Was, wenn das Selbst nicht das starre Konstrukt ist, für das wir es halten, sondern ein fließender Strom unaufhörlicher Veränderung? Diese tiefgründige Erkundung des bahnbrechenden Werks von William James enthüllt eine revolutionäre Sichtweise des Bewusstseins, die unser Verständnis von Realität und Identität für immer verändern könnte. Tauchen Sie ein in James' bewegte Biografie, geprägt von Krisen und der Suche nach persönlicher Autonomie, die ihn schließlich zur Entwicklung seiner Theorie des "Bewusstseinsstroms" führte. Entdecken Sie, wie James die deterministischen Vorstellungen seiner Zeit in Frage stellte und eine Psychologie der Erfahrung propagierte, in der das Subjekt und seine individuellen Wahrnehmungen im Mittelpunkt stehen. Erfahren Sie mehr über die flüchtigen "Fransen" des Bewusstseins, die unartikulierbaren Verbindungen, die unsere Erinnerungen und Erfahrungen miteinander verweben. Lassen Sie sich von James' Konzept des "Feldes" inspirieren, einer Gesamtheit gegenseitig abhängiger Tatsachen, die unsere Wahrnehmung der Gegenwart prägen und uns mit Vergangenheit und Zukunft verbinden. Dieses Buch ist nicht nur eine Analyse von James' Theorien, sondern eine Einladung, die eigene innere Landschaft neu zu erkunden, die Beschaffenheit des Denkens zu hinterfragen und die unendlichen Möglichkeiten des menschlichen Bewusstseins zu entdecken. Es ist eine Reise in die Tiefen der menschlichen Erfahrung, die Leser dazu anregt, das eigene Selbstverständnis im Kontext eines dynamischen und vernetzten Universums neu zu definieren. Ideal für Studenten der Psychologie, Philosophie und alle, die sich für die Erforschung des menschlichen Geistes interessieren. Dieses Werk bietet eine erfrischende Perspektive auf die ewigen Fragen nach Identität, Realität und der Natur des Bewusstseins selbst. Entdecken Sie die zeitlose Relevanz von William James' Ideen und lassen Sie sich von seiner Vision einer Psychologie der Erfahrung inspirieren, die uns dazu ermutigt, die Subjektivität unserer Wahrnehmung zu würdigen und die fließende Natur unseres Selbst zu akzeptieren. Wagen Sie es, die Grenzen Ihres Bewusstseins zu erweitern und die verborgenen Tiefen Ihres inneren Universums zu erkunden.
Inhaltsverzeichnis
1. Biographie
2. Der Bewusstseinsstrom
3. James’ Sicht des „Feldes“
1. Biographie des William James
(ein Ausschnitt krisenhafter Zuspitzung, aus der ihn der Glaube an eine individuelle Realität befreite)
1859 wollte William, als erster Berufswunsch Maler werden (und begann Unterricht zu nehmen). Der Vater sah seine Zukunft allerdings in „mehr wissenschaftlichen Bahnen“ (so er ihn nach Europa zu schicken gedachte), doch James brach seine Studien von selbst ab, da er sich als einen schlechten Künstler sah.
Zum Nächsten, 1861, gedachten sich die Brüder William und Henry James zum Krieg zu melden, und wieder intervenierte der Vater. Da sie beide nun von einer Krankheit heimgesucht wurden, wurde so des Vaters Wunsch erfüllt.
Hernach wollte William Chemie, Anatomie und Medizin studieren, was seinem Vater als genehm erschien.
1861 begann er sein Chemiestudium doch erkrankte wiederum.
Trotzdem führte er seine Studien, in Medizin, weiter (1863). Während einer Expedition nach Brasilien erkrankte er (an einer milden Form von Pocken). Bei dem 2 wöchigem Krankenhausaufenthalt fasste er die Einsicht dass er „eher für spekulatives als für ein aktives Leben“ geschaffen sei und beschloß ein Philosophiestudium zu beginnen, was allerdings nicht geschah.
Stattdessen setzte er das Studium der Medizin fort, nun in dem Bewusstsein diese Wissenschaft zu verachten.
1866 erkrankte James erneut und in tiefer Depression sah er diese Krankheit fälschlicherweise als Epilepsie an.
