Haben Sie sich jemals gefragt, warum sich Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen so unterschiedlich verhalten, insbesondere im Umgang mit Gleichaltrigen? Diese tiefgründige Analyse der zwischenmenschlichen Dynamik beleuchtet die subtilen und oft unbemerkten Veränderungen in unseren Beziehungen, von der unschuldigen Welt der Säuglinge bis hin zur reifen Perspektive älterer Erwachsener. Entdecken Sie, wie sich Freundschaften formen, Cliquen entstehen und Gruppenzwang unser Verhalten beeinflusst, während wir die verschiedenen Stadien des Lebens durchlaufen. Verstehen Sie, wie sich die Prioritäten verschieben, von der Suche nach Akzeptanz und Zugehörigkeit in der Jugend bis hin zur Bedeutung von Familie und gemeinsamen Interessen im Erwachsenenalter. Erforschen Sie die komplexen Dynamiken von Anführerschaft, Außenseitertum und sozialer Ausgrenzung, die in jeder Altersgruppe eine Rolle spielen. Dieses Buch bietet wertvolle Einblicke für Eltern, Pädagogen und alle, die die Nuancen menschlicher Beziehungen besser verstehen möchten. Es analysiert die Entwicklung sozialer Interaktionen, beginnend mit den ersten Kontakten im Säuglingsalter, über die geschlechtsspezifische Ausrichtung in der Kindheit, die rebellische Phase der Jugend mit ihrem ausgeprägten Gruppenzwang und dem Wunsch nach Abgrenzung, bis hin zur Gelassenheit und dem Fokus auf individuelle Freundschaften und familiäre Bindungen im Erwachsenenalter. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Herausforderungen älterer Menschen, die oft mit Einsamkeit und dem Verlust sozialer Kontakte konfrontiert sind. Lernen Sie, die subtilen Signale von sozialer Akzeptanz und Ablehnung zu erkennen und Empathie für die unterschiedlichen Bedürfnisse und Perspektiven verschiedener Altersgruppen zu entwickeln. Tauchen Sie ein in eine fesselnde Reise durch die Lebensphasen und entdecken Sie die zeitlosen Muster und überraschenden Wendungen, die unsere Beziehungen zu Gleichaltrigen prägen – ein unverzichtbarer Ratgeber für ein erfülltes und verständnisvolles Miteinander in jeder Lebenslage, der die Bedeutung von sozialer Kompetenz und Empathie in den Mittelpunkt stellt und wertvolle Werkzeuge für die Gestaltung positiver Beziehungen an die Hand gibt.
Das Verhalten Gleichaltriger untereinander
Beim Vergleich von Gruppen gleichaltriger Menschen ist oft eine Ähnlichkeit festzustellen. Wo man bei Kindern und jüngeren Erwachsenen eher sagen kann, daß doch oft auf das Äußere geschaut wird, was andere Menschen aus der Gruppe betrifft, verliert sich das meistens je älter der Mensch wird mehr und mehr.
Babys im 1. Lebensjahr: Säuglinge knüpfen ihre ersten Kontakte zu anderen Menschen. Da sie das Alter oder Geschlecht eines Menschen noch nicht erkennen können, unterscheiden sie zwischen bekannten Personen wie „Mama“ und „Papa“ und Fremden. Andere Babys behandeln sie im Großen und Ganzen nicht anders als z. B. erwachsene Menschen.
