Gegenstand der Untersuchung ist das Thema „Das preußische Königsprojekt von 1701 und seine Realisierung“, eine Thematik, die von den Historikern ambivalent behandelt wurde.
Zum einen dient das Krönungsdatum des 18. Januar 1701 mit Kronerwerb und der Übernahme von Name und Wappen als Beginn preußischer Geschichtsschreibung und somit als feste Größe einer Periodisierung preußischer Geschichte. Zum anderen erfuhren Königskrönung und die Person Friedrichs III/I lange eine überwiegend negative und abwertende Darstellung.
Vor diesem Hintergrund soll im folgenden versucht werden, das teilweise negative Urteil, vor allem des ‘Verursachers’ Friedrichs II., sowie der ihm darin gefolgten Historiker zu revidieren und zu zeigen, dass die Bestrebungen Friedrichs III. nicht isoliert und reduziert auf Person und äußeren Glanz betrachtet werden dürfen, sondern, dass gerade in der Zeit des höfischen Absolutismus Fragen der Standeserhöhung und ein Streben nach größtmöglicher Souveränität eine wesentliche Rolle spielten.
Die Untersuchungen zur preußischen Königskrönung erfuhren nicht zuletzt durch das ‘Preußenjahr’ von 1981 und die Arbeiten von Duchhardt und Baumgart wichtige neue Impulse. Dennoch sei an dieser Stelle auf die älteren Arbeiten von Otto Hintze und Carl Hinrichs verwiesen, die sich als Vertreter der älteren Literatur beide differenzierter als ihre Zeitgenossen zur Thematik geäußert haben.im Besonders verwiesen sei an dieser Stelle auf die von Hinrichs gesetzten neuen Akzente, die immer noch von großer Aktualität sind. Es erscheint daher gerechtfertigt, diese Arbeiten in die vorliegende Untersuchung mit einzubeziehen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- A. Verhandlungen um die Königskrone
- 1. Die europäische 'Monarchisierung'
- 2. Rechtfertigungsversuche einer Königskrone
- 3. Der Krontraktat vom 16.11.1700
- B. Die Königskrönung
- 1. Krönungsvorbereitungen
- 2. Krönungszeremoniell
- 3. Stiftung des Schwarzen Adlerordens
- C. Die Bedeutung der Königskrone
- A. Verhandlungen um die Königskrone
- II. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit dem „Preußischen Königsprojekt von 1701 und seiner Realisierung". Sie zielt darauf ab, die ambivalenten Bewertungen dieses Ereignisses durch die Geschichtsschreibung zu untersuchen und die Bestrebungen Friedrichs III. in ihren historischen Kontext einzuordnen.
- Die europäische „Monarchisierungswelle" des 17. Jahrhunderts als Hintergrund des preußischen Königsprojekts.
- Die Verhandlungen um die Königskrone, die Rechtfertigungsversuche und der Krontraktat von 1700.
- Die Königskrönung selbst, einschließlich der Vorbereitungen, des Zeremoniells und der Stiftung des Schwarzen Adlerordens.
- Die Bedeutung der Königskrone im Kontext des höfischen Absolutismus und des Strebens nach größtmöglicher Souveränität.
- Die Rolle von Standeserhöhung und Prestige in der europäischen Politik des ausgehenden 17. Jahrhunderts.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung
Die Einleitung beleuchtet die unterschiedlichen Perspektiven auf das preußische Königsprojekt von 1701. Die Arbeit untersucht die historischen Hintergründe, die zu Friedrichs III. Bestrebungen führten, und will zeigen, dass die Königskrone nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern im Kontext der zeittypischen Tendenzen zur Standeserhöhung und Souveränität zu sehen ist.
A. Verhandlungen um die Königskrone
Dieser Abschnitt behandelt die europäischen Entwicklungen, die die Bestrebungen Friedrichs III. um eine Königskrone beeinflussten. Dabei werden die „Monarchisierungswelle" in Europa, die Rechtfertigungsversuche einer Königskrone und die Verhandlungen mit der Wiener Hofburg beleuchtet.
B. Die Königskrönung
Dieses Kapitel widmet sich der Königskrönung selbst. Es beschreibt die Vorbereitungen, das Krönungszeremoniell und die Stiftung des Schwarzen Adlerordens.
C. Die Bedeutung der Königskrone
Der dritte Teil der Arbeit soll im Fazit die Bedeutung der Königskrone im Kontext der zeitgenössischen europäischen Politik beleuchten.
Schlüsselwörter
Preußisches Königsprojekt, Königskrönung, Friedrich III., Standeserhöhung, Souveränität, Absolutismus, Monarchisierungswelle, europäische Politik, Krontraktat, Schwarzer Adlerorden.
Häufig gestellte Fragen
Warum krönte sich Friedrich III. im Jahr 1701 zum König?
Er strebte nach Rangerhöhung und Souveränität für Preußen, um im Konzert der europäischen Mächte des Absolutismus gleichberechtigt zu sein.
Was war der Krontraktat von 1700?
Es war ein Vertrag mit dem Kaiser in Wien, in dem die Bedingungen für die Anerkennung der preußischen Königswürde festgelegt wurden.
Was versteht man unter der "europäischen Monarchisierung"?
Es beschreibt den Trend des 17. Jahrhunderts, bei dem Fürstenhäuser versuchten, ihren Status durch den Erwerb von Königstiteln aufzuwerten.
Welche Bedeutung hatte der Schwarze Adlerorden?
Der Orden wurde anlässlich der Krönung gestiftet, um die neue königliche Würde zu repräsentieren und loyale Adlige an das Königshaus zu binden.
Wie bewertete Friedrich II. die Krönung seines Großvaters?
Friedrich der Große beurteilte die Krönung oft negativ als eitle Prunksucht, eine Sichtweise, die viele spätere Historiker übernahmen.
- Citation du texte
- Hartmut Ellrich (Auteur), 1997, Das preußische Krönungsprojekt von 1701 und seine Realisierung. Die europäische Monarchisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031987