Diese Arbeit setzt sich mit Gewalt auseinander, die abseits von Prügel und Schlägen stattfindet, Gewalt, die meistens gar nicht als solche erkannt wird und sich in Einrichtungen dadurch schon ein Stück weit normalisiert hat.
So soll diese Arbeit aufmerksam machen auf Situationen, in denen Fachkräfte aus verschiedenen Gründen das Wohl des Kindes übergehen. Sie soll aber auch Antworten liefern: Antworten darauf, was Alltagsgewalt ist, warum sie existiert, wie sie aufgebaut ist und wie man präventiv gegen sie vorgehen kann.
In aller Regel ist die Kita für Kinder ein sicherer Ort. Sie werden dort von gut ausgebildeten Fachkräften betreut, bekommen pädagogische Angebote und haben Freiraum, um mit Gleichaltrigen zu spielen und die Welt zu entdecken. All das passiert in den allermeisten Fällen frei von Schlägen, Tritten oder anderer körperlicher Gewalt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Themenwahlbegründung
- 1.2 Ziele
- 1.3 Aufbau „Prozessmodell pädagogischen Handelns“
- 2. Praxisbeispiel
- 2.1 Fallbeispiel
- 3. Wissen & Verstehen
- 3.1 Zusammenfassung der Schlüsselsituationen
- 3.2 Perspektivwechsel
- 3.2.1 Situation „Paul“
- 3.2.2 Situation „Cem“
- 3.2.3 Situation „Jana und Max“
- 3.2.4 Situation „Jonas“
- 4. Analyse & Bewertung
- 4.1 Begriffsbestimmung Gewalt
- 4.2 Erscheinungsformen von Gewalt im pädagogischen Alltag
- 4.2.1 Gewalt beim Essen
- 4.2.2 Gewalt im Badezimmer
- 4.2.3 Gewalt beim Ruhen
- 4.2.4 Gewalt durch Vergleiche und Bloßstellung
- 4.2.5 Sonstiges
- 4.3 Gründe für Alltags-Gewalt
- 4.3.1 Zeitpläne
- 4.3.2 Fachkräftemangel
- 4.3.3 Ausbildung
- 4.3.4 Persönliche Einstellung
- 4.3.5 Zusätzliche Schwierigkeiten
- 5. Planung & Konzeption
- 5.1 Das Schutzkonzept
- 5.2 Zusätzliche Maßnahmen
- 6. Reflexion & Evaluation
- 6.1 Prävention durch die Fachkraft
- 6.1.1 Selbstreflexion
- 6.1.2 Reflektion mit Kolleg*innen
- 6.1.3 Fortbildungen
- 6.1 Prävention durch die Fachkraft
- 7. Schlussfolgerung
- 7.1 Zusammenfassung
- 7.2 Persönliches Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Facharbeit untersucht die Problematik von Gewalt durch Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, die oft unbewusst geschieht und sich im pädagogischen Alltag als normalisiert darstellt. Das Ziel ist es, auf Situationen aufmerksam zu machen, in denen das Wohl des Kindes übersehen wird, und Antworten auf die Fragen nach den Erscheinungsformen, den Ursachen und der Prävention von Alltagsgewalt zu geben.
- Definition und Erscheinungsformen von Alltagsgewalt in Kindertageseinrichtungen
- Analyse von Ursachen für Alltagsgewalt, wie z.B. Zeitdruck, Fachkräftemangel und Ausbildungsdefizite
- Entwicklung eines Schutzkonzepts zur Prävention von Gewalt in Kitas
- Bedeutung der Selbstreflexion und Fortbildung für Fachkräfte zur Vermeidung von Alltagsgewalt
- Das „Prozessmodell pädagogischen Handelns“ als Grundlage für die Analyse und Bewertung der Situation
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einem fiktiven Fallbeispiel, das verschiedene Situationen von Alltagsgewalt in einer Kita beleuchtet. Im Anschluss werden die Schlüsselmomente des Fallbeispiels aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, um ein tieferes Verständnis der Situation zu ermöglichen. Im Kapitel „Analyse & Bewertung“ wird der Begriff Gewalt definiert und die Erscheinungsformen von Alltagsgewalt in verschiedenen Lebensbereichen der Kita, wie Essen, Badezimmer und Ruhen, untersucht. Ursachen für Alltagsgewalt, wie Zeitdruck, Fachkräftemangel und persönliche Einstellungen, werden analysiert. Das Kapitel „Planung & Konzeption“ stellt ein Schutzkonzept zur Prävention von Gewalt in Kitas vor. Im letzten Kapitel „Reflexion & Evaluation“ wird die Bedeutung der Selbstreflexion und Fortbildung für Fachkräfte zur Vermeidung von Alltagsgewalt hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Alltagsgewalt, Kindertageseinrichtung, Fachkraft, Erzieher, pädagogisches Handeln, Schutzkonzept, Prävention, Selbstreflexion, Fortbildung, „Prozessmodell pädagogischen Handelns“, Perspektivwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Alltagsgewalt in Kindertageseinrichtungen?
Alltagsgewalt bezieht sich auf Handlungen von Fachkräften, die das Wohl des Kindes übergehen, ohne physische Gewalt (wie Schläge) anzuwenden. Sie äußert sich oft subtil beim Essen, Schlafen oder durch Bloßstellung und wird häufig als „normal“ wahrgenommen.
In welchen Situationen tritt Gewalt durch Fachkräfte häufig auf?
Häufige Bereiche sind Zwangssituationen beim Essen, starre Regeln im Badezimmer, erzwungene Ruhezeiten oder die psychische Belastung durch Vergleiche und Bloßstellung vor der Gruppe.
Was sind die Ursachen für Alltagsgewalt in Kitas?
Zu den Hauptgründen zählen Zeitmangel, Fachkräftemangel, Defizite in der Ausbildung sowie die persönliche Einstellung der Fachkräfte und der Druck durch strikte Zeitpläne.
Wie können Kitas Gewalt durch Fachkräfte verhindern?
Wichtige Präventionsmaßnahmen sind die Erstellung eines Schutzkonzepts, regelmäßige Selbstreflexion der Fachkräfte, Fortbildungen und der fachliche Austausch im Team.
Was ist das „Prozessmodell pädagogischen Handelns“?
Es dient als theoretische Grundlage der Arbeit, um pädagogische Situationen systematisch zu analysieren, zu bewerten und Handlungsalternativen zur Vermeidung von Gewalt zu entwickeln.
- Quote paper
- Simon Jaehn (Author), 2020, Gewalt durch Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen. Präventionsmaßnahmen gegen Alltagsgewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027380