoldaten und imperialistische Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Kreislauf der Staatsformen

Am Anfang der Discorsi geht es um die Regierungsformen und deren Entstehung. Machiavelli unterscheidet wie Aristoteles sechs verschiedene Typen, wobei er in drei gute, Monarchie, Aristokratie, Demokratie und drei schlechte, Oligarchie, Anarchie, Tyrannis differenziert.

Die Regierungsformen sind durch Zufall entstanden, nachdem die Menschen ursprünglich, den Tieren ähnlich, sich zum Zweck der besseren Verteidigung zusammenschlossen und den Stärksten und Fähigsten zu ihrem Anführer machten und diesem besonderes Ansehen entgegenbrachten. Mit Gesetzen kleideten sie das Gemeinwesen in eine Form und es entstand der Bergriff der Gerechtigkeit. Die Monarchie war entstanden. Durch den Übergang von der Wahl- auf die Erbmonarchie entartete diese Form der Regierung jedoch schnell zur Tyrannis. Ebenso wird nach Machiavelli die Aristokratie bald zur Oligarchie und die Demokratie wandelt sich in Anarchie. Der Zyklus beginnt, wie oben naturgeschichtlich begründet, mit der Monarchie, die später durch die Erbfolge begünstigt auch zügellose und machtgierige Personen zu Monarchen macht und mithin zur Tyrannis wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Machiavellismus-Begriffs ein und umreißt die Zielsetzung, den Republikaner Machiavelli anhand seines Menschen- und Geschichtsbildes zu beleuchten.

2.1 Machiavellis Menschenbild: Dieses Kapitel erläutert den anthropologischen Pessimismus Machiavellis, der davon ausgeht, dass der Mensch von Natur aus böse, raffgierig und durch Triebe wie Furcht und Liebe bestimmt ist.

2.2 Machiavellis Geschichtsverständnis: Hier wird dargelegt, dass Machiavelli Geschichte nicht linear, sondern als statischen Kreislauf von Ordnung und Verfall begreift, der durch den Kampf zwischen Virtu und Fortuna vorangetrieben wird.

3.1 Der Kreislauf der Staatsformen: Das Kapitel beschreibt den aristotelischen Zyklus der sechs Regierungsformen und Machiavellis Schlussfolgerung, dass jede reine Regierungsform zur Entartung neigt.

3.2 Die beste Staatsform ist die Republik: Dieses Kapitel begründet, warum die Republik als Mischverfassung aus Monarchie, Aristokratie und Demokratie die stabilste Form darstellt, da sie gegenseitige Kontrolle ermöglicht.

3.3 Auf- und Niedergang der Republik: Hier wird analysiert, wie Krisen als Innovationschancen für politische Erneuerer dienen und warum eine Republik durch Rückführung auf ihre Anfänge konserviert werden muss.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Machiavelli ein Vordenker des Republikbegriffs ist, dessen primäres Ziel in der staatlichen Stabilität liegt, auch wenn keine Form auf Dauer gegen den Verfall immun ist.

Schlüsselwörter

Niccolò Machiavelli, Republik, Staatsformen, Kreislauf, Virtu, Fortuna, Discorsi, Il Principe, politische Theorie, Menschenbild, Geschichtsverständnis, Mischverfassung, Stabilität, Gemeinwohl, Ambizione.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Niccolò Machiavellis politisches Denken mit einem Fokus auf seinen Begriff der Republik als bestmöglicher Staatsform zur Sicherung von Ordnung und Stabilität.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Natur, das zyklische Geschichtsverständnis, die Entstehung und der Verfall von Staatsformen sowie die notwendigen Strategien zur Erhaltung einer republikanischen Ordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Machiavelli die Republik gegenüber anderen Regierungsformen bevorzugt und wie er ihre konkrete Ausgestaltung sowie ihre Abwehr gegen Verfallsprozesse plant.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Machiavellis Hauptwerken, insbesondere der Discorsi, unter Einbeziehung relevanter politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Menschen- und Geschichtsbild, dem Kreislauf der Regierungsformen nach aristotelischem Vorbild und der theoretischen Begründung der Republik als Mischverfassung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Republik, Virtu, Ambizione, Fortuna, Mischverfassung, Staatsstabilität und politischer Zirkel.

Warum hält Machiavelli die Republik für überlegen?

Er sieht sie als Mischverfassung, in der sich monarchische, aristokratische und demokratische Elemente gegenseitig kontrollieren, was einseitige Machtentartungen verhindert.

Wie kann eine Republik dem Verfall widerstehen?

Laut Machiavelli durch die Rückkehr zu ihren Ursprüngen und Tugenden, oft angestoßen durch äußere Krisen oder durch einen herausragenden politischen Akteur, den "uomo virtuoso".

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Details

Title
Niccolo Machiavellis Begriff der Republik
College
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Machiavellis politische Theorie
Grade
2,0
Author
Benjamin Siegert (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V112288
ISBN (eBook)
9783640111480
ISBN (Book)
9783640112791
Language
German
Tags
Niccolo Machiavellis Begriff Republik Machiavellis Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Siegert (Author), 2006, Niccolo Machiavellis Begriff der Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112288
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