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Kleists Cäcilien-Erzählungen - ein Vergleich

Title: Kleists Cäcilien-Erzählungen - ein Vergleich

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 2

Autor:in: Jean-Pierre Winter (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit vergleiche ich die beiden unterschiedlichen Fassungen der Erzählung „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. Eine Legende.“ von Heinrich von Kleist aus den Jahren 1810 und 1811. Diese Arbeit widmet sich weniger den stilistischen Unterschieden als vielmehr den inhaltlichen Unterschieden. Den Schwerpunkt möchte ich auf den unterschiedlichen Schlussteil legen, der in den beiden Fassungen von Grund auf verschieden ist.
In einer kurzen Einführung in die Erscheinungsgeschichte der beiden Fassungen möchte ich die Begleitumstände erläutern, unter denen die beiden Fassungen erschienen sind und Erläuterungsversuche antreten, die Publikation einer Novelle in zwei verschiedenen Fassungen zu erklären.
[...]

Excerpt


Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Die beiden Fassungen im Vergleich

2.1 Die erste Fassung von 1810

2.2 Die zweite Fassung von 1811

2.3 Die Titelwahl

2.4 Der Umfang

2.5 Der Grund der Reise

2.6 Die Mutter der Brüder

2.7 Die Vorsteher des Irrenhauses

2.8 Der Tuchhändler Veit Gotthelf

2.9 Die Äbtissin

3 Die yz-These

4 Umfeld und Hintergrund Kleists

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit vergleicht die zwei Fassungen der Erzählung „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“ von Heinrich von Kleist aus den Jahren 1810 und 1811, wobei der Fokus gezielt auf den inhaltlichen Divergenzen und der grundlegend unterschiedlichen Ausgestaltung des Schlussteils liegt.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und der publizistischen Begleitumstände beider Fassungen.
  • Untersuchung der Titeländerungen sowie der strukturellen Erweiterungen in der Buchfassung.
  • Interpretation der symbolischen Figurenkonstellationen und der Rolle des Wahnsinns.
  • Reflektion über das Spannungsverhältnis zwischen protestantischer Vernunft und katholischer Kunstbegeisterung.
  • Deutung der „yz“-Signatur im Kontext der Erstveröffentlichung.

Auszug aus dem Buch

2.8 Der Tuchhändler Veit Gotthelf

Bei der nächsten eingeführten Person handelt es sich um den Tuchhändler Veit Gotthelf, der in der ersten Fassung nicht auftaucht. Die Erwähnung Veit Gotthelfs ist allein schon dadurch bedeutungsvoll, weil er neben Antonia die einzige Figur ist, die einen Namen trägt. Aber nicht nur die Tatsache, dass er einen Namen trägt ist interessant, sondern auch der Name an sich. „Veit“ symbolisiert den Antichristen und „Gotthelf“ bedeutet den Helfer Gottes (26). Eine Ambivalenz, die Kleist sicherlich nicht ohne Grund gewählt hat. Hinzu kommt noch die Aposition „berühmter Tuchhändler der Stadt“ (27), die nicht nur seine Tätigkeit beschreibt, sondern zugleich sein Wesen zeigt. Ein Tuch verdeutlicht den Bezug auf eine äußere Erscheinung, also auch auf eine Verhüllung. Gotthelf steht also für den Schein.

Gotthelf sind die damaligen Umstände sehr peinlich. In einem fast fünfseitigen Monolog in direkter Rede versucht er die damaligen Geschehnisse und ihre Beteiligten (also sich selbst auch) im besten Licht darzustellen. Der Schein soll also gewahrt werden. Bereits die Einleitung „Meine liebe Frau!“ (28) signalisiert die Intention Gotthelfs, sich mit der Mutter gut zu stellen, um nicht eventuell selbst in ein schlechtes Licht gerückt zu werden. Übertrieben wirkt vor allem das Mitleid, das Gotthelf angeblich für die Brüder empfindet und der Anblick, der ihm „noch jetzt das Herz spaltet“ (29). Interessant ist, dass Gotthelf bei der überaus ausführlichen Schilderung der Geschehnisse am Tage der geplanten Bilderstürmerei die Erscheinung Antonias nicht erwähnt. Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass Gotthelf diesen Umstand bewusst verschweigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der Intention, die stilistischen und inhaltlichen Unterschiede der zwei Kleist-Fassungen von 1810 und 1811 zu vergleichen.

2 Die beiden Fassungen im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der Versionen hinsichtlich Titel, Umfang, Charakteren wie der Mutter, Veit Gotthelf und der Äbtissin sowie der Handlungslogik.

3 Die yz-These: Untersuchung des rätselhaften Kürzels „yz“ unter der Erstpublikation und dessen mögliche Bedeutung für den Status der Erzählung.

4 Umfeld und Hintergrund Kleists: Einordnung der Novellenmotive in Kleists Korrespondenz und sein persönliches Verhältnis zu Musik, Wahnsinn und katholischer Religiosität.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die heilige Cäcilie, Literaturvergleich, Berliner Abendblätter, Fassungsvergleich, Musikästhetik, Religionsgeschichte, Wahnsinn, Veit Gotthelf, Äbtissin, Romantik, Novellentheorie, Entstehungsgeschichte, Interpretationsansatz, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die zwei existierenden Fassungen von Kleists Erzählung „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“ aus den Jahren 1810 und 1811 und arbeitet deren inhaltliche sowie strukturelle Unterschiede heraus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Erscheinungsgeschichte, die Entwicklung des Schlussteils, die Symbolik der Figuren sowie die Korrelation zwischen Kleists Privatkorrespondenz und den erzählerischen Motiven.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die publizistischen Begleitumstände der zwei Fassungen zu erörtern und zu begründen, warum Kleist seine Novelle derart umfassend überarbeitet hat, insbesondere im Hinblick auf den Schlussteil.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?

Der Autor verwendet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den Textvergleich der beiden Fassungen als auch den Einbezug historischer und biographischer Quellen umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der inhaltlichen Neuerungen in der Buchfassung, wie die Einführung der Mutter als Detektivfigur, die Charakterisierung von Veit Gotthelf und die neue Rolle der Äbtissin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heinrich von Kleist, Cäcilien-Erzählung, Fassungsvergleich, Berliner Abendblätter, Musikthematik, religiöse Wunder und die spezifische „yz“-Thematik.

Was bedeutet die „yz“-Thematik in Bezug auf die erste Fassung?

Der Autor stellt die These auf, dass das Kürzel „yz“ unter der Erstpublikation darauf hindeuten könnte, dass Kleist die Erzählung zu diesem Zeitpunkt noch nicht als vollendet betrachtete.

Welchen Stellenwert nimmt die Figur Veit Gotthelf in der zweiten Fassung ein?

Gotthelf fungiert als eine in der ersten Fassung nicht vorhandene Figur, deren Name und monologische Selbstdarstellung als Repräsentant für „Schein“ und „Verhüllung“ innerhalb der Erzählung gedeutet werden.

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Details

Title
Kleists Cäcilien-Erzählungen - ein Vergleich
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Heinrich von Kleist - Erzählungen
Grade
2
Author
Jean-Pierre Winter (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V5211
ISBN (eBook)
9783638131810
Language
German
Tags
Kleist heilige Cäcilie Vergleich Heinrich von
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jean-Pierre Winter (Author), 2002, Kleists Cäcilien-Erzählungen - ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5211
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