Kinder von 1 - 6 Jahren: Ab dem 2. Lebensjahr fangen die Kleinkinder an, Gleichaltrige von Menschen anderen Alters zu unterscheiden. Bis sie ca. 6 Jahre alt sind, spielt das Geschlecht eines anderen gleichaltrigen Kindes für sie im gegenseitigen Umgang keine Rolle; d. h. Jungen spielen gemeinsam mit Mädchen und umgekehrt. Oft entstehen Gruppen von gleichaltrigen Kindern beides Geschlechts, die nahe beieinander wohnen und sich meistens regelmäßig zum Spielen treffen. Fast immer gibt es Anführer in der Gruppe und wenn auch nicht offiziell gewählt, so gibt es doch immer eine gewisse (unbewußte) Rangordnung. Die Ranghöheren haben besondere Privilegien, wie zum Beispiel das Bestimmen des nächsten Spiels. Dieses Rangordnungsverhalten beginnt oft schon in der Kinderkrippe, im Kindergarten oder der Spielgruppe zu Hause. Der oder die Anführer sind meist die beliebtesten, stärksten und/oder dominantesten Kinder der Gruppe. Es gibt ebenfalls oft Außenseiter - das sind rezessive, schwache Typen und/oder Kinder, die beispielsweise andere Interessen, ein körperliches Handicap haben oder sonstwie „anders“ sind. Diese Außenseiter werden immer anders behandelt als die anderen voll akzeptierten Kinder. Das kann sich so ausarten, daß sie zwar geduldet werden, aber bei bestimmten Entscheidungen nicht mitbestimmen dürfen oder sie werden ausgegrenzt und es wird versucht, sie durch Mobbing und Hänseln aus der Gruppe herauszudrängen. Eine deutliche Cliquenbildung wie bei Jugendlichen gibt es allerdings noch nicht. Auch wird nicht ganz so nach Äußerlichkeiten beurteilt wie später in der Jugendzeit. Aber erste Anzeichen von Gruppenzwang („Wenn du dazugehören willst, dann mußt du auch so ein Spielzeug haben wie wir.“) sind schon erkennbar.
Kinder von 7 - 11 Jahre: Kinder fangen normalerweise ca. ab dem 8. Lebensjahr an, sich die Freunde deutlicher nach dem Geschlecht auszuwählen. Die Interessen von Jungen und Mädchen werden allgemein unterschiedlicher. Für Jungs schickt es sich nicht, mit einem Mädchen gesehen zu werden - das ist für viele Jungs uncool. Sie haben jetzt den Drang, sich ständig und anderen ständig zu beweisen, was für harte Kerle sie doch sind. Mädchen werden für sie immer unverständlicher und fremd, was sie durch Abblocken und über sie herziehen zeigen. Oft einigen sie sich darauf, daß Mädchen eingebildet und verweichlicht sind. Für Mädchen dieses Alters sind Jungs oft grob und gemein. Sie blocken und grenzen sich ebenfalls von ihnen ab und überspielen ihre Verletztheit über die negativen Reaktionen der Jungs nicht selten mit Überheblichkeit und versuchen den Jungen das Gefühl zu geben, etwas Besseres zu sein. Nur selten gibt es noch Gruppen gemischten Geschlechts.
Jugendliche ab 12 Jahre: Ab ca. 12 Jahren kommen Kinder in die Pubertät. Sie verändern sich nicht nur körperlich, auch das andere Geschlecht wird auf einmal wieder interessant. Jungen interessieren sich für Mädchen und umgekehrt, da das andere Geschlecht durch körperliche Veränderung und das Anderssein auf einmal wieder interessant wird. Bis ca. 16 Jahre sind gemischte Gruppen, die man auch Cliquen nennt, allerdings eher selten. Einige Jungen pendeln zwischen dem Image der Jungsgruppe, sich nicht mit Mädchen abzugeben und dem Interesse an einzelnen Mädchen und geben Jungen nicht gerne zu, ein Mädchen interessant zu finden. Früher oder später ist es wieder angesehen, eine Freundin zu haben. Man zeigt sie herum und ist stolz darauf. Mädchen sind oftmals eher bereit ihren Freundinnen gegenüber offen zu ihren Gefühlen für einen Jungen zu stehen. Auch