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Analyse und Interpretation von Trakls Gedicht "Das Grauen"

Titel: Analyse und Interpretation von Trakls Gedicht "Das Grauen"

Hausarbeit , 2007 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Patrick Ewald (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Betrachtet man die Lyrik Georg Trakls, so erscheint ein Zugang zunächst schwierig. Den Leser erwarten eine Vielzahl von Bildern und Motiven, die scheinbar in keinem greifbaren Zusammenhang stehen und das im Titel vorgegebene Thema nur andeuten, es jedoch nicht eindeutig skizzieren. Anhand des Gedichtes „Das Grauen“ wollen wir nun gemeinsam feststellen, wie die Metaphorik des Gedichts zu verstehen ist, wie man mit der scheinbaren Zusammenhanglosigkeit der einzelnen Verszeilen und Bilder umzugehen hat und wie der Klang des Gedichts auf dessen Gesamtbild zu beurteilen ist.
Zuvor jedoch einige Informationen zum Gedicht. „Das Grauen“ gehört zu Trakls Jugendge-dichten. Zusammengetragen wurden sie von Trakl selbst in der „Sammlung 1909“. Diese Sammlung war von Trakl nie zur Veröffentlichung vorgesehen sondern diente der Sichtung seines bisherigen Werkes. Später ließ er diese Gedichte nicht mehr gelten, weswegen u. a. „Das Grauen“ erst nach seinem Tod publiziert wurde. Die Entstehungsphase dieser Gedichte fällt in den Zeitraum zwischen 1906 und 1909. „Das Grauen“ ist somit kein Werk aus dem „Expressionistischen Jahrzehnt“ (1910-1920), wird aber dennoch zu den frühexpressionisti-schen Werken gezählt. Eine Betrachtung des Gedichts als expressionistisches Werk wird jedoch nicht den Kern dieser Arbeit ausmachen. Es soll als das betrachtet werden, was es ist: als Gedicht. Dies ist nur sinnvoll, denn Trakls reagiert mit seiner Lyrik kaum auf zeitliche Umstände. Vielmehr ist seine Lyrik durch eine tiefe Innerlichkeit geprägt.
Im Interpretationsteil ist jedem der drei im Gedicht auftreten Motive, sowie dem Titel des Gedichts, ein eigener Abschnitt gewidmet. Eingangs soll dabei das Bedeutungsspektrum des Titels erfasst werden. Die drei folgenden Abschnitte untersuchen den metaphorischen Gehalt der dargestellten Bilder.
Im Analyseteil dieser Arbeit erwarten den Leser eine Untersuchung auf die Kohäsion des Textes, wobei diese auf syntaktischer, semantischer und poetischer Ebene nachgewiesen wird, sowie eine Untersuchung der Schallform und deren Bedeutung für das Gedicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Einleitung

1.2 Grenzen und Möglichkeiten einer Interpretation

2. Interpretation: Versuch einer Deutung

2.1 Der Titel: Ausgelöste Erwartungshaltungen

2.2 Die erste Strophe: Naturmotive und deren Wahrnehmung in der Erinnerung

2.3 Die zweite Strophe: Das Motiv des inneren Zerfalls

2.4 Die dritte und vierte Strophe: Das Selbstmordmotiv

3. Analyse

3.1 Verknüpfung des Textes

3.1.1 Auf syntaktischer Ebene

3.1.2 Auf semantischer Ebene

3.1.3 Auf poetischer Ebene

3.2 Die Schallform

4. Zusammenfassung und Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit widmet sich einer fundierten Analyse und Interpretation des Gedichts „Das Grauen“ von Georg Trakl, mit dem Ziel, dessen komplexe Metaphorik, die zugrundeliegende Kohäsion sowie die formale Gestaltung auf Basis einer psychoanalytischen und strukturalistischen Perspektive zu erschließen.

  • Interpretation der bildhaften Motive unter Berücksichtigung von Traumdeutungssymbolik.
  • Untersuchung der biographischen Bezüge Trakls zu den zentralen Themen des Gedichts.
  • Analyse der syntaktischen und semantischen Verknüpfungen (Kohäsion) des Textes.
  • Betrachtung der poetologischen Struktur und der lautlichen Gestaltung (Schallform).
  • Einordnung des Werks als frühexpressionistisches Gedicht unter Verwendung des Reihungsstils.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die zweite Strophe: Das Motiv des inneren Zerfalls

Als erstes fällt der Zeitwechsel auf. Mit dem eher im Bereich der prosaischen Literatur angewandten Wort „plötzlich“ und den durchgehend im Präsens verwendeten Verben werden wir in die Gegenwart geführt. Mehr noch: in eine Gegenwart absoluter Stille (vgl. V.5). Die plötzlich eintretende Stille – auch an zeitlichen Stillstand möchte man in diesem Zusammenhang denken – spricht wegen der zeitlichen Unmittelbarkeit des Eintretens wieder für die Traum-These. Auch der realitätsferne Gehalt der Motive lässt diesen Schluss zu. Uns begegnen in diesen vier Versen giftige Blumen, die aus Mündern blühen (V. 5/6), und Blut, das aus dem Geäst der Bäume fällt (V. 7/8).

