Stehen Sie am Scheideweg unternehmerischer Entscheidungen und suchen nach dem Schlüssel zum Verständnis komplexer Unternehmenszusammenschlüsse? Dieses Werk navigiert Sie durch das Labyrinth der Kooperations- und Konzentrationsformen, von den subtilen Vereinbarungen eines Konsortiums bis hin zu den weitreichenden Implikationen einer Fusion. Entdecken Sie die feinen Unterschiede zwischen Kartellen niederer und höherer Ordnung, und ergründen Sie die Mechanismen von Preis-, Gebiets- und Quotenkartellen. Erfahren Sie, wann und wie der Bundeswirtschaftsminister Kartelle genehmigen kann, und welche Ausnahmen vom Kartellverbot gelten. Tauchen Sie ein in die Welt der anmeldepflichtigen und genehmigungspflichtigen Kartelle, von Konditionen- und Rabattkartellen bis hin zu Spezialisierungs- und Strukturkrisenkartellen. Verstehen Sie die Funktionsweise von Syndikaten und ihre Rolle bei der gemeinsamen Vermarktung. Erkunden Sie die vielfältigen Formen von Konzernen, von vertikalen und horizontalen bis hin zu Mischkonzernen, und analysieren Sie die Dynamik von Unterordnungs- und Gleichordnungskonzernen. Schließlich enthüllen Sie die transformative Kraft von Fusionen, von der Verschmelzung durch Neugründung bis zur Verschmelzung durch Aufnahme, und lernen Sie, wie Fusionen dem Kartellgesetz unterliegen. Dieses Buch ist Ihr unverzichtbarer Begleiter, um die strategischen Überlegungen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Unternehmenszusammenschlüssen zu meistern und fundierte Entscheidungen für Ihren unternehmerischen Erfolg zu treffen. Es bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit und Konzentration von Unternehmen, einschliesslich Konsortien, Kartellen (mit ihren verschiedenen Arten wie Preis-, Gebiets- und Quotenkartellen), Konzernen (vertikale, horizontale und Mischkonzerne) und Fusionen. Besondere Aufmerksamkeit wird den rechtlichen Aspekten geschenkt, insbesondere dem Kartellrecht und den Ausnahmen vom Kartellverbot. Zudem werden die Unterschiede zwischen anmeldepflichtigen und genehmigungspflichtigen Kartellen sowie die verschiedenen Arten von Konzernen (Unterordnungs- und Gleichordnungskonzerne) erläutert. Abschliessend werden die verschiedenen Arten von Fusionen und ihre Auswirkungen auf die Unternehmensstruktur beleuchtet.
Unternehmenszusammenschlüsse
Kooperationsform: -Unternehmen verpflichten sich durch Verträge zur Zusammenarbeit -geben aber ihre wirt. Selbständigkeit nur zum Teil auf wichtig: Konsortium, Kartell
Konzentrationsform: - Unternehmen geben ihre rechtliche und/oder wirtschaftliche Selbständigkeit auf um einer zentralen Leitung unterstellt zu werden wichtig: Konzern, Fusion
Kooperationsformen
Konsortium
- entspricht der Arbeitsgemeinschaft
- insbesondere bei Banken ( Bankenkonsortium )
- Zusammenschluss zur Durchführung bestimmter, genau abgegrenzter Aufgaben (z.B. Wertpapieremission)
⇒ Risikoverteilung
⇒ Zusammenfassung von Finanzkraft und Platzierungsmöglichkeiten
Kartell
Ein Kartell ist ein vertraglicher Zusammenschluss von Unternehmen des gleichen Wirtschaftszweiges und der gleichen Wirtschaftsstufe.
Die Unternehmen bleiben rechtlich selbstständig, aber sie geben einen Teil ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit auf.
Durch den Kartellvertrag entsteht eine nach außen hin nicht in Erscheinung tretende Vereinigung ( Kartell niederer Ordnung)in der Rechtsform der GbR. Häufig wird aber die Geschäftsführung auf einen eigenen Rechtsträger z.B. eine GmbH ausgegliedert (Kartell höherer Ordnung).
Verbotene Kartelle
Preiskartelle: Verträge der Kartellmitglieder, in denen die Höhe des Verkaufspreises der Produkte festgelegt wird
Gebietskartelle: hier erfolgt die Zuteilung von bestimmten Absatzgebieten an die Kartellmitglieder Quotenkartelle: Vereinbarungen über die Höhe des Absatzes und der Produktion werden getroffen Die Quoten sind so bemessen, dass eine künstliche Verknappung des Gutes am Markt erzeugt wird
Ausgenommen vom Kartellverbot sind Kartelle, bei denen gesamtwirtschaftliche Vorteile die Nachteile der Wettbewerbsbeschränkung überwiegen.
Mit dieser Begründung kann der Bundeswirtschaftsminister jedes Kartell genehmigen (Ministerkartell).
Ausnahmen sind auch zulässig wenn das Kartellgesetz sie selbst gestattet.
