Wettbewerb oder Konkurrenz ist volkswirtschaftlich der Leistungskampf zwischen unabhängigen Wirtschaftseinheiten am Markt. Anbieter versuchen, möglichst vorteilhaft zu Lasten ihrer Konkurrenten Waren und Dienstleistungen zu verkaufen, Nachfrager umgekehrt versuchen, möglichst günstig zu kaufen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Bedeutung des Wettbewerbs in der Marktwirtschaft, seine Funktionen und die Ursachen und Folgen unzureichenden Wettbewerbs
2. Wettbewerbstheorien, ihre Geschichte und ihre Funktion für die Wettbewerbspolitik
2.1. Traditionelle Wettbewerbstheorien
2.2 Moderne Wettbewerbstheorien
3.Wettbewerbsbeschränkungen:Unternehmenszusammenschlüsse (Kooperationen und Konzentrationen)
3.1. Zielsetzungen von Unternehmenszusammenschlüssen
3.2. Arten der Unternehmenszusammenschlüsse
3.3. Konzerne
3.4. Kartelle
3.5. Sonstige Unternehmenszusammenschlüsse
3.6. Unternehmensverbände
4. Wettbewerbspolitik
5. Rechtliche Grundlagen der Wettbewerbspolitik
6. Wichtige Institutionen der Wettbewerbspolitik
6.1. Das Bundeskartellamt
6.2. Die Monopolkommission
7. Andere Problemfelder der Wettbewerbspolitik: Wettbewerb in der EWG, multinationale Konzerne u.a.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung des Wettbewerbs in einer Marktwirtschaft, analysiert verschiedene Wettbewerbstheorien und beleuchtet die wettbewerbspolitischen Rahmenbedingungen sowie die Rolle der beteiligten Institutionen in Deutschland.
- Funktionen und ökonomische Bedeutung des Wettbewerbs
- Gegenüberstellung traditioneller und moderner Wettbewerbstheorien
- Formen und Zielsetzungen von Unternehmenszusammenschlüssen und Kooperationen
- Staatliche Wettbewerbspolitik und rechtliche Grundlagen
- Aufgaben und Bedeutung von Institutionen wie dem Bundeskartellamt
Auszug aus dem Buch
1. Die Funktion des Wettbewerbs in der Marktwirtschaft, seine Funktionen und die Ursachen und Folgen unzureichenden Wettbewerbs
Wettbewerb oder Konkurrenz ist volkswirtschaftlich der Leistungskampf zwischen unabhängigen Wirtschaftseinheiten am Markt. Anbieter versuchen möglichst vorteilhaft zu Lasten ihrer Konkurrenten Waren und Dienstleistungen zu verkaufen. Nachfrager umgekehrt versuchen möglichst günstig zu kaufen. Dadurch kommt es unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zur Selektion der besten Produkte zu den günstigsten Preisen. Wettbewerb ist das in einer Marktwirtschaft dominierende Verfahren zur Lösung des Problems, was, wie und für wen produziert werden soll.
Wettbewerb hat also eine Verteilungsfunktion: Einkommen werden entsprechend der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und damit entsprechend seinem Leistungsvermögen verteilt. Der Wettbewerb hat darüber hinaus eine Steuerungsfunktion: Die Zusammensetzung des Güterangebots nach den Präferenzen der Konsumenten und die Lenkung der Produktionsfaktoren in effiziente Verwendungen werden bestimmt; und eine Anreizfunktion: der technische Fortschritt und damit die Maximierung des Sozialproduktes werden gefördert. Wettbewerb wirkt dementsprechend unter sozialem Aspekt als gesellschaftliches Sanktionsverfahren und als Kontrollmechanismus, einmal durch die Gewinnchancen, die er eröffnet und zum anderen durch die Verlustdrohung, die bei Leistungsschwäche wirksam wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Bedeutung des Wettbewerbs in der Marktwirtschaft, seine Funktionen und die Ursachen und Folgen unzureichenden Wettbewerbs: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Definition von Wettbewerb sowie dessen zentrale Verteilungs-, Steuerungs- und Anreizfunktionen.
