In dieser Ausarbeitung soll es im speziellen um das Profil von Kirche im Johannesevangelium gehen. Dazu gibt es zunächst eine Begriffsbestimmung von Kirche und eine Einleitung in das vierte Evangelium. Darauf folgt dann der Versuch einer groben Darstellung wichtiger Untersuchungen und Erkenntnisse zur johanneischen Ekklesiologie. Abschließend werden die herausgearbeiteten Erkenntnisse in einem persönlichen Fazit reflektiert.
„Jesus kündigte das Reich Gottes an und gekommen ist die Kirche.“ (Alfred Loisy)
Diese vielzitierte und kirchenkritische Aussage darf auch in dieser Untersuchung nicht fehlen. Sie drückt sehr treffend das Bedauern darüber aus, was aus der revolutionären Verkündigung des Wanderpredigers Jesus von Nazareth geworden ist. Kirche ist in Teilen zu einer komplexen und weltweit mächtigen Institution geworden. Die Diskrepanz zur eschatologischen Verkündigung von der Königsherrschaft Gottes ist offensichtlich. Die zum Teil konservative und auf den Machterhalt zielende Politik ist leider kein Relikt der Kirchengeschichte, sondern in verschiedenen Konfessionen in unterschiedlichem Maße hochaktuell. Die Initiative Maria 2.0 in der römisch-katholischen Kirche z.B. zeigt deutlich, dass sich gewisse Strukturen von Kirche im Hinblick auf das Neue Testament nicht mehr vor ihren Gläubigen rechtfertigen lassen. Im Zuge des Seminars “Kirche im Neuen Testament” nahmen wir die Kirche als ein wesentliches Thema des Neuen Testaments in den Blick. Anhand ausgewählter Schriften entdeckten wir ein vielgestaltiges Bild dieser gemeinschaftlichen Form des Lebens des christlichen Glaubens. Durch verschiedene Bezeichnungen, Begriffe und Konzepte, entwerfen die neutestamentlichen Autoren ganz eigene Vorstellungen von Gemeinde, die einiges gemein haben, durchaus aber auch differieren. Die verschiedenen Ekklesiologien des Neuen Testament machen verschiedene Gemeindekonzepte erklärbar und können somit auch die heutige Diversität der christlichen Kirchenlandschaft teilweise nachvollziehbar machen.
Inhaltsverzeichnis
- Hinführung
- Kirche und andere Selbstbezeichnungen für Gemeinde im Neuen Testament
- Das vierte Evangelium
- Der Paraklet
- Der Jünger, den Jesus liebte
- Die Jüngerinnen und Jünger
- Die Sakramente
- Persönliches Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Kirche im Johannesevangelium und untersucht, wie die Gemeinde in diesem Evangelium dargestellt wird. Dabei werden die unterschiedlichen Bezeichnungen für die Jüngergemeinschaft im Neuen Testament betrachtet und die Besonderheiten der johanneischen Ekklesiologie beleuchtet.
- Das Konzept der Kirche im Johannesevangelium
- Die Bedeutung des Parakleten für die Jüngergemeinschaft
- Die Rolle des "Jüngers, den Jesus liebte"
- Die Darstellung der Jüngerinnen und Jünger im Johannesevangelium
- Die Sakramente in der johanneischen Ekklesiologie
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung
Dieser Abschnitt stellt die Relevanz des Themas "Kirche im Neuen Testament" dar und thematisiert die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Verkündigung Jesu und der späteren Entwicklung der Kirche. Die Arbeit fokussiert sich auf das Johannesevangelium und seine spezifische Ekklesiologie.
Kirche und andere Selbstbezeichnungen für Gemeinde im Neuen Testament
Hier werden verschiedene Bezeichnungen für die Jüngergemeinschaft im Neuen Testament vorgestellt, darunter "Gemeinde (Gottes)", "Jünger", "Brüder" und "Heilige". Die Entstehung und Bedeutung dieser Begriffe im Kontext der Zeit werden erläutert.
Das vierte Evangelium
Dieser Abschnitt liefert eine kurze Einführung in das Johannesevangelium, inklusive der Diskussion um seine Autorenschaft und Entstehung. Die Besonderheiten des Johannesevangeliums im Vergleich zu den Synoptikern werden hervorgehoben.
Der Paraklet
Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die Rolle des Parakleten im Johannesevangelium und seine Bedeutung für die Jüngergemeinschaft. Die Funktion des Parakleten im Kontext der johanneischen Ekklesiologie wird beleuchtet.
Der Jünger, den Jesus liebte
Hier wird die Bedeutung des "Jüngers, den Jesus liebte" im Johannesevangelium betrachtet. Seine besondere Rolle in der Jüngergemeinschaft und sein Verhältnis zu Jesus werden untersucht.
Die Jüngerinnen und Jünger
Dieser Abschnitt befasst sich mit der Darstellung der Jüngerinnen und Jünger im Johannesevangelium. Die verschiedenen Aspekte ihres Verhältnisses zu Jesus und ihre Rolle in der Gemeinde werden beleuchtet.
Die Sakramente
Dieser Abschnitt untersucht die Sakramente in der johanneischen Ekklesiologie. Die Bedeutung der Sakramente im Kontext der Jüngergemeinschaft und ihre Funktion im Johannesevangelium werden analysiert.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Johannesevangelium, Ekklesiologie, Jüngergemeinschaft, Gemeinde, Paraklet, Jünger, Sakramente.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an der Kirche im Johannesevangelium?
Die Arbeit untersucht das Profil der Gemeinde im vierten Evangelium, das sich durch Begriffe wie "Freundinnen und Freunde Jesu" und spezifische ekklesiologische Konzepte auszeichnet.
Welche Rolle spielt der Paraklet für die Gemeinde?
Der Paraklet (Beistand/Heiliger Geist) ist zentral für die Jüngergemeinschaft nach dem Abschied Jesu und fungiert als bleibende Gegenwart Gottes in der Kirche.
Wer ist der "Jünger, den Jesus liebte"?
Diese Figur nimmt eine Sonderstellung ein und wird in der Arbeit als Vorbild und Identifikationsfigur für die johanneische Gemeinde analysiert.
Wie werden Sakramente im Johannesevangelium dargestellt?
Die Arbeit beleuchtet die sakramentalen Anspielungen und deren Bedeutung für das Leben der christlichen Gemeinschaft im Kontext dieses Evangeliums.
Welche Kritik an der heutigen Kirche wird geäußert?
Es wird die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Gemeinschaftsidee im Neuen Testament und der späteren Entwicklung der Kirche hin zu einer mächtigen Institution thematisiert.
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- Tobias Isaak (Author), 2021, Die Gemeinschaft der Freundinnen und Freunde Jesu. Kirche im Johannesevangelium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1004534