Unterschieden wird in:
Anmeldepflichtige Kartelle
Kartelle, die zwar bei der Kartellbehörde angemeldet werden müssen, aber grundsätzlich erlaubt sind.
Konditionenkartelle: Verträge und Beschlüsse, die die einheitliche Anwendung von allgemeinen Geschäfts-, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen zum Inhalt haben
Rabattkartelle: Verträge über Rabatte bei Lieferung von Waren
Normungs- und Typungskartelle: man vereinbart Regeln über die einheitliche Anwendung von Normen und Typen
führen zur Vereinheitlichung von Einzelteilen und Fertigerzeugnissen
Spezialisierungskartelle: Verträge, die die Rationalisierung durch Spezialisierung zum Gegenstand haben.
Genehmigungspflichtige Kartelle
- bedürfen nicht nur der Anmeldung
- sondern zusätzlich einer besonderen Erlaubnis der Kartellbehörde bedürfen.
Strukturkrisenkartelle: Verträge die die Überwindung einer Strukturschwäche einer Branche zum Inhalt haben.
-Produktionsbeschränkungen können festgelegt werden,
-damit eine planmäßige Anpassung an einen veränderten Bedarf erfolgen kann.
Rationalisierungskartelle: Um die Leistungsfähigkeit der beteiligten Betriebe in technischer oder organisatorischer Beziehung zu verbessern und dadurch eine bessere Befriedigung der Nachfrage zu erreichen
Syndikate: Der Absatz der Kartellmitglieder erfolgt über eine gemeinsame Verkaufsorganisation.
Das Syndikat verkauft die Produkte der einzelnen Unternehmer zu einem Einheitspreis, die erzielten Gewinne werden an die Kartellmitglieder verteilt.
Konzentrationsformen
Konzern
Zusammenschluss mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen unter einheitlicher wirtschaftlicher Leitung. Nach der wirtschaftlichen Zielsetzung des Unternehmenszusammenschlusses unterscheidet man :
Vertikale Konzerne: Unternehmen aufeinander folgenden Produktionsstufen schließen sich zusammen.
z.B. ein Unternehmen der Holzverarbeitung bis hin zu einem Unternehmen der Papierherstellung
Horizontale Konzerne: Unternehmen mit artverwandtem Leistungsangebot (aus der gleichen Branche) schließen sich zusammen
z.B. mehrere Kaufhäuser schließen sich zu einem Konzern zusammen
Mischkonzerne/anorganische Konzerne: Unternehmen verschiedener Branchen schließen sich zusammen
z.B. Brauerei und Verlag
Der Unterordnungskonzern
Ein herrschendes und mindestens ein abhängiges Unternehmen werden unter der einheitlichen Leitung des herrschenden Unternehmens zusammengefasst.
Man spricht von einem herrschenden Unternehmen, wenn dies den Mehrheitsbesitz (Beteiligung von mind. 50%)an einem anderen hat. Man unterscheidet:
-faktischer Konzern: - basiert auf dem Stimmrecht aus einer Mehrheitsbeteiligung
-Vertragskonzern: - basiert auf dem Abschluss eines Beherrschungsvertrages
-Eingliederungskonzern: - basiert auf einer Beteiligung von mindestens 95% am Grundkapital der Untergesellschaft
-Beschließt die Hauptversammlung die Eingliederung scheiden die Minderheits- gesellschafter gegen eine angemessene Abfindung aus der Untergesellschaft aus.
Der Gleichordnungskonzern
Basiert ebenfalls auf einheitlicher Leitung, diese resultiert aber nicht aus einem Abhängigkeitsverhältnis, sondern auf einer vertraglichen Absprache von mindestens zwei gleichgeordneten Unternehmen.
Kommt relativ selten vor; ist also von Untergeordneter praktischer Bedeutung.
Fusion (Trust)
Zusammenschluss von Unternehmen, die sich unter Aufgabe der rechtlichen und wirtschaftlichen Selbständigkeit vereinigen (fusionieren).
Nach der Fusion (Verschmelzung) besteht nur noch ein rechtlich selbständiges Unternehmen.
Verschmelzung durch Neugründung
- Die Vermögen der alten Unternehmen A und B gehen auf ein neugegründetes Unternehmen C über.
- Die Anteilseigner tauschen ihre Aktien gegen neue C-Aktien.
- Die alten Gesellschaften erlöschen.
Verschmelzung durch Aufnahme
- Das Vermögen des Unternehmens A geht auf das bereits bestehende Unternehmen B über.
- Die A-Aktionäre tauschen A-Aktien gegen B-Aktien.
Fusionen spielen nicht nur als Zusammenschluss bisher unverbundener Unternehmen eine Rolle, sie kommen auch bei Umstrukturierung von Konzernen z.B. in Form der Verschmelzung der Tochter- mit der Muttergesellschaft (up-stream-merger) oder im umgekehrten Fall (down-stream-merger) vor.
Ebenso wie Kartelle unterliegen Fusionen dem Kartellgesetz.
