Das erklärte Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu beantworten, wie Partizipation und Teilhabe im Zuge eines freiheitlich-demokratischen Unterrichts (didaktisch-methodisch) aussehen kann. Dazu wurde die folgende Leitfrage formuliert: Wie kann Partizipation im Rahmen von Schule aussehen?
Um die Leitfrage zu beantworten wurden Begriffe, die im Kontext von Partizipation und Bildung von tragender Rolle sind, geklärt und einer Analyse unterzogen. In der Erarbeitung dieser Begriffe zeigte sich, dass ein demokratischer Unterricht nicht ohne die Partizipation aller Individuen geschehen kann. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass Partizipation besonders in der inklusiven Bildung eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet. In der Mündigkeitserziehung und Bildung liegt ein enormes Potenzial – ein Potenzial, welches nach aktuellem Stand noch nicht vollständig erkannt oder gar ausgeschöpft zu sein scheint.
Um das Potenzial zu verdeutlichen, wurden zwei verschiedene didaktische Modelle aus der Sonderpädagogik vorgestellt. Anschließend wurde eine eigene Unterrichtsstunde vorgestellt, in derer diese Modelle Verwendung finden. Im Rahmen der Sequenz sollen die Schüler_Innen durch das gemeinschaftliche Erstellen von Klassenregeln Demokratie erleben und erlernen. Die Unterrichtsstunde wurde entsprechend vorher betrachteter Inhalte analysiert und reflektiert. Dies ist notwendig, um einen weiteren Blick auf die Leitfrage zu finden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsklärung
- Der Begriff der Partizipation - eine Annäherung
- Formen der Partizipation
- Grundvoraussetzungen der Partizipation
- Die Modelle von HART, GERNERT und WRIGHT, BLOCK, UNGER im Vergleich
- Die Modelle: Implikationen für die Schule
- Aspekte des Demokratielernens in Schule
- Die Begriffe der Inklusion und Integration - ein Vergleich
- Unterschiedliche Sichtweise auf Inklusion und Integration
- Aufkommende Problemstellen im Zuge der Inklusion
- Der Begriff der Partizipation - eine Annäherung
- Demokratie und Mündigkeitserziehung
- Demokratisierung
- Asymmetrie von Macht im pädagogischen Kontext
- Deutungsansatz zur Mündigkeit
- Mündigkeit und Partizipation
- Partizipation im Unterricht
- Bildung und Partizipation
- Interpretation Humboldts freiheitlicher Bildung
- Partizipation, Inklusion und demokratische Bildung - eine Analyse
- Rechtliche Grundlage der Partizipation und deren Deutung
- Demokratieförderung in KiTa und Schule
- Demokratieförderung in KiTa
- Demokratieförderung in der Schule
- Ansätze zur Demokratiebildung
- Der Aushandlungsprozess
- Unterrichtsmodell der subjektiven Didaktik
- Demokratie in der Schule am Beispiel von Klassenregeln
- Sachanalyse: Klassenregeln
- Beschreibung der Lernergruppe und des Lernortes
- Stundenplanung
- Die didaktisch-methodische Analyse
- Bildung und Partizipation
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Partizipation und Teilhabe im Kontext eines freiheitlich-demokratischen Unterrichts gestaltet werden können.
- Definition und Analyse des Begriffs der Partizipation im Bildungsbereich
- Vergleich verschiedener Modelle zur Partizipation und deren Implikationen für die Schule
- Zusammenhang zwischen Inklusion, Integration und Partizipation
- Die Rolle der Mündigkeitserziehung für Partizipation und Demokratieentwicklung in der Schule
- Entwicklung und Analyse eines Unterrichtsmodells, das die Partizipation von Schüler*innen im Klassenraum fördert
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Arbeit widmet sich einer Begriffsklärung von Partizipation im Bildungsbereich. Es werden verschiedene Formen der Partizipation vorgestellt und die Voraussetzungen für eine gelingende Partizipation analysiert. Im Fokus stehen dabei die Modelle von HART, GERNERT und WRIGHT, BLOCK, UNGER, die im Vergleich ihrer Relevanz für die Schulpraxis beleuchtet werden. Das Kapitel schließt mit einer Diskussion über Aspekte des Demokratielernens in Schule. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den Begriffen Inklusion und Integration und ihren unterschiedlichen Perspektiven auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.
Im dritten Kapitel wird die Verbindung zwischen Demokratie und Mündigkeitserziehung hergestellt. Es werden die Konzepte der Demokratisierung und der Asymmetrie von Macht im pädagogischen Kontext beleuchtet und die Bedeutung von Mündigkeitserziehung im Kontext von Partizipation hervorgehoben. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Bedeutung der Partizipation im Unterricht und der Verbindung zwischen Bildung und Partizipation.
Das fünfte Kapitel stellt die rechtlichen Grundlagen der Partizipation dar und analysiert den Zusammenhang zwischen Partizipation, Inklusion und demokratischer Bildung. Es werden die Möglichkeiten der Demokratieförderung in KiTa und Schule beleuchtet und verschiedene Ansätze zur Demokratiebildung vorgestellt.
Das sechste und letzte Kapitel der Arbeit widmet sich einem konkreten Beispiel für Demokratiebildung in der Schule: der Entwicklung von Klassenregeln. Das Kapitel beschreibt die Sachanalyse, die Lernergruppe, die Stundenplanung und die didaktisch-methodische Analyse des Unterrichtsmodells.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen und Konzepten aus den Bereichen der Bildungswissenschaften, der Pädagogik und der Politikwissenschaft. Schlüsselbegriffe sind: Partizipation, Teilhabe, Inklusion, Integration, Demokratie, Mündigkeitserziehung, Unterrichtsmodell, Klassenregeln, Schüler*innenbeteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann Partizipation im Schulalltag konkret umgesetzt werden?
Partizipation kann beispielsweise durch das gemeinschaftliche Erstellen von Klassenregeln oder die Einbeziehung der Schüler in didaktische Aushandlungsprozesse erfolgen.
Was ist der Unterschied zwischen Inklusion und Integration?
Die Arbeit vergleicht beide Begriffe und zeigt auf, dass Inklusion über die bloße Eingliederung (Integration) hinausgeht und die Teilhabe aller Individuen in einem gemeinsamen System anstrebt.
Warum ist Mündigkeitserziehung für die Demokratiebildung wichtig?
Mündigkeit ist die Voraussetzung dafür, dass Schüler ihre Rechte wahrnehmen und aktiv an demokratischen Prozessen in der Gesellschaft teilnehmen können.
Welche Modelle zur Partizipation werden in der Arbeit analysiert?
Es werden die Modelle von Hart, Gernert sowie Wright, Block und Unger verglichen, um deren Implikationen für die Schule abzuleiten.
Was bedeutet "Asymmetrie von Macht" im pädagogischen Kontext?
Dies beschreibt das natürliche Machtgefälle zwischen Lehrkräften und Schülern und die Herausforderung, trotz dieser Asymmetrie demokratische Teilhabe zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die subjektive Didaktik?
Die subjektive Didaktik wird als Ansatz vorgestellt, um Unterricht stärker an den Bedürfnissen und der Beteiligung der Lernenden auszurichten.
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- Thomas Schunke (Author), 2021, Partizipation und Teilhabe im Unterricht. Demokratieförderung in der integrativen und inklusiven Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1042874