Seine Depression hatte wohl ihre Ursachen in der Autorität seines Vaters, der seine beginnende Autonomie gebrochen hatte, wie auch in dem Bewusstsein, etwas zu lernen (Medizin), was der Vater zwar für ihn wünschte, doch dieser das Fach wie James selbst verachtete. Somit erfuhr auch William diese Verachtung von ihm. So war die Krankheit, sein Körper, das Mittel gegen den Willen seines Vaters. Erst sein Glaube an den freien Willen, zu dem er sich zwingen musste, ermöglichte es ihm diesem Determinismus entgegenzutreten.
Ende der 60er Jahre bewegte sich James unter Freunden von Ärzten und Therapeuten der späteren „Bosten School of Psychologie“. 1873 erhielt er in Harvard einen Lehrauftrag in Psychologie.
2. Der Bewußtseinsstrom (nach William James)
- James zum Unterbewussten: Jeder von uns habe zwei simultan operierende Systeme intelligenten Bewusstseins, eines oberhalb der Schwelle der Wahrnehmung und eines unterhalb mit separaten, eigenen Charakteristika. Es sei die Fortsetzung unseres bewussten Lebens, der Hintergrund, gegen den sich unser bewusstes Leben reliefartig abhebt.
- In der Psychologie seiner Zeit herrschte ein Konzept der „Auflösung des Ich“ vor. In dieser „Psychologie der Desorientierung“ und Anomie praktizierten die Therapeuten ein herauslösen der Begriffe des Patienten aus dessen Kontexten, was ein äußerst kontraproduktives Arbeiten bewirkte.
Darum, als Folge der Auflösung traditioneller gesellschaftlicher Strukturen, sah sich das Individuum hoffnungslos determiniert. Das Selbst war ebenso bestimmt durch seine Besitztümer, Ansehen und Job, bis hin zu den getragenen Kleidern des Individuums, wobei im Eigentlichen weniger eine Auflösung sondern eine Einheit dargestellt wurde. Jedoch wendete sich James gegen die determinierende Sichtweise des Ich als ein „Archetypisches Unveränderbares“.
- So sei das Denken selbst „... eine Aufeinanderfolge vorübergehender Gedanken ausgestattet mit der Funktion der Aneignung und Zurückweisung“ . Das Auslösende Moment im Denken um den „Strom des Bewusstseins“ erschien James der Vergleich der Bilder alter Meister mit denen zeitgenössischer Künstler. Die alten Meister erlangten die Harmonie ihrer Werke dadurch, dass sie den Betrachter, ohne ihn zu lenken, selbst entscheiden lassen, worauf er sein Augenmerk verstärkt richten möchte; hingegen ließ die zeitgenössische Kunst dies nicht zu, gab dem Betrachter vor, auf was zu achten wäre. Diesen freien Fluß der Aufmerksamkeit sah er als Übereinstimmung mit dem inneren Fließen des „Stroms des Bewusstseins“.
- James propagierte eine Psychologie der Erfahrung, diese liefere uns nicht die Daten der „physiologische Psychologie“ sondern das Gefühl, dass ich denke... Auf diesen Erfahrungen des Subjekts gründet sich die Wirklichkeit. Sie ist gebunden an das Subjekt, wie es auch ihre Veränderung an spätere Erfahrung ist. So ist es auch unsere Erfahrung, die uns unser Denken und Fühlen als Fließen wahrnehmen lässt, als einen Strom von Bewusstsein.
Der Bewusstseinsstrom ist in seiner Eigenart, Ausdehnung und Beschaffenheit nicht messbar. Allein einige seiner Eigentümlichkeiten sind logisch erschließbar und beobachtbar. Zu seinen Hauptmerkmalen gehören :
1. Das Fließen des Bewusstseins
Daraus erschließen sich die vier Eigentümlichkeiten des Bewusstseins:
1. Jeder Zustand erscheint ein Teil des persönlichen Bewusstseins zu sein So ist es, nach James, stets klar differenzierbar, ob der Zustand oder z.B. ein Gedanke zum eigenen Bewusstsein gehört. Es ist in dem Sinne nicht möglich, dass Bewusstseinszustände anderer als die Eigenen empfunden werden. Die Zugehörigkeit ist immer eindeutig.
