„Richtiges Sehen, Beobachten, Denken“ – dies kann als Leitspruch August Sanders gelten und soll Gegenstand dieser Arbeit sein. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme der Bildtypen, in denen Frauen vorkommen.
Im Fokus stehen dabei die Gruppen „Der Bauer“ und „Die Frau“, die übrigen fünf Gruppen finden keine Erwähnung, da sie sich ausschließlich mit dem männlichen Geschlecht als Handwerker, Künstler und Intellektueller sowie mit den „letzten Menschen“, u.a. Kranken befassen. Zwar sind weitere Frauenporträts in der Gruppe „Großstadt“ vorzufinden, doch die zwei gewählten Gruppen befassen sich mit den drei Ständen Bauer, Arbeiter und Bürgerliche, die die Grundlage der vorliegenden Arbeit bilden.
Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Porträtarten zu bekommen, mitsamt den Bildunterschriften, die möglicherweise Aufschluss über die Position der Frau innerhalb des Bildkontextes geben. Denn so sehr Sander versucht hat, sich selbst aus dem bildlichen Inhalt hinauszuziehen, so vertritt der doch eine konservative Grundhaltung, deren Bildsprache es aufzudecken gilt. Dies führt zum nächsten Schritt, der inhaltlichen Gruppierung der Frauenporträts innerhalb einer Gruppe.
Durch Analysen einzelner repräsentativer Werke der jeweiligen Porträtgruppe soll die Bildsprache einer Gruppe verstanden werden, um dann im letzten Schritt Bezüge zwischen den Gruppen herzustellen. Die Quellenlage zu Aktivitäten der Frau ist keine gute, sodass das recht einseitig überlieferte Bild der "Neuen Frau" nicht ausreicht, um der sozialen Realität der Weimarer Republik gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsstand
- Der Bauer
- Die Bäuerin
- Das Bauernpaar
- Die Bäuerin und ihre Familie
- Bauernfamilie
- Bäuerin mit Kind
- Bauernleben
- Zusammenfassung „Der Bauer“
- Die Frau
- Einzelporträts
- Elegante Frau
- Berufstätige Frau
- Mann und Frau
- Die Frau und ihre Familie
- Mutter und Kind
- Familienbildnisse
- Zusammenfassung „Die Frau“
- Einzelporträts
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser B.A.-Arbeit ist es, die Frauenporträts von August Sander in den beiden Mappen „Der Bauer“ und „Die Frau“ zu analysieren und ihre Bedeutung im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen der Weimarer Republik zu beleuchten. Dabei liegt der Fokus auf der Darstellung der Frau in ihren verschiedenen Rollen und der Untersuchung, wie Sander die Veränderungen in der Position der Frau im frühen 20. Jahrhundert durch seine Bildsprache festhält.
- Die Rolle der Frau in der bäuerlichen Gesellschaft
- Die Veränderungen im Frauenbild der Weimarer Republik
- Die Darstellung der Frau in den verschiedenen sozialen Schichten
- Die Inszenierung von Familie und Beziehungen in Sanders Porträts
- Die Bedeutung der Bildsprache und der kompositorischen Elemente in Sanders Werk
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung gibt einen Überblick über die historische und gesellschaftliche Situation, in der August Sander seine Porträts schuf, insbesondere die Rolle der Frau im Kontext der Weimarer Republik. Der Forschungsstand beleuchtet die bisherige Beschäftigung mit dem Werk von August Sander und den Fokus auf die Frauenporträts.
Kapitel 3 analysiert die Frauenporträts in der Mappe „Der Bauer“, indem es verschiedene Einzelporträts, Paarporträts und Familienbildnisse betrachtet und die Bedeutung der Frau in ihrer Rolle als Bäuerin, Ehefrau und Mutter im Kontext der bäuerlichen Lebensweise untersucht.
Kapitel 4 konzentriert sich auf die Frauenporträts in der Mappe „Die Frau“. Es werden Einzelporträts von „Eleganten Frauen“ und „Berufstätigen Frauen“ sowie Paarporträts und Familienbildnisse aus der bürgerlichen und der Arbeiterklasse untersucht. Im Mittelpunkt steht dabei die Darstellung der Frau in den verschiedenen sozialen Schichten und die Herausforderungen, die sie im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungen der Weimarer Republik bewältigte.
Der Schluss fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und beleuchtet die Bedeutung von Sanders Werk für das Verständnis der Rolle der Frau im frühen 20. Jahrhundert.
Schlüsselwörter
August Sander, Frauenporträts, Weimarer Republik, „Der Bauer“, „Die Frau“, Bäuerin, Bürgerliche, Arbeiterfrau, Familienbildnisse, soziale Veränderungen, Bildsprache, kompositorische Elemente, gesellschaftliche Rollen, Tradition, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bildmappen von August Sander werden in der Arbeit analysiert?
Die Analyse konzentriert sich auf die Gruppen „Der Bauer“ und „Die Frau“ aus seinem monumentalen Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“.
Wie wird die „Neue Frau“ in Sanders Porträts dargestellt?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Sanders Porträts von eleganten und berufstätigen Frauen der sozialen Realität und dem Idealbild der „Neuen Frau“ in der Weimarer Republik entsprechen.
Welche Rolle spielt die Bildunterschrift bei Sanders Werken?
Die Bildunterschriften geben Aufschluss über die Position der Frau innerhalb des Bildkontextes und spiegeln oft Sanders eigene, teils konservative Grundhaltung wider.
Wie stellt Sander die bäuerliche Frau dar?
Die Porträts zeigen die Bäuerin oft im Kontext von Familie, Kind und Arbeit, was ihre zentrale Rolle in der traditionellen bäuerlichen Gesellschaft unterstreicht.
Was war Sanders Leitspruch für seine fotografische Arbeit?
Sein Leitspruch lautete: „Richtiges Sehen, Beobachten, Denken“, was seinen sachlich-dokumentarischen Stil prägte.
- Quote paper
- Ann-Katrin Boberg (Author), 2013, August Sander und seine Frauenporträts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1010884