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Das Bild Mexikos in El Ogro Filantrópico von Octavio Paz

Title: Das Bild Mexikos in El Ogro Filantrópico von Octavio Paz

Seminar Paper , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sven Meyer (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Summary Excerpt Details

Lateinamerika fristete – ähnlich der meisten anderen ehemaligen kolonialen Gebiete – im Bewusstsein Intellektueller lange Zeit ein vergleichsweise trübes Dasein. Menschen, Kunst, Geschichte, sowie ökonomische, politische und soziale Verhältnisse Lateinamerikas wurden nahezu ausschließlich von Außen her erforscht. Europa und Nordamerika waren die Zentren der intellektuellen Lateinamerika- (bzw. Kolonial-) Forschung. Dies ist sicherlich historisch bedingt. Die europäischen Kolonisatoren sahen sich zu Beginn der Kolonisation als zivilisiert, dynamisch, fortschrittlich, ethisch, rational an, während der Charakter der Kolonisierten als sanftmütig, trieblos, demütig und unterwürfig gegenüber den Europäern beschrieben wurde. Hieraus hat sich eine Dichotomie aus Peripherie und Zentrum entwickelt, welche bis heute aktuell ist. So ist es auch zu erklären, dass es beispielsweise kaum eigenständige Lateinamerika-Institute an Universitäten gibt und Lateinamerika lange als transatlantische Fortsetzungsgeschichte Spaniens behandelt wurde. Mit Beginn der Entkolonisierungsprozesse der sechziger Jahre fand jedoch eine Umstrukturierung statt, die eine Auflockerung der gerade genannten Dichotomie mit sich brachte. Die ehemaligen Kolonien werden nun weniger als Teil der europäischen Geschichte aufgefasst, sondern als eigenständige Kulturen mit eigenem spezifischen Charakter. Auch wenn Lateinamerika schon vor längerer Zeit entkolonialisiert wurde, so wird sein gesamtkultureller Status im Zuge dieser neuen postkolonialen Denkweise neu untersucht. Der Kulturbegriff wird weiter aufgefasst als zuvor, so dass beispielsweise auch die Massenmedien und der Indigenismo thematisiert werden. Allgemein werden angenommene Selbstverständlichkeiten neu hinterfragt. Es findet ein Aufbrechen von Grenzen statt, welche mit einer Dezentralisierung des Wissens einhergeht. Die Andersartigkeit Lateinamerikas rückt im Zuge von Alteritätsdenken in das Zentrum des Interesses. In diesem Zusammenhang werden auch die Werke lateinamerikanischer Intellektueller mit größerem Interesse wahrgenommen. Ihre Werke erweitern das Lateinamerikawissen um eine neue wichtige Perspektive.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 EINFÜHRUNG IN DEN POSTKOLONIALEN DISKURS IN LATEINAMERIKA

1.2 ZIEL DER SEMINARARBEIT UND GANG DER UNTERSUCHUNG

2 ERLÄUTERUNGEN ZUM POSTKOLONIALEN DISKURS UND ZUR PERSON OCTAVIO PAZ

2.1 POSTMODERNE UND POSTKOLONIALITÄT

2.2 OCTAVIO PAZ

3 DAS BILD MEXIKOS IN EL OGRO FILANTRÓPICO

3.1 DIE IDENTITÄTSSUCHE MEXIKOS

3.1.1 Der Begriff „Identität“

3.1.2 Die Identität Mexikos in El ogro filantrópico

3.2 MEXIKO IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN ARCHAISMUS UND MODERNE

4 ZUSAMMENFASSENDE ÜBERLEGUNGEN

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, am Beispiel der Essaysammlung El ogro filantrópico von Octavio Paz aufzuzeigen, wie Mexiko im Kontext des postkolonialen Diskurses kritisch betrachtet und charakterisiert werden kann. Die Arbeit untersucht dabei insbesondere die Identitätssuche des Landes sowie das Spannungsfeld zwischen archaischen Traditionen und dem Streben nach westlicher Moderne.

  • Postkoloniale Theoriebildung und der Diskurs in Lateinamerika
  • Biographische und intellektuelle Einflüsse auf Octavio Paz
  • Analyse der Identitätskonstruktion Mexikos in Paz' Werken
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem mexikanischen Modernisierungskurs

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Identität Mexikos in El ogro filantrópico

Im mexikanischen Volksmund heißt es, Mexiko habe „eine lange Vergangenheit und eine kurze Geschichte“. Dies deutet bereits das Problem an, dass Mexiko zwar über eine lange Vergangenheit verfügt, sich dieser aber nicht im vollen Maße bewusst ist. Zu einem Großen Teil vernachlässigte die mexikanische Geschichtsschreibung die vielfältigen (speziell präkolumbianischen) Wurzeln des Landes. Wie bereits in der Einleitung erwähnt wurde die Geschichte Mexikos lange Zeit als eine transatlantische Fortsetzungsgeschichte Spaniens angesehen. Somit war die mexikanische Gesellschaft sich seiner eigenen Herkunft nicht bewusst und sie war jahrhunderte lang nicht in der Lage eine einheitliche kollektive Identität zu bilden.

