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Die Verbbildung in der Wortbildungslehre

Titel: Die Verbbildung in der Wortbildungslehre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 21 Seiten , Note: 2

Autor:in: Natalia Schlichter (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Geschichtliche, begriffliche und thematische Schwerpunktsetzung der Arbeit
1. 1. Zur Geschichte der Wortbildungslehre
Die Wortbildungslehre wird erst seit dem 19 Jh. als eigenständige Disziplin behandelt. Früher war sie ein Teil der historischen Grammatik (vgl. Erben 1993, 9f.), die die Wortbildung vor allem diachronisch behandelte und als Hauptaufgabe, ,,die verschiedenen Bahnen zu verfolgen, in denen sich die Ausbildung unseres Wortschatzes vollzieht", hatte. (Henzen 1965; zitiert nach: Erben 1973, 7) Jetzt hat die Wortbildungslehre die Erscheinungen der Wortbildung im Rahmen einer synchronischen Sprachbeschreibung zu behandeln.

1.2. Zum Wortbildungsbegriff
Nach Erben ist Wortbildungslehre ,,derjenige Teil der Grammatik, der die Wortbildung, die Bildung neuer Wörter, unter wissenschaftlichen oder praktischen Gesichtspunkten darstellt und dadurch sowohl angemessene Urteile über Wortbildungsprozesse und ihre Bedingungen ermöglicht, als auch über Wortbildungsergebnisse, die Struktur und Funktion vorhandener und möglicher Wörter." ( Erben 1993, 16)
Als Normalfall der Wortbildung wird von Erben ,,Aufbau eines neuen Wortkomplexes aus sprachüblichen Einheiten, also Aufbau eines komplexen Sekundärzeichens aus elementaren Primärzeichen" angesehen. (Erben 1993, 24) Auf diese Weise wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass der Gegenstand der Wortbildung - die Bildung neuer Wörter ,,durch zumindest teilweisen Rückgriff auf bereits vorhandene Bauelemente, durch Weiterbilden des Überkommenen oder Entlehnten" - von dem der Wortschöpfung zu trennen sei. Die Wortschöpfung gehört in die Anfangsphase einer Sprache, die für die deutsche Sprache zweifelsfrei schon vergangen ist.
Da auch der Satz als komplexes Superzeichen aus Zeichen niederer Ordnung aufgebaut wird, stellt sich die Frage nach der Unterscheidung zwischen einem komplexen Wort und einem Satz. Fleischer/Barz nennen als Wortbildungseigenschaft die ,,Schaffung von Benennungseinheiten", die, anders als syntaktische Fügungen, meist als feste Wortschatzeinheiten gespeichert werden. (Fleischer/Barz 1992,1)
Ebenfalls von der Wortbildung abzugrenzen ist die Flexion oder Wortformenbildung. Die Flexion ist unter anderem ,,durch die stabilere Systematik", die sich nach der Klassenzugehörigkeit des Wortes richtet, und durch die ,,Invariante der lexikalischen Bedeutung" gekennzeichnet. (vgl. Fleischer/Barz 1992, 3f.)

1.3. Die Wortbildung des Verbs ... 2 [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Geschichtliche, begriffliche und thematische Schwerpunktsetzung der Arbeit

1.1. Zur Geschichte der Wortbildungslehre

1.2. Zum Wortbildungsbegriff

1.3. Die Wortbildung des Verbs

2. Derivation

2.1. Präfigierung

2.1.1. Die semantische Modifikation

2.1.2. Die syntaktische Modifikation

2.2. Suffigierung

2.2.1. Das Suffix –(e)l(n)

2.2.2. Das Suffix –ig(en)

2.2.3. Das Suffix –ier(en)

2.2.4. Das verbale –(en)

2.3. Konversion

2.4. Kombinatorische Derivation

2.5. Implizite Derivation

3. Komposition

3.1. Komposita aus zwei Verben

3.2. Komposita mit einem Nominalstamm als Erstglied

3.3. Komposita mit einem Adverb als Erstglied

4. Rückbildung

5. Das kompliziert vernetzte System der Verbbildung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Mechanismen der deutschen Verbbildung, wobei der Fokus auf der engen Wechselbeziehung zwischen Wortbildungsprozessen und syntaktischen Strukturen liegt. Das Ziel ist es, die Vielfalt der Wortbildungsmodelle wie Derivation, Komposition und Rückbildung im Kontext moderner synchroner Sprachbeschreibung zu analysieren.

