Sinn einer Grammatik ist es unter anderem, Regeln zu formulieren, wie aus Wörtern Sätze gebildet werden. Sie interessiert sich dabei aber nicht für jedes einzelne dieser gewaltigen Anzahl von Wörtern, sondern versucht, Wörter mit ähnlichen oder gleichen Eigenschaften zu klassifizieren. Diese Arbeit soll sich vor allem mit den unterschiedlichen Möglichkeiten einer Klassifikation der Wörter beschäftigen und einen Einblick in die syntaktischen Kategorien, allen voran den lexikalischen, gewähren. Anhand der „Zehn-Wortarten-Lehre“ der traditionellen Grammatik, sowie der „Fünf-Wortarten-Lehre“ von Hans Glinz aus den 50er Jahren soll näher auf die Zuordnung der Wörter zu Wortarten und auf ihre weitere Subklassifizierung eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
DIE WORTARTEN
1. Möglichkeiten zur Klassifikation von Wörtern
1.1. Semantische Gesichtspunkte
1.2. Klassifikation nach morphosyntaktischen Gesichtspunkten
2. Lexikalische Kategorien
2.1. Die „Zehn-Wortarten-Lehre“ der traditionellen Grammatik
2.2. Die Einteilung in Wortarten nach morphologischen Kriterien (nach Pittner/Berman)
2.3. Die „Fünf-Wortarten-Lehre“ nach Hans Glinz
3. Die Subklassifikation der Wortarten
3.1. Konjugierbare Wortarten
3.1.1. Die Vollverben
3.1.2. Die Hilfsverben (Auxiliare)
3.1.3. Die Modalverben
3.1.4. Kopulaverben
3.2. Deklinierbare Wortarten
3.2.1. Die Substantive/Nomen
3.2.2. Die Adjektive
3.2.3. Die Begleiter oder Stellvertreter
3.3. Unflektierbare Wortarten:
3.3.1. Die Adverbien
3.3.2. Die Präpositionen
3.3.3. Die Konjunktionen
3.3.4. Die Partikel
SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die verschiedenen Ansätze zur Klassifikation von Wörtern im Deutschen, insbesondere anhand der traditionellen Zehn-Wortarten-Lehre und der Fünf-Wortarten-Lehre nach Hans Glinz. Ziel ist es, ein Verständnis für die syntaktischen und lexikalischen Kategorien sowie deren Subklassifizierungen zu schaffen, wobei moderne Ansätze wie die von Pittner und Berman zur Ergänzung und Präzisierung herangezogen werden.
- Semantische und morphosyntaktische Klassifikationskriterien
- Die Zehn-Wortarten-Lehre der traditionellen Grammatik
- Die Fünf-Wortarten-Lehre nach Hans Glinz
- Subklassifikation konjugierbarer, deklinierbarer und unflektierbarer Wortarten
- Distributionelle und morphologische Analysemethoden
Auszug aus dem Buch
3.1.3. Die Modalverben
Modalverben drücken eine Möglichkeit, Notwendigkeit, Fähigkeit, Erlaubnis, etc. aus. Dies sind solche Verben wie können, dürfen, sollen, müssen, wollen, mögen. Beispielsätze: (1)Er musste arbeiten. (2)Sie darf nicht da sein. (3)Peter will ins Kino gehen.
Auffällig bei diesen Sätzen ist, dass die Modalverben immer in Verbindung mit einem infiniten Vollverb (Sätze 1 und 3) oder Kopulaverb (Satz 2) stehen. Eine weitere Besonderheit dieses Verbtyps ist, dass Modalverben ihr Perfekt nicht wie die Vollverben mit dem Partizip II bilden, sondern mit dem Infinitiv. Dieses Phänomen wird auch als „Ersatzinfinitiv“ bezeichnet.
Beispielsatz: (4) Er hat arbeiten müssen. /nicht: gemusst.
