Kurz möchte ich mein Vorgehen in dieser Arbeit schildern.
Dieser Arbeit liegen die jeweils ersten Seiten der Romane
• „Effi Briest“ von Theodor Fontane (S. 7-9) und
• „Die Elixiere des Teufels“ von E.T.A: Hoffmann (S. 7-9 und 13-15)
zugrunde.
Ich habe mich also auch bei der vorgenommenen Analyse lediglich auf diese Seiten konzentriert und mich nicht am Rest der beiden Romane orientiert.
Daher sind alle Aussagen die ich diesbezüglich gemacht habe, nur auf die zugrunde liegenden Seiten bezogen und nehmen keinen Bezug darauf, ob und wenn ja, wie sich Dinge im Verlauf der beiden Texte ändern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theodor Fontane: „Effi Briest“
2.1 Erzählverhalten / Person
2.2 Erzählperspektive
2.3 Erzählebenen
2.4 Erzähldistanz
3. E.T.A. Hoffmann: „Die Elixiere des Teufels“
3.1 Erzählverhalten / Person
3.2 Erzählperspektive
3.3 Erzählebenen
3.4 Erzähldistanz
4. Vergleichende Analyse
4.1 Wo lassen sich Unterschiede feststellen?
4.2 Was bewirken diese Unterschiede beim Leser?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Erzähltechniken in den Romananfängen von Theodor Fontanes „Effi Briest“ und E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“ anhand narratologischer Kategorien vergleichend zu analysieren, um die Auswirkungen auf die Leserrolle herauszuarbeiten.
- Narratologische Untersuchung des Erzählverhaltens (auktorial vs. Ich-Erzähler)
- Analyse der Erzählperspektive und Fokalisierung
- Ermittlung der Erzählebenen und Rahmung der Geschichten
- Untersuchung der Erzähldistanz und Figurenrede
- Vergleich der Wirkungsästhetik auf den Leser
Auszug aus dem Buch
3.1 Erzählverhalten / Person
In Hoffmanns ganzem Text wird der Leser von einem Ich-Erzähler geführt, sowohl auf der extradiegetischen Erzählebene, dem „Vorwort des Herausgebers“ als auch auf der intradiegetischen.
Jedoch muss zwischen den beiden Ich-Erzählern unterschieden werden. Sie sind nicht miteinander identisch. Der Ich-Erzähler der extradiegetischen Erzählebene ist ein Erzähler, der sich dem Leser, als ständiger Begleiter zur Seite stellt und diesem das auch sehr bewusst macht. Der Ich-Erzähler spricht den Leser direkt an, indem er ein vertrautes „Du“ wählt und äußert seine Wünsche und eine Einladung an ihn. Gleichzeitig ist er sich aber auch der Gunst und Wichtigkeit des Lesers bewusst („du, günstiger Leser“).
Er lädt den Leser ein, ihm zu folgen, um ihm zu zeigen, wo er die „seltsame Geschichte des Bruders Medardus zum ersten Male las“. Diese Geschichte des Bruders Medardus möchte er dem Leser erzählen, er soll sie mit dem Erzähler er- und durchleben. Doch dazu sind einige Vorbereitungen nötig und daher "entführt" der Erzähler den Leser auf eine gedankliche Reise an einen wunderbar, sonnigen, paradiesischen Ort.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darlegung des methodischen Vorgehens und Eingrenzung der Analyse auf die jeweils ersten Seiten der beiden Primärtexte.
2. Theodor Fontane: „Effi Briest“: Untersuchung der erzähltechnischen Grundlagen des Fontane-Romans, wobei ein auktorialer Erzähler sowie eine distanzierte Beobachterperspektive identifiziert werden.
3. E.T.A. Hoffmann: „Die Elixiere des Teufels“: Analyse der komplexen Erzählstruktur bei Hoffmann, charakterisiert durch die Rahmung eines Ich-Erzählers im Vorwort und eine folgende Binnenerzählung.
4. Vergleichende Analyse: Synthese der Ergebnisse, die den Gegensatz zwischen der unpersönlichen Erzählsituation bei Fontane und der unmittelbaren, persönlichen Involvierung des Lesers bei Hoffmann herausstellt.
Schlüsselwörter
Erzähltechnik, Romananfang, Effi Briest, Die Elixiere des Teufels, Theodor Fontane, E.T.A. Hoffmann, auktorialer Erzähler, Ich-Erzähler, Narratologie, Erzählperspektive, Erzähldistanz, Leserlenkung, Erzählebenen, Literaturwissenschaft, Wirkungsästhetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die erzähltechnischen Unterschiede in den Romananfängen von „Effi Briest“ und „Die Elixiere des Teufels“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen das Erzählverhalten, die Perspektive, die Ebenen der Erzählung sowie die Erzähldistanz in den jeweiligen Textpassagen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, wie unterschiedlich die Autoren den Leser durch ihre spezifische Erzähltechnik steuern und in das Geschehen integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die klassische narratologische Analyse zur Untersuchung von Erzählsituationen und Perspektiven auf Basis der Primärtexte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der erzähltechnischen Merkmale beider Romane und deren anschließendem Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erzählverhalten, auktorialer Erzähler, Ich-Erzähler, Perspektivenwechsel und Leserlenkung.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Lesers bei Fontane im Vergleich zu Hoffmann?
Bei Fontane bleibt der Leser ein informierter Beobachter in Distanz, während er bei Hoffmann durch den Ich-Erzähler direkt in den Bann der Geschichte gezogen wird.
Welche Bedeutung kommt dem „Vorwort des Herausgebers“ bei Hoffmann zu?
Es dient als extradiegetische Rahmung und bereitet den Leser durch direkte Ansprache auf die folgende Binnenerzählung des Bruders Medardus vor.
- Arbeit zitieren
- Julia Becker (Autor:in), 2002, Erzähltechnische Analyse der Romananfänge von Theodor Fontanes "Effi Briest" und E.T.A. Hoffmanns "Die Elixiere des Teufels", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33064