  • Analyse der semantischen und syntaktischen Modifikation bei der Präfigierung
  • Untersuchung der produktiven und unproduktiven Suffigierungsmuster
  • Erörterung der verbalen Komposition und deren Wechselwirkung mit der Satzsyntax
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rückbildung als „verbale Pseudokomposita“

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Die semantische Modifikation

Die semantische Modifikation umfasst verschiedene Prozesse , so wie räumliche und zeitliche Einordnung, modale Spezifizierung des Verbs und Aktionsartendifferenzierung.

Ausführlich beschrieben werden diese semantischen Veränderungen bei präfigierten Verben von Eichinger in seinem Werk „Raum und Zeit im Verbwortschatz des Deutschen“. (vgl. Eichinger 1989) Diese werden im Folgenden vorgestellt.

I. Bei der räumlichen Einordnung eines statischen oder dynamischen Geschehens zerfallen die Wortbildungskonstruktionen je nach Bedeutung in „lokal, dimensional“ (1) und „lokal, relational“ (2).

1). Verben mit der WB „lokal, dimensional“ haben eine adverbiale Angabe zur Lage- oder Verlaufsrichtung des Geschehens des Basisverbs vom Ort des Sprechers aus im dreidimensionalen Raum. Auf- und ab- signalisieren die Richtungsbedeutungen. Die durch auf- ausgedrückte Bedeutung „nach oben“ ist von der Bedeutung des Basisverbs abhängig. In aufsteigen (Dampf) wird die schon in steigen beinhaltende Bedeutung durch auf- nur verdeutlicht. In anderen Fällen ergänzt das auf- die Basisverbbedeutung um die Komponente „nach oben“: z. B. bei Verben des Sehens aufblicken, aufschauen; bei Verben, die die Bewegung des Agens in eine aufrechte Körperhaltung ausdrücken aufhasten, sich aufrappeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichtliche, begriffliche und thematische Schwerpunktsetzung der Arbeit: Einführung in den synchronen Wortbildungsbegriff und die spezifische Rolle des Verbs im deutschen Sprachsystem.

2. Derivation: Untersuchung der Wortbildung mittels Affixen, mit Fokus auf Präfigierung, Suffigierung und Konversion sowie deren Auswirkungen auf die Verbvalenz.

3. Komposition: Darstellung der Zusammensetzung von Verben aus zwei Verben, Nominalstämmen oder Adverbien und die damit verbundene syntaktische Problematik.

4. Rückbildung: Analyse der Bildung von Verben durch Suffixtilgung und die damit verbundenen Schwierigkeiten in der Abgrenzung zu echten Komposita.

5. Das kompliziert vernetzte System der Verbbildung: Synthese der Ergebnisse, die das Verb als hochgradig mit der Syntax verflochtene Einheit der deutschen Sprache hervorhebt.

Schlüsselwörter

Verbbildung, Derivation, Präfigierung, Suffigierung, Komposition, Rückbildung, Wortbildungslehre, Verbvalenz, Syntax, Konversion, Wortbildungsprozesse, Sprachbeschreibung, Morphosyntax, Aktionsart, Pseudokomposita.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die morphologischen Prozesse, die zur Bildung neuer Verben im Deutschen führen, und beleuchtet deren systematisches Zusammenspiel.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Derivation (Präfix- und Suffixbildungen), die verbale Komposition sowie die Rückbildung als spezialisiertes Wortbildungsverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Wortbildungsmodelle des Verbs zu systematisieren und die Wechselwirkungen zwischen morphologischer Bildung und syntaktischer Satzstruktur aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine synchronische sprachwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich auf die Valenzgrammatik und einschlägige Fachliteratur (z. B. Erben, Fleischer/Barz, Eichinger) stützt.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der einzelnen Wortbildungskategorien und deren Auswirkungen auf semantische und syntaktische Eigenschaften der Verben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Verbbildung, Präfigierung, Suffigierung, Komposition, Valenz, Syntax und Konversion.

Wie wirkt sich die Rechtschreibreform auf die verbalen Komposita aus?

Die Rechtschreibreform hat zu einer Trennung vieler Verbverbindungen geführt, wodurch die graphemische Identifizierbarkeit als Komposita teilweise erschwert wurde.

Warum gelten Rückbildungen als „verbale Pseudokomposita“?

Sie entstehen durch Tilgung von Suffixen aus komplexen Basen, wodurch sie zwar wie Komposita aussehen, jedoch eine andere morphologische Genese aufweisen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verbbildung in der Wortbildungslehre
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Hauptseminar: Deutsche Wortbildung
Note
2
Autor
Natalia Schlichter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V425
ISBN (eBook)
9783638103022
ISBN (Buch)
9783638770712
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbbildung Wortbildungslehre Hauptseminar Deutsche Wortbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natalia Schlichter (Autor:in), 2001, Die Verbbildung in der Wortbildungslehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/425
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Leseprobe aus  21  Seiten
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