Diese Arbeit untersucht, inwiefern die unterschiedliche Gestaltung von Lehrplänen in Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg zu einem reflektierten Umgang mit Migration in den Schulbüchern beiträgt. Es wird analysiert, welchen Einfluss der sehr unterschiedliche Stellwert des Themas Migration im Lehrplan darauf hat, wie Migration und MigrantInnen in aktuellen Geschichtslehrbüchern dargestellt werden.
In Deutschland hat aktuelle etwa jeder dritte Schüler einen Migrationshintergrund, jeder zehnte hat keinen deutschen Pass, wobei der Anteil in den nicht-gymnasialen Bildungsgängen oft deutlich höher ist. Trotzdem sind die Geschichtslehrpläne in vielen Bundesländern, darunter auch Nordrhein-Westfalen, noch immer eher nationalgeschichtlich oder zu mindestens sehr europazentriert orientiert. Kulturkontakte, insbesondere Migration, werden selten thematisiert.
Dadurch haben die behandelten Themen kaum einen Bezug zur Lebenswelt vieler SchülerInnen und sie können sich demzufolge nicht gut mit der gelehrten Geschichte identifizieren. Somit können sie auch nicht lernen, sich reflektiert mit der 'eignen' Geschichte auseinanderzusetzen. Der neue Rahmenplan Berlin-Brandenburg, der 2017 in Kraft getreten ist, bricht mit diesen veralteten Strukturen und räumt der interkulturellen Bildung generell, insbesondere aber in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern nun eine deutliche höhere Priorität ein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Migration als „Normalfall“ der Geschichte
- Migration im Geschichtsunterricht
- Lehrpläne
- Didaktische Legitimation
- Entwicklung der Migrationsdarstellung in deutschen Lehrbüchern seit 1980
- Vergleichende Analyse der Schulbücher Zeitreise 7/8 und 9/10 in Berlin-Brandenburg sowie Zeitreise 2 und 3 in Nordrhein-Westfalen
- Methodische Vorgehensweise
- Migration und MigrantInnen im Darstellungsteil
- Migration und MigrantInnen im Arbeitsteil
- Ergebnisse
- Implikationen für den Unterricht
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung von Migration in Geschichtslehrbüchern der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg. Im Fokus steht der Vergleich der Schulbuchreihen „Zeitreise“ in beiden Bundesländern, um herauszufinden, ob und inwiefern die unterschiedliche Gestaltung der Lehrpläne einen reflektierten Umgang mit Migration in den Schulbüchern fördert.
- Relevanz von Migration als „Normalfall“ der Geschichte
- Rolle von Migration in den Lehrplänen von Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg
- Analyse der Migrationsdarstellung in den Schulbüchern „Zeitreise“
- Bedeutung der Migrationsdarstellung für den Geschichtsunterricht
- Implikationen für einen reflektierten Umgang mit Migration im Unterricht
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Relevanz von Migration im Geschichtsunterricht, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft in Deutschland. Die unterschiedlichen Schwerpunkte der Lehrpläne in Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg werden vorgestellt und die Bedeutung von Schulbüchern für die Vermittlung von Migrationsgeschichte wird hervorgehoben.
- Migration als „Normalfall“ der Geschichte: Dieses Kapitel beleuchtet Migration als ein zentrales Element der Menschheitsgeschichte und zeigt, wie der Begriff „Migration“ oft mit negativen Konnotationen verbunden ist. Die Wichtigkeit, Migration als ein komplexes Phänomen zu verstehen, das von individuellen, sozialen und politischen Faktoren beeinflusst wird, wird betont.
- Migration im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von Migration in den Lehrplänen der beiden Bundesländer und untersucht die didaktische Legitimation des Themas. Zudem wird die Entwicklung der Migrationsdarstellung in deutschen Lehrbüchern seit den 1980er Jahren beleuchtet.
- Vergleichende Analyse der Schulbücher Zeitreise 7/8 und 9/10 in Berlin-Brandenburg sowie Zeitreise 2 und 3 in Nordrhein-Westfalen: Dieses Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise der Schulbuchanalyse und vergleicht die „Zeitreise“-Bände in Bezug auf den Umfang und die Qualität der Migrationsdarstellung. Dabei werden sowohl der Darstellungsteil als auch der Arbeitsteil der Bücher betrachtet.
Schlüsselwörter
Migration, Geschichtsunterricht, Lehrplan, Schulbuch, Zeitreise, Nordrhein-Westfalen, Berlin-Brandenburg, Migrationshintergrund, interkulturelle Bildung, Geschichtsdidaktik, Schulbuchanalyse.
- Arbeit zitieren
- Marita Mehnert (Autor:in), 2018, Migration im Geschichtsunterricht. Geschichtsbücher der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000148