Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die nach aktueller Rechtslage (noch) möglichen Gestaltungsmaßnahmen zur Absenkung der Verwaltungsvermögensquote zu identifizieren und anschaulich darzustellen. Dieses Gestaltungspotential bildet die Grundlage, um Steuerersparnisse bei der Vererbung oder Verschenkung von Betriebsvermögen und Anteilen an Kapitalgesellschaften zu erzielen.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei thematische Abschnitte auf. Zunächst wird ein kurzer Überblick über die erbschaft- und schenkungsteuerliche Behandlung von Betriebsvermögen und Anteilen an Kapitalgesellschaften gegeben, wobei insbesondere auf die Identifikation von Verwaltungsvermögen eingegangen wird. Der Einblick in die momentane steuerrechtliche Situation ist grundlegend für die sich im zweiten Teil anschließende Darstellung von Gestaltungsmaßnahmen zur Senkung der Verwaltungsvermögensquote.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erbschaft- und schenkungsteuerliche Behandlung von Betriebsvermögen und Anteilen an Kapitalgesellschaften
- Ermittlung des begünstigungsfähigen Vermögens
- Der 90%-Test als Fallbeil des begünstigten Vermögens
- Verschonungsmodelle
- Identifikation von Verwaltungsvermögen
- Gestaltungsansätze zur Senkung der Verwaltungsvermögensquote
- Vorausschauende Planung als Gestaltungsgrundlage
- Umschichtung von Verwaltungsvermögen in Finanzmittel
- Investitionsklausel im Erbfall § 13b Absatz 5 ErbStG
- Poolvereinbarung
- Die ,,Oldtimer-GmbH“
- Die Unternehmensbewertung als Stellschraube der Verwaltungsvermögensquote
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit im Steuerrecht befasst sich mit der Thematik der Gestaltungsmaßnahmen zur Absenkung der Verwaltungsvermögensquote im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht. Ziel der Arbeit ist es, die relevanten Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen und deren Wirksamkeit zu analysieren.
- Steuerliche Begünstigung von Betriebsvermögen im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht
- Identifikation und Abgrenzung von Betriebs- und Verwaltungsvermögen
- Gestaltungsmöglichkeiten zur Senkung der Verwaltungsvermögensquote
- Bewertung von Unternehmensanteilen und deren Einfluss auf die Verwaltungsvermögensquote
- Steuerliche Risiken und Compliance-Aspekte im Zusammenhang mit Gestaltungsmaßnahmen
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung führt in die Thematik der Steuergestaltung und deren Bedeutung im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht ein. Sie beleuchtet die Problematik der Steuervermeidung und die Bedeutung des Betriebsvermögens im Hinblick auf das Gemeinwohl.
- Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der erbschaft- und schenkungsteuerlichen Behandlung von Betriebsvermögen und Anteilen an Kapitalgesellschaften. Es werden die relevanten Vorschriften des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) erläutert, insbesondere die Ermittlung des begünstigten Vermögens und der 90%-Test.
- Im dritten Kapitel werden verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Senkung der Verwaltungsvermögensquote vorgestellt. Es werden unter anderem die Vorausschauende Planung, die Umschichtung von Verwaltungsvermögen in Finanzmittel, die Investitionsklausel, Poolvereinbarungen und die ,,Oldtimer-GmbH“ behandelt.
Schlüsselwörter
Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Betriebsvermögen, Verwaltungsvermögen, Gestaltungsmaßnahmen, Verwaltungsvermögensquote, Unternehmensbewertung, 90%-Test, Verschonungsmodelle, Poolvereinbarung, Oldtimer-GmbH, Steuervermeidung, Steuergestaltung, Steuerrecht, Erbschaftsteuergesetz (ErbStG)
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Verwaltungsvermögensquote?
Sie gibt den Anteil des Verwaltungsvermögens (z. B. vermietete Immobilien, Wertpapiere) am gesamten Unternehmenswert an und entscheidet über steuerliche Begünstigungen bei Erbschaften.
Was besagt der 90%-Test im Erbschaftsteuerrecht?
Übersteigt das Verwaltungsvermögen 90 % des Unternehmenswerts, entfällt die steuerliche Begünstigung für Betriebsvermögen vollständig (Fallbeil-Effekt).
Wie kann man die Verwaltungsvermögensquote senken?
Mögliche Maßnahmen sind die Umschichtung in begünstigtes Finanzkapital, Investitionsklauseln (§ 13b ErbStG) oder der Einsatz von Poolvereinbarungen.
Was ist eine „Oldtimer-GmbH“?
Es handelt sich um ein Gestaltungsmodell, bei dem private Luxusgüter in eine GmbH eingebracht werden, um steuerliche Vorteile zu nutzen, was jedoch rechtlich riskant sein kann.
Welche Rolle spielt die Unternehmensbewertung für die Quote?
Ein höherer Gesamtwert des Unternehmens (z. B. durch Ertragswertverfahren) kann die relative Verwaltungsvermögensquote senken und so die Begünstigung sichern.
Warum ist vorausschauende Planung bei der Erbschaftsteuer wichtig?
Da viele Gestaltungsmaßnahmen Fristen unterliegen, muss die Strukturierung des Vermögens oft Jahre vor dem eigentlichen Erbfall beginnen.
- Arbeit zitieren
- Isabelle Hein (Autor:in), 2020, Gestaltungsmaßnahmen zur Absenkung der Verwaltungsvermögensquote, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1004197