Das Wichtigste vorweg:
- Folgende Dimensionen helfen dir, dein Thema einzugrenzen: Fachbereich, geografische und zeitliche Eingrenzung, Zielgruppen, Institutionen sowie Methodenwahl.
- Wähle dein Thema lieber zu konkret als zu weit gefasst.
Wenn du dich in der Literaturrecherche verlierst und unsicher bist, welche Quellen relevant sind, liegt das oft an einer zu breit gefassten Themenwahl. Hast du dir mit deinem Thema zu große Ziele gesetzt und die Forschungsfrage nicht genug eingegrenzt? Je größer du den Fachbereich gewählt hast, desto mehr Quellen gibt es zu durchforsten. Durch eine Konkretisierung deines Themas grenzt du auch die Literatur gezielt ein. Das mag zunächst einschränkend wirken, erleichtert aber den gesamten Schreibprozess erheblich.
Hausarbeiten haben meist einen Umfang von etwa 10 bis 15 Seiten, daher solltest du dein Thema nicht zu breit anlegen. Je konkreter die Fragestellungen sind, desto leichter kannst du die Thematik in der gegebenen Kürze ausreichend behandeln. Auch die Literaturrecherche fällt dir leichter, wenn du das Arbeitsthema gut eingrenzt. Eine klare Eingrenzung erleichtert dir die Auswahl passender Keywords. Diese helfen sowohl bei der Literaturrecherche als auch bei der fachlichen Einordnung deiner Arbeit. Das zentrale Ziel bei der Eingrenzung des Themas ist es, die Hausarbeit für dich machbar und bearbeitbar zu gestalten – sowohl im Hinblick auf den Arbeitsaufwand als auch den Zeitaufwand für das Verfassen deines Textes.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Eingrenzung deines Themas
Die Eingrenzung deines Themas folgt einem einfachen Schema: von einer groben Einordnung hin zu immer mehr Präzision. Nach der ersten Eingrenzung kannst du bereits damit beginnen, weiterführende Literatur zu analysieren, da du auch dort Anregungen und Ideen für deine eigene Themenauswahl findest. Lies gezielt die Fazits anderer Arbeiten aus deinem Themenbereich und suche dort nach konkreten Aufforderungen der Verfasser:innen für eine weiterführende Forschung oder auch passenden Keywords für deine eigene Arbeit.
1. Fachbereich
Diese erste Einordnung ist schnell gemacht, denn sie ist durch deinen Studiengang vorgegeben. Eine Eingrenzung kannst du in diesem Schritt bereits vornehmen, indem du dir das Thema des Seminars oder Moduls, in welchem du die Arbeit schreibst, vor Augen führst. Gehe die Unterlagen und Notizen aus dem Seminar noch einmal durch, denn manchmal finden sich bereits dort Fragestellungen und Inhalte, die dich interessieren oder dein bereits gewähltes Thema konkretisieren können. Natürlich kannst du im Laufe eines Seminars bereits eine Sammlung möglicher Themen anfertigen, um diesen Schritt zu erleichtern.
2. Geografische Eingrenzung
Unabhängig vom Fachbereich ist eine räumliche Einordnung fast immer möglich. Konkretisiere, indem du festlegst, welches Land oder Region du genauer untersuchen oder wo du deine Daten erheben möchtest. Vielleicht bietet sich auch der Vergleich zweier Regionen an oder dein Untersuchungsgegenstand ist an einem Ort bereits aufgefallen und hat dadurch eine besondere Relevanz.
3. Zeitliche Eingrenzung
Eine weitere mögliche Eingrenzung, die du anschließend vornimmst, ist die zeitliche Komponente. Ähnlich wie bei den geografischen Aspekten, kannst du dir überlegen, zu welchem Zeitpunkt du dein Thema betrachten möchtest. Lege einen konkreten Zeitraum fest oder fokussiere einen bestimmten Zeitpunkt. In einigen Themenbereichen ist auch der Vergleich von mehreren verschiedenen Zeiträumen oder Zeitpunkten möglich, wodurch du einen Fortschritt oder auch einen Rückschritt in der Entwicklung in deinem Fachbereich feststellen kannst.
Gerade in diesem Schritt lohnt sich der Einstieg in die Literaturrecherche. Dadurch bekommst du schnell ein Gefühl dafür, für welche Zeiträume genug Literatur für dich zur Verfügung steht und du kannst dich für deine eigene Eingrenzung daran orientieren.
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4. Personengruppen, Einrichtungen und Rezipientengruppen
Du kannst dein Thema zusätzlich auf bestimmte Personengruppen oder Institutionen eingrenzen, die du genauer betrachten möchtest. In der Pädagogik beispielsweise kannst du dich auf Kindergärten oder Schulen fokussieren. Auch eine genauere Betrachtung von Berufsgruppen oder sozialen Gruppen, wie auch Minoritäten bietet sich an. Überlege dir, mit welchen Personengruppen du in deinem Studium die meisten Berührungspunkte hast oder welche Einrichtungsformen du selbst kennst. Im Zuge dessen kannst du z.B. auch eine Unterscheidung nach Geschlecht oder Ausbildungsformen treffen. Wenn du planst, Daten z. B. durch eine Umfrage zu erheben, ist dieser Schritt besonders wichtig, denn du legst dadurch auch die Teilnehmer:innengruppe für deine Forschung fest.
Falls sich dein Thema nicht auf eine konkrete Zielgruppe eingrenzen lässt, kannst du alternativ die Relevanz deiner Arbeit definieren: Für wen sind deine Ergebnisse interessant und welche Ziele verfolgst du? Überlege dir, wen du ansprechen möchtest, für wen deine Ergebnisse relevant sind und welche Ziele du damit erreichen möchtest. Auch Dozierende und Mitstudierende können eine solche Zielgruppe sein.
5. Bestehende Theorien und Modelle nutzen
Im letzten Schritt entscheidest du, welche Theorien oder Modelle du für deine Analyse nutzen möchtest. Gibt es eine bestimmte Methode, mit deren Hilfe du deine Daten erheben kannst oder deine Ergebnisse darstellen möchtest? Unter Umständen findest du auch eine konkrete Theorie, die du untersuchen oder auf deinen Untersuchungsgegenstand anwenden möchtest. Diese Modelle und Theorien zu finden, wird dir leichtfallen, wenn du bis hierhin dein Thema bereits eingegrenzt hast und auf die Suche nach Literatur gehst. Auch eine Kritik an einer konkreten oder etablierten Vorgehensweise bietet sich hier an.
Mit einem klar eingegrenzten Thema kannst du nun gezielt in die Literaturrecherche einsteigen. Methoden für die Recherche wissenschaftlicher Literatur und weitere hilfreiche Tipps für deine Hausarbeiten kannst du in unserem Magazin nachlesen:
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Häufig gestellte Fragen
Folgende Dimensionen helfen dir, dein Thema einzugrenzen: Fachbereich, geografische Eingrenzung, zeitliche Eingrenzung, Proband:innen, Institutionen, Rezipienten und die Methodenwahl.
Wähle dein Thema lieber zu konkret als zu weit gefasst, sonst besteht die Gefahr, dass du dich verzettelst und den Rahmen deiner Hausarbeit sprengst.
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