Die vorliegende Arbeit behandelt das Peiniger-Opfer-Verhältnis in Mary Shelleys Frankenstein. Der Roman erschien erstmals 1818 in London und kam 1831 in einer von der Autorin überarbeiteten Neuauflage erneut auf den Markt. Die hier verwendete Ausgabe ist eine Neuauflage der Edition von 18311. Aus der benutzten Sekundär-Literatur sind insbesondere die Arbeiten von Ingeborg Weber hervorzuheben2, die die Thematik ausführlich behandeln. Als weitere Informationsquellen dienten die Vorlesung „Der englische Schauerroman“ sowie das Hauptseminar „Frankenstein: Text und Film“ von Frau Prof. Dr. Ingeborg Weber im Sommersemester 2001 an der Ruhr-Universität- Bochum. Im Folgenden soll zunächst ein Überblick über die Entwicklung des Peiniger- Opfer-Verhältnisses im englischen Schauerroman gegeben werden. Danach sollen die Charaktere von Victor Frankenstein und dem Monster daraufhin untersucht werden, inwiefern ihre Rollen dem Schema des Peinigers bzw. des Opfers entsprechen. Schließlich wird ihre wechselseitige Beziehung zueinander unter Berücksichtigung des ,Doppelgängermotivs′ untersucht.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Die Entwicklung des Peiniger-Opfer-Verhältnisses in der Gattungsentwicklung
- A. Der archetypische Schurke
- B. Das reversible Peiniger-Opfer-Verhältnis
- III. Das Peiniger-Opfer-Verhältnis von Frankenstein und seiner Kreatur
- A. Victor Frankenstein
- B. Frankensteins Kreatur
- C. Das Doppelgängermotiv bei Frankenstein und seiner Kreatur
- IV. Schlußzusammenfassung
- V. Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das Peiniger-Opfer-Verhältnis in Mary Shelleys Frankenstein, einem Roman, der erstmals 1818 erschien und 1831 in einer überarbeiteten Neuauflage veröffentlicht wurde. Die Arbeit analysiert, wie das Peiniger-Opfer-Verhältnis in der Gattungsentwicklung des Schauerromans entstanden ist und wie es in der Beziehung zwischen Victor Frankenstein und seiner Kreatur dargestellt wird. Darüber hinaus wird die Rolle des Doppelgängermotivs in dieser Beziehung beleuchtet.
- Die Entwicklung des Peiniger-Opfer-Verhältnisses im Schauerroman
- Die Charakterisierung von Victor Frankenstein als Peiniger
- Die Charakterisierung der Kreatur als Opfer
- Die wechselseitige Beziehung zwischen Frankenstein und seiner Kreatur
- Das Doppelgängermotiv als zentrales Element der Beziehung
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung
Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor: das Peiniger-Opfer-Verhältnis in Mary Shelleys Frankenstein. Sie gibt einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Romans und die verwendeten Ausgaben sowie die relevanten Sekundärquellen. Zudem skizziert sie den Aufbau der Arbeit.
II. Die Entwicklung des Peiniger-Opfer-Verhältnisses in der Gattungsentwicklung
Dieser Abschnitt beleuchtet die Entwicklung des Peiniger-Opfer-Verhältnisses in der Gattung des Schauerromans, beginnend mit dem archetypischen Schurken in Horace Walpoles "Castle of Otranto" und der Unterscheidung zwischen der "Terror School" und der "Horror School".
III. Das Peiniger-Opfer-Verhältnis von Frankenstein und seiner Kreatur
Dieses Kapitel untersucht die Beziehung zwischen Victor Frankenstein und seiner Kreatur im Hinblick auf das Peiniger-Opfer-Verhältnis. Es analysiert die Charaktere beider Figuren und ihre jeweiligen Rollen innerhalb dieser Beziehung. Darüber hinaus wird das Doppelgängermotiv beleuchtet, das eine zentrale Rolle in der Interaktion zwischen Frankenstein und seiner Kreatur spielt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Themen des Schauerromans, dem Peiniger-Opfer-Verhältnis, der Doppelgängerfigur, sowie der psychologischen und moralischen Aspekte der Schöpfung und Verantwortung in Mary Shelleys Frankenstein. Weitere wichtige Begriffe sind die "Terror School", die "Horror School", Victor Frankenstein, die Kreatur und die Interaktion zwischen beiden Figuren.
Wer übernimmt in Mary Shelleys Frankenstein die Rolle des Peinigers?
Die Rollen sind wechselseitig: Zunächst ist Victor Frankenstein der Peiniger, der seine Kreatur verstößt. Später wird die Kreatur zum Peiniger ihres Schöpfers, indem sie dessen Leben zerstört.
Was ist das Doppelgängermotiv in diesem Roman?
Das Doppelgängermotiv beschreibt die tiefe psychologische Verbindung zwischen Frankenstein und seiner Kreatur. Sie spiegeln gegenseitig ihre Einsamkeit, ihren Hass und ihre Verzweiflung wider.
Wie entwickelte sich das Peiniger-Opfer-Verhältnis im Schauerroman?
Es entwickelte sich vom archetypischen, rein bösen Schurken hin zu komplexeren, reversiblen Beziehungen, in denen die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen.
Warum wird die Kreatur oft als Opfer gesehen?
Die Kreatur wird als Opfer ihrer sozialen Isolation und der mangelnden Verantwortung ihres Schöpfers dargestellt. Sie ist von Natur aus nicht böse, sondern wird durch Ablehnung dazu gemacht.
Was ist der Unterschied zwischen der „Terror School“ und der „Horror School“?
Die „Terror School“ (z. B. Ann Radcliffe) setzt auf psychologische Spannung und das Ungewisse, während die „Horror School“ (z. B. Matthew Lewis) physisches Grauen und Schockelemente betont.