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Die Natur des Menschen: William Golding und Jean-Jacques Rousseau

Title: Die Natur des Menschen: William Golding und Jean-Jacques Rousseau

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Sarah Buddeberg (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Bei flüchtiger Kenntnis von William Goldings Roman „Der Herr der Flie gen“ und Jean-Jacques Rousseaus philosophischen Schriften kommt man leicht zu einem vergleichenden Urteil: Beide Autoren suchen das Gute im Menschen, beide kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Rousseau übt durch die Beschreibung des Menschen im Naturzu stand, angelehnt an Reiseberichte und Erlebniserzählungen aus seinerzeit fremden Welten, Kulturkritik. Er idealisiert das Leben jenseits der Zivilisation. Seine Botschaft scheint die Aufforderung zu sein, zu den Wurzeln zurückzukehren.

Golding, dessen Protagonisten scheinbar unschuldige Kinder sind, die sich zu Bestien entwickeln, zeichnet ein durch und durch negatives Menschenbild. So kann man schnell zu der Annahme kommen, dass Golding einen Gegenentwurf zur rousseauschen Beschreibung unternimmt. Ist für Rousseau die Zivilisation das Übel, so eskaliert bei Golding die Situation, je mehr die zivilisatorischen Überreste weichen. Bei genauerer Lektüre verschwimmt diese klare Trennung zwischen den Positionen jedoch. Schnell stößt man auf Rousseaus Analyse der Ungleichheit, die er für ein Produkt der Zivilisation hält, welche den Menschen entarten lässt. Deshalb hat der vergesellschaftete Mensch keine Möglichkeit zu seinen Ursprüngen zurückzukehren. Dies ist aber genau das, was die Jungen in Goldings Roman unfreiwillig versuchen. Dass sie scheitern, könnte also Ursachen haben, die in Rousseaus Diskurs integriert sind. In dieser Hausarbeit soll nun versucht werden, beide Wege zu verfolgen und zu einem Ergebnis zu kommen.

Dabei werde ich zunächst anhand von Rousse aus „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ dessen Position darlegen und diese mit Textstellen aus Goldings „The Lord of the Flies“ vergleichen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit der Positionen beider Autoren mit einem stärkeren Focus auf Goldings Roman. Alle Zitate sind folgenden Ausgaben entnommen:

Jean-Jacques Rousseau: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen. Reclam 1998.

William Golding: The Lord of the Flies. Educational Edition. faber and faber 1962.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Vergleich der Texte „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ und „The Lord of the Flies“

2.1 Erster Teil: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

2.11 Die ersten Entwicklungsschritte des Menschen

2.12 Die zwei Arten der Ungleichheit

2.13 Das Menschenbild

2.14 Konkurrierendes Verhalten

2.15 Das Ende der Zivilisation: Despotismus

2.2 Zweiter Teil: Die Vereinbarkeit der Positionen von William Golding und Jean-Jacques Rousseau

3. Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Menschenbild bei William Golding und Jean-Jacques Rousseau, indem sie Rousseaus kulturkritische Abhandlung über die Ungleichheit mit Goldings Roman „The Lord of the Flies“ vergleicht, um die Vereinbarkeit ihrer Positionen zur menschlichen Natur und Zivilisation zu prüfen.

  • Vergleich von Rousseaus Naturzustand und Goldings insularer Mikrokosmos-Gesellschaft.
  • Analyse der Begriffe natürliche und gesellschaftliche Ungleichheit.
  • Untersuchung der Rolle von Vernunft und Zivilisation als entfremdende oder kontrollierende Faktoren.
  • Deutung der Figur des Simon als Verkörperung rousseauscher Ideale im Kontrast zum menschlichen Verfall.
  • Kritische Reflexion über die Unmöglichkeit der Rückkehr in einen ursprünglichen, reinen Naturzustand.

Auszug aus dem Buch

Die zwei Arten der Ungleichheit

Die primären natürlichen Feinde des Menschen sind also nicht andere Lebewesen, sondern physische Defizite, wie zum Beispiel Gebrechen, Kindheit, Alter oder Krankheiten. Diese Defizite sind die Quelle einer Ungleichheit unter den Menschen, welche Rousseau die natürliche oder physische nennt und klar von der gesellschaftlichen oder politischen abgrenzt, die in den Privilegien der unterschiedlichen Schichten besteht.

„Man kann nicht danach fragen, worin die Quelle der natürlichen Ungleichheit ist, weil sich die Antwort in der einfachen Definition des Wortes ausgesprochen fände. Noch weniger kann man danach suchen, ob es nicht eine wesenhafte Verbindung zwischen den beiden Ungleichheiten geben könnte.“ (S.31)

Ausgehend davon, dass die erstgenannte Art der Ungleichheit in der Natur angelegt ist, beschäftigt sich Rousseaus Untersuchung mit den Ursprüngen der zweiten, um deren Berechtigung zu hinterfragen. Die Frage, die er zu beantworten versucht, ist die, was aus dem Menschen hätte werden können, wenn er im Naturzustand geblieben wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Vergleich der unterschiedlichen Menschenbilder von Rousseau und Golding ein und erläutert die Forschungsfrage bezüglich der Vereinbarkeit ihrer Positionen.