2. Wettbewerbstheorien, ihre Geschichte und ihre Funktion für die Wettbewerbspolitik: Hier werden traditionelle, gleichgewichtsorientierte Modelle modernen Ansätzen gegenübergestellt, die verstärkt den Prozesscharakter des Wettbewerbs betonen.
3.Wettbewerbsbeschränkungen:Unternehmenszusammenschlüsse (Kooperationen und Konzentrationen): Dieses Kapitel analysiert die Motive für Unternehmenskooperationen sowie verschiedene Organisationsformen wie Konzerne, Kartelle und Verbände.
4. Wettbewerbspolitik: Der Abschnitt behandelt die staatlichen Maßnahmen zur Sicherung des Wettbewerbs und gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der deutschen Wettbewerbsordnung nach 1945.
5. Rechtliche Grundlagen der Wettbewerbspolitik: Es werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), und die Herausforderungen bei dessen Anwendung diskutiert.
6. Wichtige Institutionen der Wettbewerbspolitik: Dieser Teil widmet sich der organisatorischen Umsetzung durch Behörden, konkret dem Bundeskartellamt und der Monopolkommission.
7. Andere Problemfelder der Wettbewerbspolitik: Wettbewerb in der EWG, multinationale Konzerne u.a.: Das Kapitel schließt mit einem Ausblick auf internationale Wettbewerbsprobleme sowie Herausforderungen durch multinationale Konzerne und subventionierte Sektoren.
Schlüsselwörter
Wettbewerb, Marktwirtschaft, Wettbewerbspolitik, Unternehmenszusammenschluss, Bundeskartellamt, GWB, Konzerne, Kartelle, Monopolkommission, Leistungskampf, Marktstruktur, Preisbildung, Wirtschaftspolitik, Prozesscharakter, Wirtschaftsordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Wettbewerbs als zentralem Steuerungsmechanismus in der Marktwirtschaft und der staatlichen Politik, die diesen Wettbewerb schützt und reguliert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf Wettbewerbstheorien, den verschiedenen Formen von Unternehmenskonzentrationen, dem deutschen Kartellrecht sowie den Institutionen, die für die Überwachung des Wettbewerbs zuständig sind.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für das Spannungsfeld zwischen der Autonomie wirtschaftlicher Akteure und der staatlichen Notwendigkeit zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie ökonomische Modelle, rechtliche Grundlagen und wirtschaftspolitische Institutionen auf Basis der vorhandenen Fachliteratur zusammenführt und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Wettbewerbstheorien, die Klassifizierung von Unternehmenszusammenschlüssen, den historischen und rechtlichen Rahmen der deutschen Wettbewerbspolitik sowie die Aufgaben spezifischer Behörden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Wettbewerbsordnung, Unternehmenszusammenschlüsse, Kartellverbot, Bundeskartellamt und die funktionale Einteilung des Wettbewerbs.
Welche Bedeutung haben die Unternehmensverbände im Kontext der Wettbewerbspolitik?
Verbände dienen als Interessenvertretungen gegenüber Politik und Verwaltung. Die Arbeit stellt heraus, dass diese eine besondere Rolle bei der ordnungspolitischen Einflussnahme spielen, da sie oft direkter agieren als einzelne Unternehmen.
Warum ist die Arbeit des Bundeskartellamtes laut dem Text kritisch zu betrachten?
Ein zentraler Kritikpunkt, der im Text durch Zitate von Bohling/Marberg angeführt wird, ist die absolute Weisungsgebundenheit des Amtes gegenüber dem Wirtschaftsminister, was in der Theorie dessen Autonomie einschränkt.
Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Überwachung multinationaler Konzerne?
Multinationale Unternehmen entziehen sich oft der Kontrolle, da Preisgestaltungen nur schwer nachvollziehbar sind, Informationen über ausländische Muttergesellschaften fehlen und Absprachen in globalen Märkten kaum beweisbar sind.
- Quote paper
- Martin Gabel (Author), 1990, Marktwirtschaft und Wettbewerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/110721