Hat die Corona-Pandemie der Weltwirtschaft irreversible Beschädigungen zugefügt? Nicht nur die verhängten Ausgangssperren und die Kontaktverbote, die das Privatleben der Menschen weltweit drastisch einschränken, sind eine der zahlreichen Folgen, die die Corona-Krise mit sich bringt. In Deutschland sowie vielen anderen Staaten wurde eine Vielzahl von Arbeitskräften entweder in Kurzarbeit geschickt oder entlassen. Trotz der massiven Hilfsprogramme der Staatsregierungen wird eine Reihe von Unternehmen der Insolvenz nicht entkommen können. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben die namhaften Notenbanken wie die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank Rettungspakte beschlossen.
Derartige Entwicklungen werfen im makroökonomischen Kontext die Frage auf, ob sich inflationäre Tendenzen herauskristallisieren könnten.
Im ersten Teil dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung wird daher die theoretische Grundstruktur der Inflationsentstehung analysiert. In diesem Zuge werden unterschiedliche Szenarien expliziert, denen eine Inflationstendenz inhärent ist.
Im zweiten Teil werden die gewonnen theoretischen Erkenntnisse in praxisnahen Bezug gestellt. Zunächst wird die deutsche Hyperinflation von 1913 bis 1923 näher betrachtet und einer detaillierten Ursachenanalyse unterzogen, um im Anschluss daran mögliche Gemeinsamkeiten zur heutigen Corona-bedingten Situation erkennen zu können. Zudem wird geprüft, inwieweit die theoretischen Inflationserklärungen einen Anlass dazu geben, eine kommende Inflation zu befürchten.
Der abschließende letzte Teil dieser Seminararbeit beantwortet schlussendlich die, eingangs erwähnte, Fragestellung und gibt einen Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlagen der Inflations- und Deflationstheorie
- Nominales und reales Bruttoinlandsprodukt
- Messung der Inflation und der Deflation
- Entstehung der Inflation
- Geldmengeninflation
- Nachfrageinflation
- Angebotsinflation
- Arten der Inflation
- Auswirkungen von Inflation und Deflation
- Preisniveauänderungen und Arbeitslosigkeit
- Inflationsgeschehen verschiedener Zeitspannen
- Die deutsche Hyperinflation zwischen 1913 und 1923
- Kriegsfinanzierung und Geldmengenausweitung
- Hyperinflation und Zahlungs- bzw. Quantitätstheorie
- Inflation durch die Corona-Pandemie?
- Bekämpfung des Infektionsgeschehens und Lockdown
- Kosten und Finanzierung der Coronavirus-Bekämpfung
- Angebots- oder Nachfrageschock als Inflationsindikator?
- Intervention der europäischen Institutionen (Geldausweitung)
- Inflationäre Tendenzen im Rahmen der Corona-Pandemie?
- Conclusio
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit analysiert die potenzielle Entstehung einer Hyperinflation im Kontext der Corona-Pandemie. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die theoretischen Grundlagen der Inflation und Deflation zu beleuchten, die deutsche Hyperinflation von 1913 bis 1923 zu analysieren und diese mit der aktuellen Situation zu vergleichen.
- Theoretische Grundlagen der Inflation und Deflation
- Ursachen der deutschen Hyperinflation von 1913 bis 1923
- Mögliche Inflationstreiber in der Corona-Pandemie
- Vergleich der beiden Zeiträume
- Bewertung der Inflationsrisiken in der gegenwärtigen Situation
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Inflation und Deflation. Es definiert wichtige Begriffe wie nominales und reales Bruttoinlandsprodukt, erklärt die Messung von Inflation und Deflation sowie die verschiedenen Ursachen und Arten der Inflation.
Im zweiten Kapitel wird die deutsche Hyperinflation von 1913 bis 1923 umfassend analysiert. Hierbei werden die Kriegsfinanzierung, die Geldmengenausweitung und die Rolle der Zahlungs- und Quantitätstheorie untersucht.
Das dritte Kapitel untersucht die potentielle Inflation durch die Corona-Pandemie. Es analysiert die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns, die Kosten und Finanzierung der Coronavirus-Bekämpfung, sowie die Auswirkungen der Interventionen der europäischen Institutionen. Zudem werden die verschiedenen Inflationstreiber im Kontext der Corona-Pandemie, wie Angebots- und Nachfrageschocks, betrachtet.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Hyperinflation, Corona-Pandemie, Geldmengenpolitik, Quantitätstheorie, Inflationstreiber, Nachfrageschock, Angebotsschock, Deflation, Preisniveau, Arbeitslosigkeit, europäische Institutionen und Notenbanken.
Häufig gestellte Fragen
Droht durch die Corona-Pandemie eine Hyperinflation?
Die Arbeit analysiert, ob die massiven Rettungspakete und die Ausweitung der Geldmenge durch Zentralbanken langfristig zu extremen Preissteigerungen führen könnten.
Was war die Ursache der deutschen Hyperinflation 1923?
Hauptursachen waren die Kriegsfinanzierung durch ungebremste Geldvermehrung und der anschließende Vertrauensverlust in die Währung.
Was ist der Unterschied zwischen Geldmengen- und Nachfrageinflation?
Geldmengeninflation entsteht durch zu viel Geld im System, während Nachfrageinflation auftritt, wenn die Nachfrage das Angebot an Gütern übersteigt.
Welchen Einfluss hat ein Lockdown auf die Inflation?
Ein Lockdown kann sowohl einen Angebotsschock (Produktionsstopp) als auch einen Nachfrageschock auslösen, die gegensätzliche Wirkungen auf das Preisniveau haben.
Was besagt die Quantitätstheorie?
Sie besagt, dass eine Erhöhung der Geldmenge bei gleichbleibender Gütermenge zwangsläufig zu einem Anstieg des Preisniveaus führt.
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- Pascal Kreylos (Author), John-Marcel Kremin (Author), 2021, Neue Hyperinflation durch Corona?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1014808