für Mädchen ist es schnell „in“ einen Freund zu haben. Beide Geschlechter lassen sich doch noch sehr stark von ihrer Clique beeinflussen. Je beliebter und hübscher der Freund oder die Freundin ist, um so höher der Neid der Clique. Der Gruppenzwang ist bei Jugendlichen besonders stark. Das fängt bei materiellen Dingen an (z. B. Markenklamotten) und hört bei gruppengemeinsamen Aktionen oder Handlungen (z. B. Rauchen) auf. Die Rangordnung ist jetzt viel stärker ausgeprägt. Aus Angst, ausgegrenzt zu werden, passen sich viele Jugendliche ihrer Clique an und tun manchmal Dinge, die sie eigentlich gar nicht wollen, nur, um akzeptiert zu werden (z. B. Rauchen). Deswegen sind Jugendliche, gerade auch labile Jugendliche, besonders stark gefährdet, im Leben abzurutschen (z. B. durch Alkoholgenuß und Drogen). Sie haben allgemein den Drang, sich von Menschen anderen Alters, besonders Erwachsenen, abzuheben, was sie durch ihr Verhalten, ihre Sachen, ihre Musik, ihre Lebenseinstellung und andere Dinge demonstrieren. Sie wollen ihre Grenzen austesten und alles Mögliche ausprobieren, denn sie wollen zeigen, daß sie erwachsen werden und selbständig sind. Oft sind sie unstet und unentschieden.
Ältere Jugendliche und junge Erwachsene: Ca. ab dem 17. bis 18. Lebensjahr sind sich Jugendliche schon wesentlich sicher, was sie im Leben eigentlich wollen, oft haben sie viel ausprobiert und sich entschieden, wie sie ihr Leben fortan leben wollen. Deswegen nimmt der Gruppenzwang auch ab. Sie sind schon fast erwachsen und müssen wesentlich mehr Verantwortung übernehmen, z. B. wenn sie arbeiten gehen oder eine Familie gründen. Gruppen gemischten Geschlechts treten wieder häufiger auf, obwohl viele junge Leute jetzt auch eher einzelne Freundschaften pflegen. Die Freunde werden jetzt oft nach Interessengebieten ausgewählt. Z. B. treffen sich junge Mütter oft, um gemeinsam Einkaufen zu gehen oder mit den Kindern wegzugehen.
Erwachsene zwischen 35 und 55: Die Zeit, die Erwachsene in gleichaltrigen Freundeskreisen verbringen, wird nun immer weniger. Im Gegensatz zu Kindern und Jugendlichen haben die meisten jetzt eine eigene Familie und eine Arbeit, was die freie, zur Verfügung stehende Zeit sehr stark einschränkt. Jetzt ist es nicht mehr unbedingt so, daß der Freundeskreis sich in der Hauptsache wegen Interessen zusammenfindet. Oft finden sich ganz unterschiedliche Leute mit zusammen, die aber oft aus derselben sozialen Schicht sind und sich meistens von Intellekt her ähnlich sind. Erwachsene gehen anders miteinander um. Materielle Dinge erwecken immer noch Neid, aber in der Regel stehen sie nicht mehr so im Vordergrund. Erwachsene sind auch im Umgang miteinander toleranter. Während Jugendliche oft sehr monoton sind, sei es denn im Äußeren, wie auch mit der Einstellung zu bestimmten Dingen und alle möglichst gleich sein sollten - eben so, wie Erwachsene nicht sind, sind doch Erwachsene ziemlich unterschiedlich. Der eine beispielsweise raucht und der andere sammelt Briefmarken. Es stört den Briefmarkensammler nicht, daß die anderen nicht sammeln und die anderen akzeptieren das, wenn es sie auch nicht sonderlich interessieren muß. Mindestens ein gemeinsames Interesse gibt es allerdings doch fast immer. Die einen gehen regelmäßig bowlen, die anderen veranstalten einmal in der Woche einen Tanzabend zu Hause. Aber natürlich gibt es auch in diesem Alter Gruppen, die sich durch ganz bestimmte Interessen bilden (z. B. Fußballmannschaft).
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Text "Das Verhalten Gleichaltriger untereinander"?
