Thema dieser Hausarbeit ist die Erkundung von lernpsychologischen Gesichtspunkten an einer (militärischen) Ausbildungseinrichtung. Es soll untersucht werden, welche Bedeutung lernpsychologische Theorien im Unterricht haben. Mit gezielter Unterrichtsanschauung, auf die ich im folgenden Kapitel genauer eingehen werde, versuchte ich, Parallelen zwischen Unterrichtsformen und lernpsychologischen Theorien zu finden. Ich erhoffte mir, anhand der von mir ausgewählten Lerntheorien konkrete Unterrichtssituationen erklären zu können.
Es wird hierbei von der Prämisse ausgegangen, daß die Formen des Lernens an einer Ausbildungseinrichtung von eindeutig festgelegten Lernzielen dominiert werden, welche sowohl inhaltlicher als auch erzieherischer Natur sein können. Die Berufsausbildung im militärischen Spektrum erfordert es in ganz besonderem Maße, neben dem Aspekt der Ausbildung auch den Aspekt der Erziehung in den Lernprozess mit einzubeziehen. Erziehung bedeutet dabei, neben der reinen Vermittlung inhaltlichen Wissens auch das Fundament für potente und verantwortungs-bewusste Menschen zu schaffen.
Um dieses Ziel zu erreichen, muß man sich insbesondere Gedanken machen über die Form, in der gelernt werden soll. Die Form, in der einem Individuum ein Unterrichtsstoff nähergebracht wird, ist entscheidend dafür, inwieweit dieser diesen internalisiert. Diese Vorstellungen beruhen nicht nur auf der Einzelmeinung des Verfassers dieses Berichtes, sondern sind für die Bundeswehr als Leitlinien niedergeschrieben in dem „Konzept für Innere Führung“. Dieses Konzept für Innere Führung fordert eine einfache, sinnvolle und überzeugende Erziehung, welche mit Geduld und Bestimmtheit verfolgt werden soll. Der Prozess des Erziehens soll dabei nicht nur in Worten, sondern vor allem in der Art seiner Aufgabenstellung wirksam werden. Für eine Schule der Bundeswehr bedeutet dies, geeignete Lernmethoden zu verwenden, um dieser Idee der Erziehung gerecht werden zu können.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Definition des Lernens in der Lernpsychologie
- Die klassische Konditionierung
- Theoretische Grundlagen: Die Konditionierungsexperimente von Pawlow und Watson
- Der Unterricht "Maschineschreiben"
- Operantes Konditionieren
- Die Skinner-Box
- Der Kontingenzvertrag
- Unterrichte mit und ohne Verstärkung
- Kognitives Lernen
- Das Lernen von Assoziationen
- Theorie der Kettenbildung
- Der Fachunterricht "Materialbewirtschaftung"
- Beobachtungslernen
- Banduras' Theorie des Modellverhaltens
- Praktische Handwaffenausbildung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Hausarbeit ist die Untersuchung der Anwendung lernpsychologischer Theorien im militärischen Ausbildungskontext. Es soll analysiert werden, welchen Einfluss diese Theorien auf den Unterricht haben und wie sie zur Gestaltung von effektiven Lernprozessen beitragen können.
- Definition des Lernens in der Lernpsychologie und verschiedene Lerntheorien
- Die Rolle der klassischen und operanten Konditionierung im Unterricht
- Kognitives Lernen und das Lernen von Assoziationen
- Beobachtungslernen und die Anwendung von Modellverhalten
- Praktische Beispiele aus dem militärischen Ausbildungsumfeld
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema der Hausarbeit vor und erläutert den Fokus auf die Erkundung lernpsychologischer Gesichtspunkte im militärischen Ausbildungskontext. Es wird die Relevanz von lernpsychologischen Theorien im Unterricht betont und die Verbindung zu Unterrichtsformen und Lernprozessen hergestellt.
Kapitel 2 definiert den Lernbegriff in der Lernpsychologie und zeigt die Vielfalt und Komplexität des Lernens auf. Es wird die Bedeutung der Verhaltensveränderungen als Ergebnis von Erfahrungen sowie der Internalisierung von Wissen durch Dispositionsveränderungen hervorgehoben.
Kapitel 3 befasst sich mit der klassischen Konditionierung. Die theoretischen Grundlagen werden anhand der Experimente von Pawlow und Watson erläutert, wobei die Entstehung von Reiz-Reaktionsverbindungen im Vordergrund steht. Der Unterricht "Maschineschreiben" wird als Beispiel für die Anwendung der klassischen Konditionierung im Ausbildungskontext analysiert, wobei die Zweifel am Ersetzungsprinzip von Pawlow kritisch beleuchtet werden.
Kapitel 4 widmet sich dem operanten Konditionieren. Die Skinner-Box und der Kontingenzvertrag werden als Beispiele für verstärkende Lernprozesse dargestellt, die in verschiedenen Unterrichte eingesetzt werden können.
Kapitel 5 behandelt das kognitive Lernen, das sich auf mentale Prozesse wie Wahrnehmung, Gedächtnis und Denken konzentriert. Es werden verschiedene Aspekte des kognitiven Lernens beleuchtet, die für die Gestaltung von effektiven Lernprozessen relevant sind.
Kapitel 6 befasst sich mit dem Lernen von Assoziationen. Die Theorie der Kettenbildung wird vorgestellt und anhand des Fachunterrichts "Materialbewirtschaftung" illustriert.
Kapitel 7 widmet sich dem Beobachtungslernen. Banduras' Theorie des Modellverhaltens wird erläutert, die die Bedeutung von Vorbildern und Nachahmung im Lernprozess betont. Die praktische Handwaffenausbildung wird als Beispiel für die Anwendung des Beobachtungslernens im militärischen Kontext untersucht.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter dieser Hausarbeit umfassen: Lernpsychologie, Lerntheorien, klassische Konditionierung, operantes Konditionierung, kognitives Lernen, Assoziationslernen, Beobachtungslernen, Militär, Ausbildung, Unterricht, Erziehung.
- Quote paper
- Thorsten Lemmer (Author), 2002, Die praktische Anwendung lernpsychologischer Theorien im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10116