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Vom natürlichen Monopol zum regulierten Wettbewerb - Der Briefdienst der Deutschen Post

Title: Vom natürlichen Monopol zum regulierten Wettbewerb - Der Briefdienst der Deutschen Post

Diploma Thesis , 2001 , 60 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Claudia Krengel (Author)

Economy - Theory of Competition, Competition Policy
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Veränderungen bestimmen das Wirtschaftsleben zu jeder Zeit. Die derzeit wohl präsenteste Veränderung ist das Zusammenwachsen Europas. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Märkte und Wettbewerbsbedingungen. Immer wieder wird - und das nicht nur von Ökonomen - angemahnt, den Standort Deutschland im sich verschärfenden Wettbewerb zu sichern bzw. seine Wettbewerbsposition zu verbessern. In diesem Kontext wurde auch ein Potential an Effizienzsteigerungen (und Kosteneinsparungen) in der Privatisierung bundeseigener Unternehmen festgestellt, diskutiert und in den letzten Jahren umgesetzt.

Besondere Bedeutung hat in einer Volkswirtschaft der Postsektor als Grundlage des Wirtschaftslebens. Er ist Schnittstelle für alle Bereiche und sichert die Kommunikation. Traditionell gehört dieser Markt zu den am stärksten regulierten Wirtschaftssektoren. Gleichzeitig wird seine Leistungsfähigkeit seit langer Zeit als ungenügend angesehen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch der Postsektor in Deutschland eine Veränderung bzw. einen Wandel durchlebt nämlich die Privatisierung.

Der Postsektor umfasst drei Postmärkte, auf denen Transportdienstleistungen für schriftliche Mitteilungen (Briefe, Zeitschriften und Zeitungen) und Güter (Pakete) bis zu bestimmten Gewichtsgrenzen gehandelt werden. Auf den Märkten für schriftliche Mitteilungen werden die Beförderungsdienstleistungen mit wenigen Ausnahmen aufgrund eines gesetzlich definierten Monopols ausschließlich von der aus der Deutschen Bundespost hervorgegangenen Post AG angeboten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Postmarkt für Briefe bzw. mit dem Briefdienst der Deutschen Post AG - also einem bis heute weitestgehend monopolisierten Markt.

Bis vor wenigen Jahren bestand auf den europäischen Postmärkten kein Wettbewerb. Die Postunternehmen befanden sich im Besitz des Staates oder Landes, wodurch sie die Stellung eines Monopols inne hatten. Die Bürger des Landes - also die Kunden - bezogen die Postdienstleistungen bei einem Anbieter in gegebener Qualität zu einem fixen Preis. Wahlmöglichkeiten gab es keine.

Mit der Schaffung des europäischen Wirtschaftsraumes wurde und wird versucht, diesem Dilemma ein Ende zu setzen. Mit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes wurde im europäischen Parlament auch die Öffnung der Postmärkte beschlossen. Nachdem die Privatisierung des Telekommunikationsmarktes weitestgehend vollzogen ist, steht nun der Postmarkt an [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Post: von der Entstehung bis zum bundeseigenen Unternehmen

2.1 Die Geschichte der Post in Deutschland

2.2 Die Geschichte der Privatisierungsdebatte

2.3 Die jüngste Privatisierungsdebatte

2.4 Zusammenfassung

3. Die normative und die positive Theorie der Regulierung

3.1 Die normative Theorie der Regulierung

3.1.1 Das natürliche Monopol

3.1.1.1 Das Lehrbuchmodell: Der Einproduktfall

3.1.1.2 Das realistischere Modell: Der Mehrproduktfall

3.1.2 Contestable markets und sunk costs

3.1.3 Cross subsidization und cream skimming

3.2 Die positive Theorie der Regulierung

3.3 Zusammenfassung

4. Die Entwicklung der Post: vom bundeseigenen Monopolunternehmen zur Aktiengesellschaft im regulierten Wettbewerb

4.1 Monopol versus Wettbewerb – Argumentationen

4.2 Die schrittweise Reform der Deutschen Bundespost

4.3 Der Stand der Regulierung in Deutschland

4.4 Zusammenfassung

5. Die Endstufe der Umgestaltung: funktionsfähiger Wettbewerb im Briefdienst

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Briefdienstes der Deutschen Post von einem staatlich organisierten natürlichen Monopol hin zu einem regulierten Wettbewerbsmarkt und analysiert dabei die theoretischen Grundlagen der Regulierung sowie die praktischen Reformschritte in Deutschland.

  • Historische Entwicklung des Postwesens in Deutschland
  • Theoretische Grundlagen der Regulierung (normative und positive Theorie)
  • Analyse des natürlichen Monopols und des Wettbewerbs im Briefsektor
  • Strukturreformen der Deutschen Bundespost und aktuelle Regulierungspraxis
  • Bewertung der Marktöffnung und Ausblick auf zukünftige Wettbewerbsszenarien

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Das natürliche Monopol

Ist ein einziges Unternehmen in der Lage, den relevanten Markt zu niedrigeren, kostendeckenden Preisen effizient zu versorgen, als es dies einer größeren Anzahl von Anbietern möglich wäre, liegt ein natürliches Monopol vor.