-Fusion muss durch Kartellamt genehmigt werden.
Quellen:
Verlag Vahlen; Günter Wöhe: Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre
Klett; B. Weidmann: Allgemeine Wirtschaftslehre
Häufig gestellte Fragen
Was sind Unternehmenszusammenschlüsse und welche Formen gibt es?
Unternehmenszusammenschlüsse umfassen Kooperationen und Konzentrationen. Kooperationen basieren auf vertraglicher Zusammenarbeit, wobei die Unternehmen ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit teilweise beibehalten (z.B. Konsortium, Kartell). Konzentrationen hingegen führen zur Aufgabe der rechtlichen und/oder wirtschaftlichen Selbstständigkeit unter einer zentralen Leitung (z.B. Konzern, Fusion).
Was ist ein Konsortium und wie funktioniert es?
<Ein Konsortium ist eine Arbeitsgemeinschaft, häufig bei Banken anzutreffen. Es dient der Durchführung bestimmter, abgegrenzter Aufgaben, wie z.B. der Wertpapieremission. Ziele sind die Risikoverteilung und die Zusammenfassung von Finanzkraft und Platzierungsmöglichkeiten.
Was ist ein Kartell und welche Arten von Kartellen gibt es?
Ein Kartell ist ein vertraglicher Zusammenschluss von Unternehmen des gleichen Wirtschaftszweiges und der gleichen Wirtschaftsstufe. Die Unternehmen bleiben rechtlich selbstständig, geben aber einen Teil ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit auf. Verbotene Kartelle umfassen Preiskartelle, Gebietskartelle und Quotenkartelle. Es gibt auch anmeldepflichtige (Konditionen-, Rabatt-, Normungs-, Spezialisierungskartelle) und genehmigungspflichtige Kartelle (Strukturkrisen-, Rationalisierungskartelle).
Was ist ein Konzern und welche Konzernarten werden unterschieden?
Ein Konzern ist ein Zusammenschluss mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen unter einheitlicher wirtschaftlicher Leitung. Man unterscheidet vertikale (aufeinanderfolgende Produktionsstufen), horizontale (artverwandtes Leistungsangebot) und Mischkonzerne (verschiedene Branchen). Es gibt auch Unterordnungskonzerne (herrschendes und abhängiges Unternehmen) und Gleichordnungskonzerne (vertragliche Absprache gleichgeordneter Unternehmen).
Was ist eine Fusion (Trust) und wie läuft sie ab?
Eine Fusion ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die sich unter Aufgabe der rechtlichen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit vereinigen. Es gibt die Verschmelzung durch Neugründung (Vermögen auf neugegründetes Unternehmen) und die Verschmelzung durch Aufnahme (Vermögen auf bereits bestehendes Unternehmen). Fusionen unterliegen dem Kartellgesetz und müssen vom Kartellamt genehmigt werden.
Welche Rolle spielt das Kartellgesetz bei Unternehmenszusammenschlüssen?
Kartelle und Fusionen unterliegen dem Kartellgesetz. Kartelle, bei denen gesamtwirtschaftliche Vorteile die Nachteile der Wettbewerbsbeschränkung überwiegen, können genehmigt werden. Fusionen müssen vom Kartellamt genehmigt werden.
Was ist ein Syndikat?
Ein Syndikat ist eine Form des Kartells, bei dem der Absatz der Kartellmitglieder über eine gemeinsame Verkaufsorganisation erfolgt. Das Syndikat verkauft die Produkte zu einem Einheitspreis, und die erzielten Gewinne werden an die Kartellmitglieder verteilt.
Was ist der Unterschied zwischen faktischem Konzern, Vertragskonzern und Eingliederungskonzern?
Der faktische Konzern basiert auf dem Stimmrecht aus einer Mehrheitsbeteiligung. Der Vertragskonzern basiert auf dem Abschluss eines Beherrschungsvertrages. Der Eingliederungskonzern basiert auf einer Beteiligung von mindestens 95% am Grundkapital der Untergesellschaft.
Was sind Konditionenkartelle, Rabattkartelle, Normungs- und Typungskartelle, Spezialisierungskartelle?
Konditionenkartelle regeln einheitliche Geschäfts-, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen. Rabattkartelle betreffen Vereinbarungen über Rabatte bei Lieferung von Waren. Normungs- und Typungskartelle vereinbaren einheitliche Normen und Typen. Spezialisierungskartelle zielen auf Rationalisierung durch Spezialisierung.
Was sind Strukturkrisenkartelle und Rationalisierungskartelle?
Strukturkrisenkartelle dienen der Überwindung einer Strukturschwäche einer Branche, z.B. durch Produktionsbeschränkungen. Rationalisierungskartelle verbessern die Leistungsfähigkeit der Betriebe in technischer oder organisatorischer Beziehung, um die Nachfrage besser zu befriedigen.
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- Michael Seitz (Author), 2001, Unternehmenszusammenschlüsse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/105549