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Sexualität in Le Sopha von Crébillon Fils

Titel: Sexualität in  Le Sopha  von Crébillon Fils

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1996 , 31 Seiten , Note: 12 Punkte

Autor:in: Martina Ochs (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Seminar „Das Bild vom Anderen in der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts„ beschäftigte sich überwiegend mit Autoren, die in Form von Reiseberichten oder Erzählungen über fremde Länder und die dort herrschenden Sitten und Gebräuche schrieben, wobei sie sich auf ihre persönlichen Erfahrungen beriefen oder sich aber durch vorurteilsbeladene Stücke anderer Schriftsteller inspirieren ließen, ohne selbst je im Ausland gewesen zu sein. Bei den Mitgliedern des französischen Adels waren nach dem Erscheinen der „Mille et Une Nuits„ (1704) im Orient spielende Romane besonders
gefragt, unwichtig, ob die Hintergründe auf der Realität basierten oder ausgedacht waren. Auch Claude Prosper Jolyot de Crébillon, Crébillon fils genannt, nutzte diese Modewelle.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Bibliographische Angaben

2. Einleitung

3. Hauptteil

3.1 Definition von „Sexualität“

3.2 Geschichtliche Übersicht: Sexualnorm im Wandel

3.3 Bedeutung der Sexualität für die Bewohner Agras’

3.3.1 Die Vertreibung der Langeweile

3.3.2 Der verkaufte Körper

3.3.3 Das gekaufte Glück

3.3.4 Das auf die Probe stellende Experiment

3.3.5 Der Wettkampf

3.3.6 Die Rache der entstellten Liebe

3.3.7 Die Liebe ohne Hintergedanken

3.4. Arten der Verführung

3.5. Sprachliche Darstellung

4. Schluß

Zielsetzung und thematische Einordnung

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Sexualität in Crébillon fils’ Roman „Le Sopha“ (1742) und analysiert, wie diese unter Rücksichtnahme auf zeitgenössische Wertvorstellungen ausgedrückt, instrumentalisiert und beurteilt wird. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob die fernöstliche Kulisse des Romans als bloße Verkleidung dient, um die libertine französische Adelsgesellschaft des 18. Jahrhunderts zu spiegeln.

  • Analyse der Sexualnormen und des gesellschaftlichen Wandels im 18. Jahrhundert.
  • Untersuchung der Motive der Figuren innerhalb von „Le Sopha“ (Langeweile, Macht, Luxus vs. wahre Liebe).
  • Klassifizierung der Verführungskategorien („angelic“ vs. „satanic seduction“).
  • Deutung der sprachlichen Darstellung und der Bedeutung von Diskretion im galanten Code.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Die Vertreibung der Langeweile

Schon bei der ersten Person, die Amanzéis Seele auf der Reise in die verschiedensten Sofas von Agra kennenlernt, zeigt sich ein Verhältnis zur Sexualität, das weit von althergebrachten Vorstellungen abweicht. Zwar ist die wegen ihrer Tugenden und Vornehmheit geschätzte Fatmé, „cette femme qu’elles haissent toutes et que toutes voulaient cependant imiter“ (s.S.47;A) verheiratet. Aber ihr Anvertrauter scheint der einzige Freier zu sein, den sie zurückweist. Doch es besteht der berechtigte Verdacht, daß diese „femme de qualité qui passait pour extrèmement sage“ (s.S.42;A) die Ablehnung seines zärtlichen Ansturms sogar nur inszeniert, um durch ihn die Geschichte ihrer sagenhaften Keuschheit im Ort weiterverbreiten zu lassen. Denn Amanzéi teilt uns mit: „je crus m’apercevoir qu’elle était moins insensible qu’elle ne voulait paraître. Ses yeux s’animèrent, elle prit un air plus attentif, elle soupira [...]“ (s.S.46;A) anläßlich der drängenden aber schüchternen Annäherungsversuche ihres Gatten.

Als dieser, der Sklave Dahis, tatsächlich auftaucht, stellt er sie „s’occupant essentiellement de tout“ (s.S.52;A) zufrieden, ohne feinfühlend oder zart zu sein. Doch es stellt sich schnell heraus, daß es sich bei dieser Beziehung keineswegs um Liebe handelt. Erstens weist Dahis nicht ein einziges Symptom des Verliebtseins auf: „[il] parassait peu touché, ses yeux s’arrêtaient stupidement sur les objets que la facile Fatmé leur présentait, c’était machinalement qu’ils faisaient impression sur lui“ (s.S.53,A). Außerdem muß Fatmé von sich aus den Sklaven dazu auffordern, von ihr neue Liebesbeweise zu verlangen. Dahis, der auf diese Idee nie von allein gekommen wäre (vgl. S.53;A), verabschiedet sich nach erfüllter Pflicht zudem mit einem Gähnen (vgl. S.53;A).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bibliographische Angaben: Auflistung der im Rahmen der Hausarbeit verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zu Crébillon fils und dem libertinen Kontext.

2. Einleitung: Einführung in die Thematik der Darstellung fremder Sitten und die Entlarvung der fernöstlichen Kulisse als Spiegel der französischen Gesellschaft.

3. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Sexualität, deren Definition, historischem Wandel und ihrer Bedeutung für die verschiedenen Charaktere in „Le Sopha“.

3.1 Definition von „Sexualität“: Erläuterung der Begriffsgeschichte sowie der Abgrenzung zu Konzepten wie Galanterie und Libertinage.

3.2 Geschichtliche Übersicht: Sexualnorm im Wandel: Überblick über die moralischen Schwankungen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert in Frankreich.

3.3 Bedeutung der Sexualität für die Bewohner Agras’: Untersuchung der erotischen Verhaltensweisen und Motivationen einzelner Romanfiguren.

3.3.1 Die Vertreibung der Langeweile: Analyse von Fatmé, die ihre Langeweile durch sexuelle Abwechslung und Inszenierung von Tugend kompensiert.

3.3.2 Der verkaufte Körper: Betrachtung von Amine, einer Tänzerin, deren Sexualität primär durch ökonomische Interessen und Luxussucht bestimmt ist.

3.3.3 Das gekaufte Glück: Darstellung von Abdalathif, der Reichtum nutzt, um sozialen Status durch den Besitz von Frauen zu generieren.

3.3.4 Das auf die Probe stellende Experiment: Analyse von Almaide und Moclès, die ihre Tugendhaftigkeit in einem riskanten psychologischen Spiel hinterfragen.

3.3.5 Der Wettkampf: Untersuchung des Verhaltens von Mazulhim, dessen Verführungskunst einem sportlichen Ehrgeiz gleicht.

3.3.6 Die Rache der entstellten Liebe: Analyse von Nassès, der das Konzept der Liebe nutzt, um als Instrument der Rache und der persönlichen Demütigung zu fungieren.

3.3.7 Die Liebe ohne Hintergedanken: Kontrastierung der zuvor analysierten Charaktere mit Paaren, bei denen genuine Zuneigung und Liebe als Motivik im Vordergrund stehen.

3.4. Arten der Verführung: Typologisierung der Verführungskonzepte in verschiedene Kategorien wie „Passion“, „Sport“ oder „Social Climbing“.

3.5. Sprachliche Darstellung: Untersuchung der diskreten, metaphorischen Sprache Crébillon fils’, die Erotik suggeriert, ohne explizit oder obszön zu wirken.

4. Schluß: Zusammenfassende Bewertung von Crébillon fils als kritischer Beobachter seiner Zeit, der durch sprachliche Gewandtheit gesellschaftliche Heuchelei entlarvt.

Schlüsselwörter

Le Sopha, Crébillon fils, Sexualität, Libertinage, Galanterie, 18. Jahrhundert, Verführung, Literaturanalyse, französische Literatur, Adelsgesellschaft, Moral, Erotik, Sprachkritik, Tugendhaftigkeit, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Bedeutung von Sexualität in dem Roman „Le Sopha“ von Crébillon fils und analysiert, wie der Autor durch die Figuren die französische Adelsgesellschaft des 18. Jahrhunderts porträtiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Wandel von Sexualnormen, das Spannungsfeld zwischen Tugend und Laster, die verschiedenen Strategien der Verführung sowie die subtile, sprachliche Gestaltung von Erotik im „galanten Code“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Crébillon fils die fernöstliche Kulisse seines Romans als gezieltes Mittel nutzt, um die Korruption, die Heuchelei und die Langeweile der französischen Aristokratie seiner Zeit zu kritisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman im Kontext historischer Sekundärliteratur untersucht und die Handlungsweisen der Figuren anhand soziokultureller Aspekte der Epoche interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung, eine detaillierte Fallstudie der verschiedenen Charaktere, eine Typologisierung der Verführungskünste und eine sprachwissenschaftliche Untersuchung der Euphemismen im Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Libertinage, Galanterie, Sexualität, Crébillon fils, Le Sopha, gesellschaftliche Moral und sprachliche Diskretion.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen den verschiedenen Arten der Verführung?

Die Arbeit nutzt Kategorien wie „angelic seduction“ und „satanic seduction“. Während erstere von echten Gefühlen geprägt ist, dienen letztere in der Regel als Mittel zum Zweck, wie etwa zur Rache, zur Unterhaltung oder zur sozialen Selbstdarstellung.

Welche Rolle spielt die Sprache im Roman laut der Analyse?

Laut der Arbeit ist die Sprache das wichtigste Instrument des Autors: Durch eine bewusste Zweideutigkeit und den Einsatz des galanten Codes gelingt es Crébillon, Erotik darzustellen, ohne die sozialen Konventionen oder moralischen Schicklichkeitsregeln seiner Zeit direkt zu verletzen.

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Details

Titel
Sexualität in Le Sopha von Crébillon Fils
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Romanistisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Das Bild des Anderen in der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts
Note
12 Punkte
Autor
Martina Ochs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
31
Katalognummer
V3887
ISBN (eBook)
9783638124072
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sittengeschichte Le Sopha Libertins
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Ochs (Autor:in), 1996, Sexualität in Le Sopha von Crébillon Fils, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3887
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Leseprobe aus  31  Seiten
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