Besonders interessant ist erstgenanntes Motiv. In der Verwendung der Blume, als eine giftige, bricht Trakl mit der traditionellen Verwendungsweise dieses Begriffs als romantisches Motiv. Die Blume wird in diesen Zeilen mit dem auf Zerstörung sinnenden Attribut „giftig“ belegt. Interessant ist, dass dieses zerstörerische Element aus dem inneren des lyr. Ichs erwächst. Die Zerstörung des Ichs erfolgt nicht durch einen äußeren Aggressor, sondern eine Krankheit im Innersten des Ichs ist die Wurzel der Zerstörung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zum Werk Georg Trakls, Einordnung des Gedichts „Das Grauen“ und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung.

2. Interpretation: Versuch einer Deutung: Detaillierte motivgeschichtliche und psychoanalytische Untersuchung der vier Strophen sowie des Titels, wobei das Gedicht primär als Traumszenerie begriffen wird.

3. Analyse: Systematische Untersuchung der Kohäsion des Gedichts auf syntaktischer, semantischer und poetischer Ebene sowie eine klanganalytische Betrachtung der Schallform.

4. Zusammenfassung und Schlusswort: Resümee der Arbeitsergebnisse und Reflexion über den subjektiven Charakter der literarischen Interpretation.

Schlüsselwörter

Georg Trakl, Das Grauen, Lyrik, Expressionismus, Interpretation, Traumsymbolik, Kohäsion, Reihungsstil, Kain-Motiv, Selbstmord, Metaphorik, Schallform, Innerlichkeit, Literaturwissenschaft, Gedichtanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die detaillierte Analyse und Interpretation des Gedichts „Das Grauen“ von Georg Trakl, um die Bedeutung seiner komplexen Bildsprache zu entschlüsseln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Themen der Innerlichkeit, des inneren Zerfalls, der Traumsymbolik sowie biographische Konflikte des Autors, die sich in den Versen widerspiegeln.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine strukturierte Analyse einen Zugang zum Verständnis der scheinbar zusammenhanglosen Bilder des Gedichts zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der Elemente der psychoanalytischen Traumdeutung mit linguistischen Analysemethoden (wie dem Isotopiekonzept) verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Interpretation der Motive nach Strophen sowie eine anschließende linguistische und klangliche Analyse der Textstruktur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Expressionismus, Reihungsstil, Traumsymbolik und literarische Kohäsion charakterisiert.

Inwieweit spielt die Biographie von Georg Trakl eine Rolle?

Die Biographie dient als Erklärungshintergrund, insbesondere für das in der Metaphorik des Gedichts verwurzelte Leiden und den inneren Konflikt des lyrischen Ichs.

Warum wird das Gedicht als „Traum“ interpretiert?

Der Autor argumentiert, dass die scheinbar unlogische Aneinanderreihung der Bilder und die plötzlichen Ortswechsel auf einen traumatischen oder traumartigen Bewusstseinszustand hindeuten.

Welche Bedeutung kommt dem Kain-Motiv zu?

Das Kain-Motiv wird als Selbstbild des lyrischen Ichs gedeutet, welches den Selbstmord und eine tiefe Entfremdung von sich selbst symbolisiert.

Was ist das Fazit zur „Richtigkeit“ der Interpretation?

Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass eine literarische Interpretation nicht den Anspruch auf absolute Wahrheit erheben muss, sondern vielmehr ein schlüssiger Zugang für den Leser sein soll.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Analyse und Interpretation von Trakls Gedicht "Das Grauen"
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Literatur des Expressionismus
Note
1,3
Autor
Patrick Ewald (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V79082
ISBN (eBook)
9783638856515
ISBN (Buch)
9783668206052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse Interpretation Gedicht Grauen Literatur Expressionismus Trakl
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Ewald (Autor:in), 2007, Analyse und Interpretation von Trakls Gedicht "Das Grauen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79082
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Leseprobe aus  18  Seiten
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