Der Text untersucht, wie sich das Verhalten und die Beziehungen zwischen Gleichaltrigen im Laufe des Lebens verändern. Er betrachtet verschiedene Altersgruppen, von Babys bis zu älteren Erwachsenen, und analysiert die Dynamiken, die die Interaktionen zwischen ihnen bestimmen.
Wie verhalten sich Babys im ersten Lebensjahr gegenüber Gleichaltrigen?
Säuglinge unterscheiden hauptsächlich zwischen bekannten und fremden Personen. Sie erkennen das Alter oder Geschlecht noch nicht und behandeln andere Babys im Allgemeinen ähnlich wie Erwachsene.
Wie verändert sich das Verhalten von Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren gegenüber Gleichaltrigen?
Ab dem 2. Lebensjahr beginnen Kinder, Gleichaltrige von anderen Altersgruppen zu unterscheiden. Bis zum Alter von etwa 6 Jahren spielt das Geschlecht im Umgang miteinander keine Rolle. Es bilden sich oft Gruppen, in denen es Anführer und eine gewisse Rangordnung gibt. Auch Außenseiter sind erkennbar, die anders behandelt oder ausgegrenzt werden können. Erster Gruppenzwang kann sich bemerkbar machen.
Welche Veränderungen sind im Verhalten von Kindern im Alter von 7 bis 11 Jahren zu beobachten?
Ab etwa dem 8. Lebensjahr wählen Kinder ihre Freunde zunehmend nach Geschlecht aus. Jungen und Mädchen entwickeln unterschiedliche Interessen. Jungen versuchen, ihre Männlichkeit zu beweisen und grenzen sich von Mädchen ab, während Mädchen sich oft über die Jungen erheben oder sich von ihnen abgrenzen. Gemischte Gruppen sind selten.
Wie beeinflusst die Pubertät das Verhalten Jugendlicher ab 12 Jahren gegenüber Gleichaltrigen?
In der Pubertät werden Jugendliche wieder am anderen Geschlecht interessiert. Gemischte Cliquen sind bis ca. 16 Jahre eher selten. Der Gruppenzwang ist besonders stark, und Jugendliche passen sich oft an, um akzeptiert zu werden, was zu riskantem Verhalten führen kann. Sie versuchen, sich von Erwachsenen abzugrenzen und ihre Grenzen auszutesten.
Wie verändert sich das Verhalten älterer Jugendlicher und junger Erwachsener gegenüber Gleichaltrigen?
Ab etwa dem 17. bis 18. Lebensjahr werden Jugendliche selbstsicherer in Bezug auf ihre Ziele, wodurch der Gruppenzwang abnimmt. Sie übernehmen mehr Verantwortung und pflegen oft einzelne Freundschaften, die auf gemeinsamen Interessen basieren. Gemischte Gruppen treten wieder häufiger auf.
Wie sieht das Verhalten von Erwachsenen zwischen 35 und 55 Jahren gegenüber Gleichaltrigen aus?
Die Zeit, die Erwachsene mit Gleichaltrigen verbringen, nimmt ab, da Familie und Beruf im Vordergrund stehen. Freundeskreise entstehen oft aus derselben sozialen Schicht und mit ähnlichem Intellekt. Materielle Dinge spielen eine geringere Rolle, und es herrscht mehr Toleranz. Gemeinsame Interessen sind jedoch weiterhin wichtig.
Wie gestaltet sich das Verhalten von Erwachsenen ab 55 Jahren gegenüber Gleichaltrigen?
Ältere Menschen sind oft alleine, da Kinder eigene Familien haben und Partner verstorben sind. Es ist schwieriger, neue Kontakte zu knüpfen. Gruppen bilden sich oft in Altenheimen oder Vereinen, wo sie sich aus bestimmten Interessen treffen und über vergangene Zeiten sprechen.
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- Susanne Finsch (Autor), 2001, Verhalten Gleichaltriger untereinander, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/102575