Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, die Auswirkungen des ersten Fünfjahresplans der Sowjetunion in groben Umrissen vorzustellen. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Region der Ukraine und die aus diesem Plan resultierende Hungersnot gelegt.
Im kollektiven Gedächtnis der Ukraine wird die Hungersnot von 1932/33 als Holodomor bezeichnet, was frei übersetzt „Tötung durch Hunger“ bedeutet. Unter Stalins Kollektivierungspolitik herrschte paradoxerweise besonders in den getreidereichen Gebieten der UdSSR eine Hungersnot, in der sechs bis sieben Millionen Menschen ihr Leben verloren. Da keine Sterbelisten geführt wurden, sind genaue Opferzahlen bis zum heutigen Tag unbekannt. Das ukrainische Schwarzerdegebiet war am heftigsten von der Hungersnot betroffen. Mehr als die Hälfte aller Opfer waren Ukrainer.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Schlüsselfiguren
- Wladimir Iljitsch Lenin
- Leo Trotzki
- Josef Stalin
- Vom Leninismus zum Stalinismus
- Oktoberumsturz und Bürgerkrieg
- Die Gründung der UdSSR
- Neue Ökonomische Politik (NÖP)
- Stalins Machtergreifung
- Stalinismus
- Fünfjahresplan
- Ziele
- Kollektivierung und Kulakenverfolgung
- Propaganda
- Auswirkungen auf die Bevölkerung
- Holodomor
- Urbanisierung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit beleuchtet den Einfluss des Ersten Fünfjahresplans der Sowjetunion auf die Bevölkerung. Sie analysiert die Entstehung der Planwirtschaft und deren Umsetzung unter Stalin, wobei insbesondere die Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen in den Vordergrund gerückt werden.
- Der Aufstieg des Stalinismus und die Abkehr vom Leninismus
- Die Einführung des Ersten Fünfjahresplans und seine Ziele
- Die Folgen der Kollektivierung der Landwirtschaft und der Verfolgung der Kulaken
- Die Propaganda des Sowjetregimes
- Die Auswirkungen auf die Bevölkerung, wie z.B. der Holodomor und die Urbanisierung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung gibt einen Überblick über die Situation in Russland zu Beginn des Jahres 1917, mit Fokus auf die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs und der Februarrevolution. Das Kapitel über Schlüsselfiguren beleuchtet die wichtigsten Akteure der bolschewikischen Partei, insbesondere Lenin, Trotzki und Stalin, und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Sowjetunion. Im Kapitel "Vom Leninismus zum Stalinismus" wird die Entstehung des Stalinismus im Kontext der Oktoberrevolution, des Bürgerkriegs und der neuen Ökonomischen Politik (NÖP) beschrieben. Das Kapitel über den Fünfjahresplan beleuchtet die Ziele und Maßnahmen dieser Planwirtschaft, einschließlich der Kollektivierung der Landwirtschaft und der Propaganda des Sowjetregimes.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Seminararbeit sind: Erster Fünfjahresplan, Sowjetunion, Stalinismus, Kollektivierung, Kulakenverfolgung, Propaganda, Holodomor, Urbanisierung, Oktoberrevolution, Leninismus, Bolschewismus.
Was war das Ziel des ersten Fünfjahresplans der Sowjetunion?
Der Plan (1928–1932) zielte auf eine rasche Industrialisierung der UdSSR und die vollständige Kollektivierung der Landwirtschaft ab, um den Staat wirtschaftlich und militärisch unabhängig zu machen.
Was versteht man unter dem „Holodomor“?
Holodomor bedeutet „Tötung durch Hunger“. Es bezeichnet die menschengemachte Hungersnot in der Ukraine 1932/33, der Millionen von Menschen zum Opfer fielen, als Folge von Stalins rücksichtsloser Getreidebeschlagnahmung.
Wer waren die „Kulaken“ und warum wurden sie verfolgt?
Als Kulaken wurden wohlhabendere Bauern bezeichnet. Stalin sah in ihnen Klassenfeinde, die der Kollektivierung im Weg standen. Die „Entkulakisierung“ führte zu Deportationen, Enteignungen und Exekutionen.
Wie wirkte sich die Urbanisierung während des Fünfjahresplans aus?
Millionen von Menschen flohen vor dem Hunger oder wurden für die neue Schwerindustrie in die Städte geholt. Dies führte zu rasantem Städtewachstum, aber auch zu katastrophalen Wohnbedingungen.
Welche Rolle spielte die Propaganda des Sowjetregimes?
Die Propaganda inszenierte den Fünfjahresplan als glorreichen Erfolg und verschleierte die Hungersnot und die massiven Opferzahlen vor der Weltöffentlichkeit und der eigenen Bevölkerung.