Ich habe mich für das Thema der Integration von jugendlichen Aussiedlern aus osteuropäischen Ländern und der vormaligen Sowjetunion entschieden, weil in den 90er Jahren der Anteil an Rußlanddeutschen in Berlin, besonders in meinem Heimatstadtbezirk Marzahn, rapide angestiegen ist und schon mehrfach nach Auffälligkeiten junger Aussiedler über diese Auswanderungsgruppe Kritik geübt und Diskussionen geführt wurden. Leider habe ich diese Gruppe von Aussiedlern bisher nur schwach als Randgruppe in meinem Bezirk wahrgenommen. Da ich auch sonst nur wenige Kenntnisse über Hintergründe und Integrationschancen von Aussiedlern hatte, habe mich entschieden mich mehr mit dem Thema über jugendliche Rußlanddeutsche zu beschäftigen. Dabei stellte sich vor allem die Frage, in wieweit jugendliche Aussiedler die Möglichkeit/- ten haben in Schule und Beruf, sowie in die Gesellschaft, integriert zu werden. Die für diese Hausarbeit verwendete Literatur, überwiegend von B. Dietz, bezieht sich auf Ergebnisse von Forschungsprojekten, welche in der ersten Hälfte der neunziger Jahre die Integrationsbedingungen und Integrationssituationen jugendlicher Aussiedler untersuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Geschichtlicher Überblick der Rußlanddeutschen
3. Migrationsgründe aus Sicht der Russlanddeutschen
4. Integration
4.1 Was heißt Integration? – Begriffsbestimmung
4.2 Integration in Schule
4.2.1 Problem Sprache
4.3 Integration in Beruf
4.4 Schulische und berufliche Situation aus Sicht der Aussiedlerjugendlichen
4.5 Integration in Gesellschaft
4.6 Freizeit
4.7 Ethnische Identität der jugendlichen Russlanddeutschen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integrationschancen und Lebensbedingungen jugendlicher Aussiedler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf die Bereiche Schule, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe gelegt wird.
- Historischer Kontext der Rußlanddeutschen
- Analyse der Migrationsgründe
- Schulische und berufliche Integrationshürden
- Sprachbarrieren als zentrales Problem
- Freizeitverhalten und soziale Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Problem Sprache
Als eine der schwerwiegendsten Integrationsprobleme sind die unzureichenden bzw. fehlenden Sprachkenntnisse zu betrachten. Die jugendlichen Aussiedler kommen nahezu ohne deutsche Sprachkenntnisse in die Bundesrepublik und bedürfen dringend besondere sprachliche Fördermaßnahmen.
Ohne Sprachkenntnisse haben Einwanderer keine Chance ihr mitgebrachtes Wissen, neu gelerntes sowie Erfahrungen im Alltag, Schule und Beruf mit einheimischen Jugendlichen und Erwachsenen auszutauschen und zu bearbeiten. Die Form der Sprachförderung ist davon abhängig, ob die jugendlichen Aussiedler in Deutschland eine Form der Schule besuchen oder aber ob sie sich auf eine Berufsausbildung oder Berufstätigkeit vorbereiten.
Für Schüler wird die Sprachförderung im Unterricht oder als außerschulischen Förderunterricht angeboten. Für jugendliche Aussiedler, die nicht mehr schulpflichtig sind, werden Intensivsprachkurse angeboten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl und beschreibt den methodischen Ansatz, der maßgeblich auf Forschungsergebnissen der 90er Jahre basiert.
2. Geschichtlicher Überblick der Rußlanddeutschen: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg der Aussiedler von der Ansiedlung im russischen Zarenreich bis hin zu den Folgen der Deportation und Diskriminierung im 20. Jahrhundert nach.
3. Migrationsgründe aus Sicht der Russlanddeutschen: Die Untersuchung zeigt auf, dass Ausreiseentscheidungen komplexe Hintergründe haben, wobei der Wunsch nach Familienzusammenführung und Zukunftsperspektiven für die Kinder im Vordergrund stehen.
4. Integration: Dieser umfassende Hauptteil analysiert die konkreten Herausforderungen der gesellschaftlichen Eingliederung, unterteilt in die Schwerpunkte Schule, Beruf, Freizeit und Identität.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass mangelnde Sprachkenntnisse und soziale Isolation die größten Hindernisse für eine erfolgreiche Integration darstellen.
Schlüsselwörter
Integration, Rußlanddeutsche, Aussiedlerjugendliche, Migration, Sprachförderung, Bildungsbiografie, Identität, Schule, Berufsausbildung, Sozialisation, Ethnische Identität, Lebensbedingungen, Integrationschancen, Sozialstruktur, Arbeitsmarktintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Integrationsbedingungen und die soziale Situation junger Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der schulischen und beruflichen Integration, der Sprachbeherrschung, dem Freizeitverhalten und der Identitätsfindung der Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die spezifischen Barrieren zu identifizieren, die Jugendliche daran hindern, sich erfolgreich in das deutsche Schul- und Berufssystem sowie die Gesellschaft zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine sekundäranalytische Auswertung von bereits existierenden Forschungsprojekten und statistischen Daten aus den 1990er Jahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der schulischen Defizite, der beruflichen Dequalifizierung, der Bedeutung sozialer Netzwerke in der Freizeit und der Suche nach einer ethnischen Identität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Integration, Aussiedler, Sprachbarrieren, Identität, Bildungsaufstieg und soziale Ausgrenzung.
Warum spielt die Sprachförderung eine so große Rolle für den Erfolg?
Sprachkenntnisse gelten als unverzichtbarer Grundstein, um soziale Kontakte aufzubauen und am Unterricht oder dem Arbeitsleben teilnehmen zu können.
Welchen Einfluss hat das familiäre Umfeld auf die Identität der Jugendlichen?
Das familiäre Umfeld und die Erwartungen der Eltern prägen stark, ob sich die Jugendlichen eher über ihre deutsche Herkunft oder über ihre neue Lebenswelt definieren.
Was besagt die Arbeit über die berufliche Situation nach der Einreise?
Viele Jugendliche erleben eine berufliche Dequalifizierung, da sie ihre im Herkunftsland erworbenen Bildungsabschlüsse in Deutschland oft nicht adäquat nutzen können.
Warum ziehen sich viele Jugendliche in eine russlanddeutsche "Wir-Gruppe" zurück?
Der Rückzug bietet Schutz und Sicherheit in einer als fremd empfundenen Umwelt, fördert jedoch gleichzeitig die soziale Isolation von der einheimischen Gesellschaft.
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- Markus Kaufhold (Author), 2005, Integration jugendlicher Russlanddeutscher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55721