2.Vergleich der Texte „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ und „The Lord of the Flies“: Dieser Hauptteil analysiert die Parallelen und Kontraste zwischen beiden Werken in Bezug auf Entwicklung, Ungleichheit, Menschenbild, Konkurrenz und den Zusammenbruch zivilisatorischer Strukturen.

2.1 Erster Teil: Gemeinsamkeiten und Unterschiede: In diesem Teil werden die ersten Schritte des Menschen, die Arten der Ungleichheit und die Entartung des Menschen im Kontext von Zivilisation und Natur gegenübergestellt.

2.11 Die ersten Entwicklungsschritte des Menschen: Hier wird der Prozess der Verrohung der Protagonisten bei Golding in Relation zu Rousseaus Reduktion auf den Naturzustand betrachtet.

2.12 Die zwei Arten der Ungleichheit: Dieses Kapitel differenziert zwischen natürlicher/physischer und gesellschaftlicher/politischer Ungleichheit anhand von Rousseaus Theorie und der Charakterzeichnung bei Golding.

2.13 Das Menschenbild: Der Fokus liegt auf der Abgrenzung zwischen Mensch und Tier sowie der spezifischen Fähigkeit des Menschen zur Vervollkommnung.

2.14 Konkurrierendes Verhalten: Es wird untersucht, wie Eigentum und Ruhmsucht zu Rivalität führen und den ursprünglichen Kriegszustand in der Gesellschaft manifestieren.

2.15 Das Ende der Zivilisation: Despotismus: Die Analyse zeigt auf, wie soziale Ordnungen in Despotismus münden und der Zwang den Austritt aus dem Naturzustand besiegelt.

2.2 Zweiter Teil: Die Vereinbarkeit der Positionen von William Golding und Jean-Jacques Rousseau: Dieses Kapitel fokussiert auf die Figur des Simon, um eine Synthese der Autorenpositionen zu finden.

3. Stellungnahme: Ein Fazit zur Schwierigkeit der Arbeit und der abschließenden Erkenntnis, dass beide Autoren die Unmöglichkeit einer Rückkehr in den Naturzustand betonen.

Schlüsselwörter

Rousseau, William Golding, Der Herr der Fliegen, Menschenbild, Naturzustand, Zivilisation, Ungleichheit, Konkurrenz, Despotismus, Simon, Vernunft, Gesellschaftskritik, Anthropologie, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht das Menschenbild Jean-Jacques Rousseaus mit der Darstellung der menschlichen Natur in William Goldings Roman „Der Herr der Fliegen“.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Konzept des Naturzustands, die Entstehung sozialer Ungleichheit, die Auswirkungen von Zivilisation und der Zerfall menschlicher Vernunft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Vereinbarkeit der philosophischen Thesen Rousseaus mit dem literarischen Menschenbild Goldings zu analysieren und zu prüfen, ob beide eine ähnliche Gesellschaftskritik formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt einen vergleichenden Textvergleich, bei dem philosophische Argumente Rousseaus direkt auf die Handlung und die Charaktere in Goldings Roman angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Hausarbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede, unterteilt in Themen wie Entwicklungsschritte, Ungleichheit, Konkurrenzdenken und die schließliche Entwicklung hin zum Despotismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Wichtige Begriffe sind Naturzustand, Zivilisation, Ungleichheit, Menschenbild, Gesellschaftskritik und der Begriff der Bestie im Menschen.

Welche Bedeutung kommt der Romanfigur Simon in der Argumentation zu?

Simon wird als eine Art Gegenentwurf zu den anderen Jungen interpretiert, der rousseausche Ideale verkörpert und an der Unvereinbarkeit von menschlicher Natur und gesellschaftlichem Druck zerbricht.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Zivilisation in Goldings Roman?

Die Zivilisation wird ambivalent dargestellt: Einerseits bietet sie Schutz, andererseits führt ihre Konditionierung zu einer Entfremdung von der natürlichen Basis, was letztlich in Gewalt und Zerstörung endet.

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Details

Title
Die Natur des Menschen: William Golding und Jean-Jacques Rousseau
College
University of Leipzig  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften)
Course
Der edle Wilde: Kolonialismus / Postkolonialismus
Grade
bestanden
Author
Sarah Buddeberg (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V35082
ISBN (eBook)
9783638351171
Language
German
Tags
Natur Menschen William Golding Jean-Jacques Rousseau Wilde Kolonialismus Postkolonialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Buddeberg (Author), 2004, Die Natur des Menschen: William Golding und Jean-Jacques Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35082
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