Sowohl Arbeitszufriedenheit, als auch Motivation sind schwierig zu erfassende Größen, da beide im Gegensatz zu z.B. Arbeitszeit oder Gehaltshöhe nicht direkt messbar sind, sondern eher gedanklich konstruierte Gebilde.
Vielmehr ist man immer auf Befragungen und Selbstaussagen der untersuchten Personengruppen angewiesen. Deswegen sind Aussagen zu diesen Fragen stark subjektiv geprägt. Sie könnten als sogenannte weiche Faktoren gekennzeichnet werden. Beide hängen sehr stark voneinander ab und beeinflussen sich durchaus auch gegenseitig.
Im ersten Abschnitt der Arbeit soll näher auf die Arbeitszufriedenheit und Motivation von Lehrern eingegangen werden, wie sie festgestellt werden kann und wie sie im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist.
Im zweiten Abschnitt möchte ich dann näher auf einen der vielen Faktoren der Arbeitszufrieden oder Motivation eingehen, nämlich auf das gesellschaftliche Ansehen des Lehrerberufs in Deutschland und Europa.
Ich möchte diesen Faktor näher betrachten, da dieser zum einen in vielen Untersuchungen als wichtiger Aspekt für die Berufszufriedenheit der Lehrer genannt wird und sich damit auch etliche Studien, teilweise sogar länderübergreifend befasst haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Arbeitszufriedenheit und Motivation
2.1 Definition Motivation
2.2 Definition Arbeitszufriedenheit
2.3 Faktoren für eine hohe Motivation und Arbeitszufriedenheit
2.4 Vergleich der Arbeitszufriedenheit bei Lehrern
3 Das Lehrerimage
3.1 Ansehen des Lehrerberufes in Deutschland und Europa in der Öffentlichkeit
3.2 Selbstbild der Lehrer
3.3 Gründe für das schlechte Lehrerimage in Deutschland
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Attraktivität des Lehrberufs im europäischen Vergleich, wobei der Fokus insbesondere auf den Zusammenhängen zwischen Arbeitszufriedenheit, Motivation und dem gesellschaftlichen Ansehen von Lehrkräften liegt. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Situation und der medialen sowie öffentlichen Wahrnehmung, speziell im deutschen Kontext, zu beleuchten.
- Grundlagen der Motivation und Arbeitszufriedenheit
- Vergleichende Analyse der Arbeitszufriedenheit bei Lehrkräften in Europa
- Soziale Anerkennung und Prestige des Lehrerberufs
- Selbstbild der Lehrkräfte im internationalen Vergleich
- Einfluss von Politik und Medien auf das öffentliche Lehrerimage
Auszug aus dem Buch
3.3 Gründe für das schlechte Lehrerimage in Deutschland
Es ist schon auffällig, dass gerade das Land der Dichter und Denker, in dem vor einiger Zeit der Lehrer zusammen mit Pastor und Bürgermeister noch zu den ehrenwertesten Berufen der Gesellschaft gehörte, heutzutage seine Lehrer so wenig wertschätzt. Die Öffentlichkeit nimmt vor allem die scheinbaren Privilegien der Lehrer wahr. Den sicheren Arbeitsplatz als Beamter, die scheinbar sehr gute Bezahlung und das angeblich so hohe Kontingent an Freizeit durch Ferien und kurze Arbeitszeiten. Dies wird vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von vielen geneidet und argwöhnisch betrachtet. Die meisten dieser Privilegien besitzen aber auch die Lehrer in den anderen europäischen Ländern. Weshalb wird das Berufsbild des Lehrers dort aber nicht so negativ gesehen?