Bei den Modalverben unterscheidet man zwei Verwendungsweisen: i) Die deontische, auch subjektbezogene Modalität bezeichnet eine Beziehung zwischen dem Satzsubjekt und dem Sachverhalt. Hierzu können z.B. zählen: Verpflichtung, Notwendigkeit, Erlaubnis, Fähigkeit, Möglichkeit, etc. Beispielsatz: Peter kann/darf/muss arbeiten. ii) Die epistemische, auch inferentielle oder sprecherbezogene Modalität bezeichnet eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung seitens des Sprechers. Beispielsatz: Peter kann/könnte/muss im Kino sein.
Semantisch nah verwandt mit den Modalverben sind die Halbmodalverben. Dazu zählen Wörter wie scheinen, versprechen und drohen. Beispielsatz: Peter scheint ins Kino zu gehen. An diesem Beispielsatz fällt sofort auf, dass sich Halbmodalverben mit dem zu- Infinitiv verbinden. Da sich die Modalverben ja nur mit dem reinen Infinitiv (ohne zu) verbinden, kann man sie so am besten von den Halbmodalverben unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Möglichkeiten zur Klassifikation von Wörtern: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Kriterien zur Einteilung von Lexemen, wobei der Fokus auf semantischen und morphosyntaktischen Aspekten liegt.
2. Lexikalische Kategorien: Hier werden die traditionelle Zehn-Wortarten-Lehre, die Einteilung nach Pittner/Berman sowie die Fünf-Wortarten-Lehre nach Hans Glinz gegenübergestellt.
3. Die Subklassifikation der Wortarten: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der einzelnen Wortklassen, unterteilt in konjugierbare, deklinierbare und unflektierbare Wörter.
Schlüsselwörter
Wortarten, Lexikologie, Syntax, Klassifikation, Zehn-Wortarten-Lehre, Fünf-Wortarten-Lehre, Flektion, Deklination, Konjugation, Morphosyntaktik, Vollverben, Modalverben, Substantive, Adjektive, Partikel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über die Klassifizierung von Wörtern im Deutschen, ausgehend von traditionellen Lehren bis hin zu modernen syntaktischen Ansätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kriterien der Wortklassifikation, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Lehrmodellen und die detaillierte Beschreibung der Subklassen von Verben, Nomen und unflektierbaren Wörtern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der Wortarteneinteilung darzustellen, deren Stärken und Schwächen aufzuzeigen und eine systematische Übersicht der Wortarten zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Analyse vorgenommen, die auf dem Vergleich etablierter Grammatiktheorien basiert, ergänzt durch Beispiele aus der modernen deutschen Syntaxforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Subklassifikation nach der Glinz-Lehre, unterteilt in konjugierbare, deklinierbare und unflektierbare Wortarten, sowie deren jeweilige Besonderheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Wortarten, Flektion, Syntax, Klassifikation, Deklination, Konjugation und die verschiedenen Partikelarten.
Wie unterscheidet Hans Glinz die Wortarten von der traditionellen Grammatik?
Glinz klassifiziert Lexeme anhand ihrer prinzipiellen Zugänglichkeit für flexivische morphologische Prozesse und morphosyntaktische Merkmale, was eine konstantere Systematik bietet als die ältere Lehre.
Was sind Modalpartikel und wie zeichnen sie sich aus?
Modalpartikel drücken die Sprechereinstellung zum Sachverhalt aus, haben keine eigenständige lexikalische Semantik, sind meist unbetont und treten im Mittelfeld des Satzes auf.
Warum ist die eindeutige Zuordnung von Wörtern zu Klassen oft schwierig?
Es existiert eine sogenannte Nicht-Distinktivität, bei der Wörter je nach Verwendung mehreren Kategorien zugeordnet werden können, was eine saubere Trennung oft unmöglich macht.
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- Sophia Schroll (Author), 2008, Die Wortarten im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112215