Auf den ersten Blick erscheinen die Grenzen zwischen der Darlegung der demokratischen Grundlagen und dem Ausüben von politischem Einfluss undurchsichtig, doch es gibt Regeln, wie die Lehrpersonen ihren Unterricht ausüben sollen. Diese Abhandlung wird sich mit den Kontroversen rundum das Thema Neutralität im Bildungswesen beschäftigen, beispielsweise auch mit dem AfD-Online-Portal "Informationsportal Neutrale Schulen".
Die Lehrpersonen in einer Schule haben den Bildungsauftrag die SuS zu demokratischen, selbstdenkenden Erwachsenen heranzuziehen. Beispielsweise der Geschichtsunterricht und der Politik- und Wirtschaftsunterricht sind Orte, an denen dieses Bildungsziel in Angriff genommen wird. Hierbei beschränkt sich der Unterricht nicht nur auf die Darlegung der Ereignisse. Es geht vielmehr um eine kritische Auseinandersetzung mit den Weltgeschehnissen in der Vergangenheit und der Gegenwart. Spricht die Lehrperson über derzeitige Entwicklungen, so ist sie dazu verpflichtet dies auf eine neutrale Weise zu tun. Doch was bedeutet neutral in diesem Kontext?
Es ist gesetzlich festgelegt, dass eine Lehrperson keinen politischen Einfluss auf die SuS ausüben und keine Partei diskreditieren darf. Somit sind die Lehrpersonen bezüglich ihres Äußerungsrechts eingebunden und sind zur politischen Neutralität verpflichtet. Da Lehrkörper vom Staat angestellt sind, haben sie eine besondere Funktion und auch gerade durch ihre Position als Autoritätsperson für die SuS haben sie Einfluss auf den Willensbildungsprozess. Es stellt sich nun die Frage, wie die Lehrperson parteipolitisch neutral bleiben und trotzdem das Grundgesetz schützen kann. Da es immer noch Parteien gibt, die ganz offenkundig ihr Programm so aufgestellt haben, dass es gegen die Inhalte des demokratischen Staates geht.
Lehrpersonen haben das Recht auf freie Meinungsäußerung, müssen jedoch Zurückhaltung bei der Betreibung von eigener Politik ausüben. Die Werteordnung muss jedoch trotzdem von der Lehrkraft vorgelebt werden. Des Weiteren müssen die Lehrkräfte sich dazu verpflichten, dass sie die demokratische Verfassung schützen und ihre Werte weitergeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitende Worte
- Gesetzlicher Rahmen für den Umgang mit politischen Themen
- Von einer Nation geprägte kulturelle Wertvorstellungen
- Problematik des Beutelsbacher Konsens
- Kontroversen bezüglich des Neutralitätsgebots
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der Neutralität im Bildungswesen, insbesondere im Kontext der politischen Bildung an Schulen. Sie analysiert den Beutelsbacher Konsens und dessen Relevanz in der heutigen Zeit. Die Arbeit zielt darauf ab, die Problematik des Neutralitätsgebots im Kontext der politischen Bildung in Schuleinrichtungen zu beleuchten und mögliche Herausforderungen für Lehrkräfte zu diskutieren.
- Der Beutelsbacher Konsens und dessen Bedeutung für politische Bildung
- Der gesetzliche Rahmen für den Umgang mit politischen Themen in der Schule
- Kulturelle Wertvorstellungen und deren Einfluss auf die politische Bildung
- Kontroversen rund um das Neutralitätsgebot
- Mögliche Handlungsoptionen für Lehrkräfte im Kontext des Neutralitätsgebots
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitende Worte
Die Einleitung stellt den Beutelsbacher Konsens vor und skizziert die Problematik der politischen Bildung in der Schule. Sie beleuchtet die Herausforderung, Schülerinnen und Schüler zu demokratischen, selbstdenkenden Erwachsenen heranzuziehen, ohne dabei eine politische Position zu vertreten. Die Einleitung betont die Bedeutung der Neutralität im Unterricht und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Lehrkräfte.
Gesetzlicher Rahmen für den Umgang mit politischen Themen
Dieses Kapitel beleuchtet den rechtlichen Rahmen für die politische Bildung an Schulen. Es beschreibt die drei Maßnahmen des Beutelsbacher Konsenses - das Kontroversitätsgebot, das Überwältigungsverbot und die Einordnung politischer Ereignisse - und erläutert deren Bedeutung für den Unterricht. Das Kapitel beleuchtet zudem die schwierige Balance zwischen politischer Neutralität und der Förderung demokratischen Denkens.
Von einer Nation geprägte kulturelle Wertvorstellungen
Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle kultureller Wertvorstellungen in der politischen Bildung. Es zeigt, wie unterschiedliche Herkunftsfamilien und kulturelle Hintergründe die politische Sensibilität und Denkweise von Schülerinnen und Schülern prägen können. Der Text betont die Bedeutung der familiären Sozialisation und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Politik.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Beutelsbacher Konsens, Neutralität, Kontroversitätsgebot, Überwältigungsverbot, Demokratie, Schulbildung, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, politische Meinungsbildung, kulturelle Wertvorstellungen, politische Kultur, AfD-Online-Portal, „Informationsportal Neutrale Schulen“
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Die Neutralität im Rahmen der Bildungseinrichtung Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060815