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Hugo von Hofmannsthal - Das Dorf im Gebirge

Title: Hugo von Hofmannsthal - Das Dorf im Gebirge

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 31 Pages , Grade: 1

Autor:in: Oliver Tekolf (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Rahmen des Seminars "Literaten und Literatur in der Zeitschrift ''Simplicissimus'" sollten die Beziehungen verschiedener literarisch bedeutsamer Autoren zu Albert Langens satirischer Zeitschrift und ihre dort veröffentlichten Texte untersucht werden. Im Falle von Hugo von Hofmannsthal, der nur einen Text, die kurze Prosaskizze 'Das Dorf im Gebirge' im 'Simplicissimus' veröffentlicht hat, erwies sich ein solcher Zugang als nahezu unmöglich, da weder veröffentlichte Dokumente zur Beziehung Hofmannsthals zum 'Simplicissimus' noch direkte Dokumente zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des im 'Simplicissimus' abgedruckten Textes vorliegen. Deshalb soll stattdessen in dieser Arbeit versucht werden, indirekte Dokumente zur Enstehungsgeschichte zusammenzutragen und vorzustellen und ausgehend von einem kurzen Abriß der Tourismusgeschichte in der österreichischen k.u.k. Monarchie und einer Darlegung des Stadt-Land-Konfliktes in theoretischen Abhandlungen der Zeit, v.a. beim Volkskundler Wilhelm Heinrich Riehl und beim Soziologen Ferdinand Tönnies als den Problemfeldern des Textes diesen zu interpretieren.(1)
[...]
______
1 Auf eine Darlegung der literarisch traditionellen Verarbeitung des Themas Stadt-Land wurde bewußt verzichtet, weil Hofmannsthals Text wohl mit dieser Tradition der Dorfgeschichte bzw. der Idylle nicht in direktem Zusammenhang steht. Vgl. aber zur Literaturgeschichte des Topos: Sengle, Friedrich: Wunschbild Land und Schreckbild Stadt. Zu einem zentralen Thema der neueren deutschen Literatur. - In: Studium generale 16 (1963) S.619-631.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Vorbemerkung

1. Hofmannsthals Bezug zum ’Simplicissimus’

2. Biographische und kulturhistorische Hintergründe des Textes

3. Wirkung

4. Interpretation des Textes

4.1. Grundlagen

4.1.1. Die Anfänge des Tourismus in Österreich

4.1.2. Der Gegensatz von Stadt und Land in Soziologie und Volkskunde der Zeit

4.2. Textinterpretation

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Prosaskizze "Das Dorf im Gebirge" von Hugo von Hofmannsthal, indem sie diese in den Kontext der Entstehungsgeschichte, der zeitgenössischen Tourismusgeschichte sowie der soziologischen Stadt-Land-Konfliktthematik einordnet. Ziel ist es, das Werk nicht als historisches Ereignisprotokoll, sondern als Fiktionalisierung von Eindrücken zu verstehen, die die Spannung zwischen städtischem Tourismus und dörflicher Lebenswelt reflektiert.

  • Analyse der Entstehungsbedingungen von "Das Dorf im Gebirge" im Kontext des "Simplicissimus".
  • Untersuchung der historischen Entwicklung des Tourismus in der österreichischen Monarchie um 1896.
  • Diskussion des Stadt-Land-Gegensatzes anhand der Theorien von Wilhelm Heinrich Riehl und Ferdinand Tönnies.
  • Interpretation der psychologischen Motive in der Kurzprosa hinsichtlich der Darstellung von Stadtbewohnern und Einheimischen.
  • Einordnung des Werkes im Hinblick auf seine Rezeptionsgeschichte und literarische Gattung.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Die Anfänge des Tourismus in Österreich

Zur Beleuchtung des Problemfeldes des Städters auf dem Land, in dem sich Hofmannsthals Text bewegt, scheint es sinnvoll, kurz zu untersuchen, in welcher Weise im ausgehenden 19. Jahrhundert die Stadtbevölkerung im k.u.k. Österreich Erholung auf dem Land suchte. Tatsächlich liegen hier die Anfänge des österreichischen Fremdenverkehrsgewerbes. Während in der Antike dem Reisen teilweise Erholungscharakter zukommt, ja sogar eine Art von "Sommerfrische" existiert, fehlt den Kriegs- und Handelsreisen, den Pilger- und Entdeckungsfahrten des Mittelalters und der frühen Neuzeit ein ausgesprochener Erholungscharakter völlig.