2. Innerhalb jedes persönlichen Bewußtseins wechseln die Zustände fortwährend
Nicht einmal ein Gefühl, welches ein Mensch zum wiederholten Male empfindet ist wie ein Vorhergehendes und sei es auch von gleicher Art. Da sich ein Mensch in seiner Gesamtheit, mit Emotionen, Eigenlaib- und äußeren Gegebenheiten stets in Veränderung befindet, ist von diesem Wandel stets auch das Bewusstsein zur Gänze betroffen und so ist nichts vollständig wiedererlebbar. Selbst bei der Erinnerung spielen diese Veränderungen mit hinein, so dass auch nichts so erinnerbar ist, wie es wirklich war oder schon einmal erinnert worden ist.
3. Jedes persönliche Bewusstsein ist merklich kontinuierlich
Im Bewusstsein ist beständig der Eindruck einer Abfolge von Erleben. Immer ist das Bewusstsein in der Lage zu erkennen, was vergangen ist. Ein Zustand der Bewußtlosigkeit, zum Beispiel, verändert nicht diese Kontinuität, denn nach dem Erwachen ist es stets ein „Danach“.
Es lebt stets (zumindest primär) im Jetzt und seine Ordnung gestattet keine Gleichzeitigkeiten im persönlichen Bewusstsein.
4. Es interessiert sich ausschließlich für bestimmte Teile des ihm gegenübertretenden Objekts So handelt es nach eigenem „Interesse“, werden einige Details nicht beachtet und andere genauestens untersucht. Immer nach dem Prinzip der Aneignung und Zurückweisung.
Das Bewusstsein pickt sich seine eigenen, speziellen Punkte heraus (und weist andere Punkte ab).
2. Das Bewusstsein besteht aus „substanzartigen“ und „transitiven“ Bewusstseinszuständen
Nach der Vorstellung des Bewusstseins als Fluß existieren Momente der Ruhe und der Bewegung
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Der Bewusstseinsstrom verläuft von einem substantiven Erlebnis zum Anderen, welche „Ruhestellen“ im Erleben bezeichnen, in denen sich der Geist mit einem Thema beschäftigt; „dazwischen“ sind die transitiven Zustände angesiedelt, Relationen (oder besser Gefühle) von weil; und; oder; verbinden die substantiven Zustände, die „Kerne der Konzentration“ miteinander.
3. Das vor der Seele stehende Objekt hat stets eine „Franse“ (Fringe)
Ein Bild in unseren Geist steht nie für sich allein. Unsere Erinnerungen erstrecken sich in einer Situation durch alles hindurch, was uns jetzt umgibt wie durch Filter (mitsamt der jetzigen Stimmung, Einstellungen und Leiblichkeiten) und alles, was uns damals umgab bishin zu der damaligen Identität, die anders war und doch beeinflussend wirkt auf unsere damaligen Erfahrungen. Die sogenannten „Fransen“ des Bewusstseins beschreiben flüchtige Gefühle, eine plötzlich auftauchende schwache Verbindung von verschiedenen Feldern, Erlebnissen und Vergangenem; die Dinge verbindend.
Eine Franse ist ähnlich wie eine Assoziation, die hervorgerufen wird. Etwas, dass aus einer jetzigen Situation etwas von unseren Erinnerungen wachruft, die uns in damalige Zeiten leiten.
Fransen sind vage und unartikulierbar, sie umgeben jedes Thema wie ein Netz von Relationen und Verweisungen. Diese Verweise der einzelnen Fransen mögen nicht immer zur Relevanz des Themas passen, doch besteht eine Verbindung zu ihm, der nachgegangen werden kann. Je nachdem ob diese Verweise auf bestimmte Art passend zum Thema, oder der Situation, empfunden werden, gehen wir diesen nach und setzen unseren Gang in dem Bewusstseinsstrom fort mit dem Gefühl, dass sich unser Denken auf dem richtigen Weg befindet, in einem kontinuierlichen Übergang von einem substantiven Zustand zum Anderen.
3. James Sicht des „Feldes“
Ein Feld, gleichwohl welcher Art, beschreibt eine Gesamtheit gleichzeitiger Tatsachen, die als gegenseitig voneinander abhängig begriffen werden.