An diesem Punkt liefert Octavio Paz mit El ogro filantrópico einen wichtigen Beitrag. Denn Paz versucht in seinen Essays immer wieder die Eigenartigkeit und die geschichtlichen Sonderbarkeiten Mexikos zu ergründen und darzustellen und macht sie somit für den Leser sichtbar und bewusst. So bezeichnet er Neuspanien zwar als Ursprung des modernen Mexikos, nicht aber ohne deutlich zu machen, dass die Gesellschaft Neuspaniens nicht der spanischen Gesellschaft entsprach und sich darüber hinaus ihr eigenes universales Schicksal schuf. Hierbei verwendet er auch die Metapher des Phönix: Um ein anderes Spanien zu werden musste Neuspanien der Asche des alten entsteigen. Neuspanien verkörpert ein unlösbares Paradoxon – es ist ein anderes und doch dasselbe Spanien.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Hier wird der postkoloniale Kontext Lateinamerikas eingeführt und das Ziel der Arbeit sowie der methodische Untersuchungsaufbau dargelegt.

2 ERLÄUTERUNGEN ZUM POSTKOLONIALEN DISKURS UND ZUR PERSON OCTAVIO PAZ: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Postmoderne und Postkolonialität und bietet einen biographischen Abriss über den mexikanischen Intellektuellen Octavio Paz.

3 DAS BILD MEXIKOS IN EL OGRO FILANTRÓPICO: Das Hauptkapitel analysiert Paz' Reflexionen zur mexikanischen Identitätssuche und untersucht das Spannungsfeld zwischen den historischen Wurzeln des Landes und den importierten Konzepten der Moderne.

4 ZUSAMMENFASSENDE ÜBERLEGUNGEN: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die globale Weitsicht des Autors sowie die Perspektiven für einen postkolonialen Veränderungsprozess.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Postmoderne, Octavio Paz, El ogro filantrópico, Mexiko, Identität, Identitätssuche, Modernisierung, Archaismus, Kulturdiskurs, Kolonialgeschichte, Lateinamerika, Gesellschaftsstruktur, Zentrum-Peripherie, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Bild Mexikos aus der Perspektive des Autors Octavio Paz und hinterfragt dieses unter den Vorzeichen der postkolonialen Theorie.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen der postkoloniale Diskurs, die Identitätsbildung eines lateinamerikanischen Staates und die Spannung zwischen traditioneller Vergangenheit und westlicher Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, am Beispiel der Essaysammlung El ogro filantrópico aufzuzeigen, wie Paz die mexikanische Identität charakterisiert und welche systemischen Widersprüche er dabei aufdeckt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz, indem sie theoretische Grundlagen des Postkolonialismus auf die essayistische Literatur von Octavio Paz anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Identitätssuche Mexikos und die Ambivalenz des Landes im Umgang mit Modernisierung, Demokratie und den eigenen präkolumbianischen Wurzeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Postkolonialität, Identität, Mexiko, Modernität, Hybridität und das Werk El ogro filantrópico.

Welche Rolle spielt die Metapher des "Phönix" bei Paz?

Paz verwendet das Bild des Phönix, um den Prozess zu beschreiben, durch den Neuspanien aus der Asche des alten Spaniens entstehen musste, um ein eigenständiges, wenn auch paradoxes Wesen zu entwickeln.

Wie bewertet Paz das Vorbild der USA für Mexiko?

Paz lehnt die USA als einfaches Vorbild ab, da er argumentiert, dass Fortschritt nicht durch die bloße Übernahme industrieller Standards entsteht, sondern durch die Entwicklung einer geistigen und politischen Kritikfähigkeit.

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Details

Title
Das Bild Mexikos in El Ogro Filantrópico von Octavio Paz
College
University of Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften - Romanistik)
Course
Lateinamerikanische Literatur der 1990er Jahre unter dem Blickwinkel postkolonialer Theoriebildung
Grade
1,7
Author
Sven Meyer (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V33098
ISBN (eBook)
9783638336628
ISBN (Book)
9783656630678
Language
German
Tags
Bild Mexikos Ogro Filantrópico Octavio Lateinamerikanische Literatur Jahre Blickwinkel Theoriebildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Meyer (Author), 2004, Das Bild Mexikos in El Ogro Filantrópico von Octavio Paz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33098
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