Ebenfalls in der frühen Neuzeit zeigen sich erste Aspekte von Bildungsreisen, vor allem zum Zweck des Universitätsstudiums, im 17. und und 18. Jahrhunderts ist Reise dann die 'Grand Tour' als ausgesprochene Bildungsreise, zuerst nur für Adelige, später dann auch für das gehobene Bürgertum. Das 18. Jahrhundert bringt mit Rousseaus Naturschwärmerei einen ersten Zug von Erholung und Landschaftserleben in die Reisepraxis, bald darauf entsteht auch ausgeprochene Reiseliteratur, im deutschsprachigen sei hier vor allem an J.W.Goethe, J.G.Seume und H.Heine erinnert, im gewissen Sinn könnte man auch Stifters 'Nachsommer' dazuzählen, in dem die Schönheiten ja gerade der österreichischen Landschaft geschildert werden. Die entscheidenden Entwicklungen des Tourismus als Erholungs- und Freizeitreisewesen in Österreich vollziehen sich dann ab dem zweiten Drittel des 19. Jahrhundert, vor allem im Zuge des Ausbaus des Eisenbahnetzes.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorbemerkung: Einleitung in die Forschungsabsicht, die Entstehungsgeschichte von Hofmannsthals Prosaskizze durch indirekte Dokumente und zeitgenössische Problemfelder zu beleuchten.

1. Hofmannsthals Bezug zum ’Simplicissimus’: Untersuchung der unbekannten Umstände der Textveröffentlichung sowie Widerlegung der Vermutung einer engen Verbindung zu Jakob Wassermann.

2. Biographische und kulturhistorische Hintergründe des Textes: Analyse der Ferienaufenthalte Hofmannsthals im Jahr 1896 in Aussee und Fusch sowie deren Einfluss auf die Motivik des Werkes.

3. Wirkung: Darstellung der primären und sekundären Rezeption des Textes, die als eher blass und zurückhaltend beschrieben wird.

4. Interpretation des Textes: Untersuchung der soziologischen und touristischen Rahmenbedingungen des Stadt-Land-Konflikts und detaillierte psychologische Interpretation der Textabschnitte.

5. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung, die den Text als Fiktionalisierung von Landschaftseindrücken und als Reflexion der damaligen Stadt-Land-Spannungen definiert.

Schlüsselwörter

Hugo von Hofmannsthal, Das Dorf im Gebirge, Simplicissimus, Tourismusgeschichte, Sommerfrische, Stadt-Land-Gegensatz, Soziologie, Ferdinand Tönnies, Wilhelm Heinrich Riehl, Literaturinterpretation, 1896, österreichische Monarchie, Kurzprosa, Kulturgeschichte, Rezeptionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hugo von Hofmannsthals Prosaskizze "Das Dorf im Gebirge" im Kontext seiner Entstehungszeit Ende des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die Tourismusgeschichte in der k.u.k. Monarchie, der soziologische Gegensatz von Stadt und Land sowie die Einbettung persönlicher Erlebnisse des Autors in literarische Skizzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erschließung der Entstehungsgeschichte und die Interpretation des Textes als zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Eindringen städtischer Lebensweisen in die dörfliche Welt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische und soziologische Kontextualisierung mittels zeitgenössischer Quellen und theoretischer Abhandlungen, ergänzt durch eine textnahe Interpretation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-soziologische Grundlegung zum Fremdenverkehr und dem Stadt-Land-Konflikt sowie eine detaillierte Interpretation der erzählten Szenen und Motive.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Sommerfrische, Stadt-Land-Gegensatz, Gemeinschaft, Gesellschaft, Hofmannsthal und der kulturelle Wandel um die Jahrhundertwende.

Warum wird das Tennisspiel im Text als zentrales Motiv hervorgehoben?

Das Tennisspiel fungiert als Symbol für die hektische, künstliche Lebensweise der Städter, die im Kontrast zur beharrenden, stetigen Arbeit der bäuerlichen Bevölkerung steht.

Inwiefern beeinflussten Riehl und Tönnies diese Analyse?

Ihre soziologischen Theorien über die Differenz zwischen dörflicher "Gemeinschaft" und städtischer "Gesellschaft" dienen als theoretisches Gerüst, um Hofmannsthals Darstellung des Konflikts einzuordnen.

Warum wird das Werk als "Skizze" und nicht als "Erzählung" eingeordnet?

Da dem Text laut Autor eine durchgehende Handlung fehlt und er eher eine Momentaufnahme bzw. Fiktionalisierung von Stimmungseindrücken darstellt.

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Details

Title
Hugo von Hofmannsthal - Das Dorf im Gebirge
College
LMU Munich  (Institut für bayerische Literaturgeschichte)
Grade
1
Author
Oliver Tekolf (Author)
Publication Year
1998
Pages
31
Catalog Number
V3971
ISBN (eBook)
9783638124720
Language
German
Tags
Hugo Hofmannsthal Dorf Gebirge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Tekolf (Author), 1998, Hugo von Hofmannsthal - Das Dorf im Gebirge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3971
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