- Beispiele aus dem Bereich der Politik:
Eine nicht unerhebliche Mitschuld an einem derartig starkem Imageverlust in Deutschland tragen mit Sicherheit populistische Aussagen von diversen Politikern quer durch alle Parteien. So bezeichnete einst der damalige niedersächsische Ministerpräsident und heutige Bundeskanzler Gerhard Schröder in einer Schülerzeitung Lehrer als „faule Säcke“. Durch solche Aussagen sinkt natürlich der Respekt gegenüber den Lehrern und der gesamte Berufsstand erscheint in einem negativen Licht. Derartige Beispiele aus dem politischen Bereich gibt es viele. Ich möchte hier nur einige wenige zitieren. Ähnlich, wie Gerhard Schröder äußerte sich im März 1999 der damalige Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag und heutige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger. Dieser sagte vor dem CDU-Wirtschaftsbeirat in Reutlingen/Tübingen, dass Lehrer über 50 „faule Hunde“ seien. Ähnliche verunglimpfende und imageschädigende Aussagen lassen sich quer durch alle Parteien finden. Besonders unglücklich sind solche Aussagen dann, wenn der betreffende Politiker auch gleichzeitig Ministerpräsident eines Bundeslandes ist und somit auch gleichzeitig höchster Arbeitgeber der Lehrer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der schwer messbaren Faktoren Arbeitszufriedenheit und Motivation ein und begründet die Relevanz des Lehrerimages für den Berufserfolg.
2 Arbeitszufriedenheit und Motivation: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, stellt mit der Maslowschen Bedürfnispyramide ein theoretisches Modell vor und analysiert Indikatoren für die Arbeitszufriedenheit bei Lehrkräften.
3 Das Lehrerimage: Das Hauptkapitel untersucht das soziale Ansehen des Lehrerberufs, vergleicht das öffentliche Bild in Deutschland mit anderen europäischen Ländern und analysiert Ursachen für das in Deutschland besonders negative Image.
Schlüsselwörter
Lehrerberuf, Arbeitszufriedenheit, Motivation, Lehrerimage, Berufsprestige, Europäischer Vergleich, Maslow, Arbeitsbedingungen, Öffentliches Ansehen, Selbstbild, Pädagogik, Bildungsforschung, Deutschland, Schulkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Attraktivität des Lehrberufs, insbesondere durch die Analyse von Faktoren wie Arbeitszufriedenheit, Motivation und das gesellschaftliche Ansehen von Lehrkräften im europäischen Vergleich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen psychologische Motivationsmodelle, die Definition und Messung von Arbeitszufriedenheit bei Lehrern sowie die soziologische Betrachtung des Lehrerimages in Medien und Politik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Situation des Lehrberufs in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten kritisch zu beleuchten und Gründe für das spezifisch schlechte Image in Deutschland aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Studien und Umfragen (z.B. OECD, Allensbach, Eurydice) basiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Definitionen von Motivation und Zufriedenheit, den internationalen Vergleich der Lehrerzufriedenheit sowie die detaillierte Analyse der Ursachen für das mangelnde gesellschaftliche Ansehen in Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lehrerberuf, Arbeitszufriedenheit, Motivation, Lehrerimage, Berufsprestige und der europäische Vergleich des Bildungssystems.
Warum schneiden deutsche Lehrer bei Umfragen zum Ansehen so schlecht ab?
Die Arbeit identifiziert populistische Politiker-Aussagen und die einseitige Berichterstattung in Medien als wesentliche Treiber, die den Fokus auf angebliche Privilegien legen und ein negatives Bild des Lehrers zeichnen.
Gibt es eine Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild bei Lehrern?
Ja, in vielen europäischen Ländern schätzen Lehrer ihr eigenes Image in der Öffentlichkeit deutlich schlechter ein, als es tatsächlich ist; Deutschland ist hierbei die Ausnahme, da hier das Image sowohl durch die Gesellschaft als auch durch die Lehrer selbst als niedrig wahrgenommen wird.
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- Dipl.-Hdl. Steffen Asendorf (Author), 2005, Attraktivität des Lehrberufs im europäischen Vergleich am Beispiel von Arbeitszufriedenheit und Motivation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66119