Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob es durch das Tragen eines Fahrradhelms zu einer höheren Risikobereitschaft kommt und analysiert hierfür die Studie "Wearing a bike helmet leads to less cognitive control, revealed by lower frontal midline theta power and risk indifference" (2019) von Barbara Schmidt, Luisa Kessler, Clay Holroyd und Wolfgang Miltner.
Eine gesetzliche Helmpflicht im Straßenverkehr für das Tragen eines Fahrradhelms, welche in einigen europäischen Ländern besonders außerhalb von Ortschaften vorzufinden ist, gibt es in Deutschland nicht. Dennoch tragen die meisten Menschen einen Helm, weil sie davon überzeugt sind, dass dieser ihr Verletzungsrisiko reduzieren kann. Dementgegen lassen sich in der Forschung Studien wiederfinden, die negative Auswirkungen des Tragens von Sicherheitsvorkehrungen wie Helme oder Gurte aufzeigen.
So kann es vorkommen, dass das Tragen eines solchen Objekts zu einer erhöhten Bereitschaft führt, riskantere Entscheidungen zu treffen. Dies wird als Risikokompensation oder auch Risikohomöostase bezeichnet und von Barbara Schmidt, Luisa Kessler, Clay Holroyd und Wolfgang Miltner aufgegriffen, die sich in ihrer Studie mit den Auswirkungen des Tragens eines Fahrradhelmes auf die Risikobereitschaft von Versuchspersonen befassen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Experimente in den Sozialwissenschaften
- Studie von Schmidt, Kessler, Holroyd & Miltner (2019)
- Ausgangsstudie: Gamble und Walker (2016)
- Design
- Ablauf
- Ergebnisse
- Erweiterung der Studie durch Schmidt et al.
- Hypothesen
- Experiment
- Sample
- Ablauf
- Ergebnisse
- Auswertungsmethoden
- Werte der Angst, sensation-seeking und Häufigkeit des Fahrradfahrens
- Verhalten im Risikospiel
- Bewertung der Risikooptionen und Ergebnisse der EEG-Analyse
- Analyse der Studie
- methodisch
- inhaltlich
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Studie von Schmidt et al. (2019), welche sich mit den Auswirkungen des Tragens eines Fahrradhelmes auf die Risikobereitschaft von Versuchspersonen befasst. Die Arbeit untersucht, ob das Experiment in der Studie von Schmidt et al. als ein echtes sozialwissenschaftliches Experiment angesehen werden kann, indem sie auf die Kriterien und Gütekriterien von Experimenten in den Sozialwissenschaften eingeht.
- Analyse der Kriterien eines Experiments in den Sozialwissenschaften
- Bewertung der methodischen Qualität der Studie von Schmidt et al.
- Rekonstruktion der Ergebnisse und der Schlussfolgerungen der Studie
- Vergleich der Studie von Schmidt et al. mit der Ausgangsstudie von Gamble und Walker (2016)
- Bewertung der Relevanz der Studie im Kontext der Risikokompensation und des Einflusses von Sicherheitsvorkehrungen auf menschliches Verhalten
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas und stellt die Studie von Schmidt et al. (2019) sowie die Bezugsstudie von Gamble und Walker (2016) vor.
- Kapitel 2: In diesem Kapitel wird eine Definition von Experimenten in den Sozialwissenschaften präsentiert und die Kriterien für ein Experiment erläutert.
- Kapitel 3: Das Kapitel fasst die Ausgangsstudie von Gamble und Walker (2016) zusammen, beschreibt das Design, den Ablauf und die Ergebnisse des Experiments. Anschließend werden die Erweiterungen, Veränderungen und Ergebnisse der Studie von Schmidt et al. (2019) dargestellt.
- Kapitel 4: In diesem Kapitel wird die Studie von Schmidt et al. (2019) anhand der in Kapitel 2 vorgestellten Kriterien und Gütekriterien einer methodischen Analyse unterzogen. Außerdem wird eine inhaltliche Analyse der Ergebnisse durchgeführt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema der Risikokompensation, insbesondere im Kontext des Tragens von Sicherheitsvorrichtungen wie Fahrradhelmen. Die Studie von Schmidt et al. (2019) untersucht den Einfluss des Helmtragens auf die Risikobereitschaft und die kognitive Kontrolle, gemessen anhand von EEG-Daten. Zentrale Konzepte sind Experimente in den Sozialwissenschaften, methodische Qualität, Replizierbarkeit, interne und externe Validität, Risikoverhalten, kognitive Kontrolle, Frontal-Midline-Theta-Power, Risikokompensation.
Häufig gestellte Fragen
Führt das Tragen eines Fahrradhelms zu mehr Risiko?
Die Studie von Schmidt et al. (2019) deutet darauf hin, dass Sicherheitsvorkehrungen zu einer Risikokompensation führen können, bei der sich Menschen aufgrund des Schutzes riskanter verhalten.
Was ist Risikokompensation?
Risikokompensation (oder Risikohomöostase) beschreibt das Phänomen, dass Menschen ihr Verhalten anpassen und mehr Risiken eingehen, wenn sie sich durch Sicherheitsmaßnahmen geschützt fühlen.
Wie wurde die Risikobereitschaft in der Studie gemessen?
Die Forscher nutzten ein Risikospiel sowie EEG-Analysen, um die kognitive Kontrolle und die Reaktion des Gehirns auf Risikooptionen zu untersuchen.
Gibt es in Deutschland eine Helmpflicht?
Nein, in Deutschland gibt es aktuell keine gesetzliche Helmpflicht für Fahrradfahrer im Straßenverkehr.
Was bedeutet "Frontal Midline Theta Power" im EEG?
Es ist ein neurologisches Maß für die kognitive Kontrolle; eine geringere Ausprägung kann auf eine verminderte Kontrolle und höhere Risikoindifferenz hindeuten.
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- Felix Ehrich (Author), 2020, Höhere Risikobereitschaft durch das Tragen eines Fahrradhelms?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030582