3.1.1.1 Das Lehrbuchmodell: Der Einproduktfall

Der den folgenden Ausführungen zugrundegelegte neoklassische Modellkontext ist statisch; dynamische Phänomene – neues Wissen, technischer Fortschritt und Innovation – bleiben unberücksichtigt. Es handelt sich um eine langfristige Betrachtung in dem Sinn, als dass alle Kosten variabel sind.

Subadditivität im Einproduktfall

Den Kernpunkt des natürlichen Monopols stellt die sogenannte „Subadditivität“ der Kostenfunktion dar:

Eine Kostenfunktion C(y) bei der die Faktorpreise konstant gehalten werden heißt strikt subadditiv für den Output y für alle Outputniveaus yi, i = 1, ..., n; yi ≠ y, wenn gilt:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläuterung der Bedeutung des Postsektors für die Volkswirtschaft und Vorstellung der Fragestellung bezüglich der Privatisierung und Marktöffnung.

2. Die Entwicklung der Post: von der Entstehung bis zum bundeseigenen Unternehmen: Historischer Rückblick auf die Entstehung des Postwesens und die Diskussionen zur Privatisierung.

3. Die normative und die positive Theorie der Regulierung: Darlegung der theoretischen Analyserahmen, insbesondere des natürlichen Monopols und der bestreitbaren Märkte.

4. Die Entwicklung der Post: vom bundeseigenen Monopolunternehmen zur Aktiengesellschaft im regulierten Wettbewerb: Analyse der tatsächlichen Reformschritte in Deutschland und des aktuellen Regulierungsrahmens.

5. Die Endstufe der Umgestaltung: funktionsfähiger Wettbewerb im Briefdienst: Bewertung der aktuellen Wettbewerbssituation und kritische Betrachtung der verzögerten Marktöffnung.

Schlüsselwörter

Briefdienst, Deutsche Post AG, natürliches Monopol, Regulierung, Privatisierung, Wettbewerb, Subadditivität, Postreform, Universaldienst, Marktöffnung, Exklusivlizenz, Rent-Seeking, Capture-Theorie, Bestreitbare Märkte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Transformationsprozess des Briefdienstes der Deutschen Post von einem staatlichen Monopolunternehmen hin zu einem wettbewerbsorientierten, aber regulierten Akteur im europäischen Kontext.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Postmonopols, den ökonomischen Theorien zur Regulierung natürlicher Monopole sowie der praktischen Umsetzung der Postreformen in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für die staatliche Regulierung des Postsektors zu hinterfragen und zu verstehen, warum sich der Übergang in den Wettbewerb als schrittweiser Prozess gestaltet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Analyserahmen basierend auf der Wohlfahrtsökonomie (normative Theorie) sowie Ansätze der Neuen Politischen Ökonomie (positive Theorie der Regulierung) und der Theorie der bestreitbaren Märkte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Modellierung des natürlichen Monopols (Ein- und Mehrproduktfall), der Capture-Theorie der Regulierung sowie der konkreten Umsetzung der Postreformen I und II in Deutschland.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind natürliche Monopole, Economies of Scale, Sunk Costs, Regulierungsbehörde und die schrittweise Marktöffnung durch Exklusivlizenzen.

Warum ist eine "totale" Privatisierung des Postwesens laut der Arbeit problematisch?

Die Arbeit argumentiert, dass aufgrund der Daseinsvorsorgeverpflichtungen und der Notwendigkeit einer flächendeckenden postalischen Grundversorgung eine ad-hoc Privatisierung die grundgesetzlich geforderte Infrastruktur gefährden würde.

Welchen Einfluss hat die "Capture-Theorie" auf die Interpretation der Regulierung?

Die Capture-Theorie erklärt, warum Regulierungsbehörden dazu neigen, die Interessen der regulierten Industrie zu übernehmen, was häufig zu verzögerten Marktöffnungen führt, da das Monopolunternehmen Begünstigungen wie Exklusivlizenzen erfolgreich verteidigt.

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Details

Title
Vom natürlichen Monopol zum regulierten Wettbewerb - Der Briefdienst der Deutschen Post
College
University of Paderborn  (FB Wirtschaft)
Grade
2,0
Author
Claudia Krengel (Author)
Publication Year
2001
Pages
60
Catalog Number
V10882
ISBN (eBook)
9783638171878
Language
German
Tags
Monopol Regulierung Globalisierung regulierter Wettbewerb normative Theorie positive Theorie Deutsche Post Monopolunternehmen Privatisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Krengel (Author), 2001, Vom natürlichen Monopol zum regulierten Wettbewerb - Der Briefdienst der Deutschen Post, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10882
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