So ist die retentionale und protentionale Struktur “ ... der Zeit wie ein zerfranstes Etwas, genannt Gegenwart, dem Vergangenen verhaftet, dem Zukünftigen verbunden.“
Das Bewusstseins-Problem ist im Wesentlichen ein Problem des Zusammenhangs. Innerhalb eines Feldes ist das Thema durch Perspektive und Orientierung Punkt des Feldstellenindex. Das Erleben ist nicht ausschließlich ein Punkt in der Gegenwart, der für sich allein steht denn jedes Erlebnis ist begleitet von einer Beeinflussung durch die unmittelbare Vergangenheit (Retention) aber auch durch die Erwartung, die ein Jeder von der Zukunft hat (Protention). Ein Ereignis steht dadurch nie für sich allein, sondern ist durch dies zeitliche Feld „gefärbt“. Etwas spezieller ist das Bewusstseins-Feld: bestehend aus dem unmittelbar beachteten Gegenstand (Thema), den sachlich (relevanten) Zusammenhängen (thematisches Feld) und dem koexistenten „marginalen Raum“ und Eingenleib-Gegebenheiten (Randbewusstsein). Etwas genauer besteht das thematische Feld aus Gestaltkohärenz, Einheit durch Relevanz und Verbindung des Themas mit dem Feldrand.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptinhalt des Textes über William James?
Der Text bietet einen umfassenden Einblick in das Leben und die wichtigsten Konzepte des Psychologen und Philosophen William James. Er behandelt seine Biographie, insbesondere eine krisenhafte Phase, die seinen Glauben an die individuelle Realität prägte, sowie seine Theorie des Bewusstseinsstroms und seine Sicht auf das "Feld" des Bewusstseins.
Welche Aspekte von William James' Biographie werden hervorgehoben?
Der Text konzentriert sich auf entscheidende Momente in James' Leben, einschließlich seines anfänglichen Wunsches, Maler zu werden, der Interventionen seines Vaters bezüglich seiner Berufswahl, seiner gesundheitlichen Probleme und seiner Depression. Besonders betont wird, wie er durch den Glauben an den freien Willen dem Determinismus entgegentrat.
Was versteht William James unter dem "Bewusstseinsstrom"?
James' Konzept des Bewusstseinsstroms beschreibt das Denken als eine fortlaufende Abfolge von Gedanken, die mit Aneignung und Zurückweisung operieren. Er vergleicht es mit dem freien Fluss der Aufmerksamkeit, wie er in der Kunst alter Meister zu finden ist. Er betont auch, dass die Psychologie der Erfahrung auf den subjektiven Gefühlen und Erfahrungen basiert.
Welche Eigenschaften des Bewusstseinsstroms werden laut James unterschieden?
James identifiziert mehrere Eigenschaften, darunter das Fließen des Bewusstseins (mit den Aspekten persönliches Bewusstsein, fortwährender Wechsel der Zustände, Kontinuität und selektive Aufmerksamkeit), das Vorhandensein von "substanzartigen" und "transitiven" Zuständen und das Konzept der "Franse" (Fringe) des Bewusstseins.
Was bedeutet die "Franse" (Fringe) des Bewusstseins?
Die "Franse" beschreibt die flüchtigen Gefühle und Verbindungen, die jedes Objekt im Bewusstsein begleiten. Sie sind Assoziationen und Verweise, die aus der jetzigen Situation Erinnerungen wachrufen und Verbindungen zu Vergangenem herstellen.
Was ist James' Sicht auf das "Feld" des Bewusstseins?
James betrachtet das "Feld" als eine Gesamtheit gleichzeitiger Tatsachen, die voneinander abhängig sind. Er betont die Bedeutung der Perspektive und Orientierung innerhalb dieses Feldes. Jedes Erlebnis ist durch die unmittelbare Vergangenheit (Retention) und die Erwartung der Zukunft (Protention) beeinflusst.
Wie setzt sich das Bewusstseins-Feld nach James zusammen?
Das Bewusstseins-Feld besteht aus dem unmittelbar beachteten Gegenstand (Thema), den sachlich relevanten Zusammenhängen (thematisches Feld) und dem koexistenten "marginalen Raum" und Eigenleib-Gegebenheiten (Randbewusstsein). Das Randbewusstsein umfasst das Wissen um Tatbestände und Ereignisse, das das Thema begleitet.
Was versteht man unter dem Randbewusstsein?
Das Randbewusstsein beschreibt das Wissen um Tatbestände und Ereignisse, welches ein Thema begleitet. Es wird durch die drei Seins-Sphären definiert: den Strom des Bewusstseinerlebens, unser leibliches Sein und die Wahrnehmungswelt.
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- Claas Meyer (Author), 2001, Bewußtseinsstrom nach William James, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103815