Im Folgenden werde ich ein künstlerisches Werk hinsichtlich der De-Konstruktion von Körperbildern uns Inszenierung von Geschlecht untersuchen, dabei habe ich als Analyseobjekt den Film „Die Haut, in der ich wohne“ (Originaltitel: „La piel que habito“) des Regisseurs Pedro Almodóvar ausgewählt. Ich werde ich mich auf eine ausgewählte Szene konzentrieren, da eine Analyse des gesamten Filmes den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.
Ich habe diesen Film ausgewählt, da er den menschlichen Körper und vor allem Geschlechter, Geschlechterzuschreibung und -vermischungen und Stereotype in den Mittelpunkt stellt und Themen wie Transgender, Haut, Macht und Veränderbarkeit des Körpers von einer ungewöhnlichen Seite beleuchtet. Des Weiteren ist der Regisseur Pedro Almodóvar für seine extremen, provokativen Filme bekannt, die vor allem im Rahmen der Gender Studies große Beachtung erfahren haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Filmwahl, theoretische Grundlage, Forschungsstand
2. Analyse
2.1 Kurzbiographie Pedro Almodóvars
2.2 Inhaltsangabe des Films ‚Die Haut, in der ich wohne‘
2.3 Detaillierte Beschreibung der ausgewählten Szene
2.4. Analyse der Szene
3. Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Dekonstruktion von Körperbildern und die Inszenierung von Geschlecht im Film „Die Haut, in der ich wohne“ von Pedro Almodóvar. Ziel ist es, mithilfe einer detaillierten Analyse einer ausgewählten Schlüsselszene aufzuzeigen, wie Almodóvar binäre Geschlechterkategorien hinterfragt und durch die Darstellung hybrider Identitäten kritisiert.
- Dekonstruktion von Geschlechterstereotypen
- Wechselwirkung zwischen ‚Sex‘ und ‚Gender‘
- Einfluss patriarchaler Machtstrukturen auf Körperbilder
- Die Rolle des Begehrens in der Identitätsbildung
- Intermediale Strategien und Symbolik im Film
Auszug aus dem Buch
2.4. Analyse der Szene
Ziel der Analyse ist es, zu zeigen, wie Almodóvar in seinem Film mit den Kategorien ‚Desire‘ und ‚Gender‘ spielt, wie er es schafft, gängige Vorstellungen und konventionelle Geschlechterdiskurse in Frage zu stellen und damit das binäre Zwei-Geschlechter-Denken kritisiert und dekonstruiert.
Zu Beginn der Szene scheint es, als würde V sich tatsächlich, auch innerlich, als Vera und somit als Frau fühlen. Wie sie selber sagt, ist sie eine Frau und das auch immer gewesen. Es lässt sich daraus schließen, dass sie mit ihrem alten ‚Ich‘ abgeschlossen hat und die Erinnerung an ihr Leben als Vicente für sie nicht mehr existiert. Auch trägt sie nun Kleider, sie schminkt sich und trägt sogar Schuhe mit hohen Absätzen, um, wie sie in einer früheren Szene sagt, zu üben. Auffällig dabei ist, dass die Kleidung, die sie trägt, besonders weiblich ist: Kleider mit farbenfrohen Blumenmustern, die sehr figurbetont, kurz und brustausgeschnitten sind. Selbst Lust scheint sie nun auch für Männer, zumindest für Robert, zu empfinden, da sie das Liebesspiel sichtlich genießt. Alles scheint, als handle es sich um ein glücklich verliebtes Paar, dass nach vielen Widerständen doch endlich sein Glück gefunden hat. Einzig die bedrohliche Streichermusik im Hintergrund lässt darauf schließen, dass das Ende noch nicht geschrieben ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Filmwahl, theoretische Grundlage, Forschungsstand: Einleitung in das Thema der Geschlechter-Dekonstruktion und Vorstellung der theoretischen Basis, insbesondere unter Bezugnahme auf Judith Butler.
2. Analyse: Umfassende Untersuchung der Filmhandlung unter Einbeziehung biografischer Aspekte Almodóvars, einer Inhaltsangabe sowie einer detaillierten Szenenanalyse.
2.1 Kurzbiographie Pedro Almodóvars: Zusammenfassung des Lebenswegs und des künstlerischen Hintergrunds des Regisseurs im Kontext der spanischen Gesellschaft.
2.2 Inhaltsangabe des Films ‚Die Haut, in der ich wohne‘: Darlegung der nichtlinearen Erzählstruktur und der drei zentralen Handlungsstränge des Films.
2.3 Detaillierte Beschreibung der ausgewählten Szene: Beschreibung des Handlungsverlaufs und der Örtlichkeiten der gewählten Schlussszene des Films.
2.4. Analyse der Szene: Tiefergehende Interpretation der Schlüsselszene hinsichtlich der Kategorien ‚Desire‘ und ‚Gender‘ sowie deren Dekonstruktion.
3. Fazit und Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse, welche die Konstruiertheit von Geschlechtsidentität und die Bedeutung Almodóvars für die Gender Studies unterstreicht.
Schlüsselwörter
Pedro Almodóvar, Die Haut, in der ich wohne, Gender, Sex, Dekonstruktion, Körperbilder, Judith Butler, Identität, Geschlechterrollen, Stereotype, Performativität, Begehren, Hybridität, Patriarchat, Film-Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die filmische Darstellung und Dekonstruktion von Körperbildern und Geschlechterkonstruktionen in Pedro Almodóvars Werk „Die Haut, in der ich wohne“.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzepte ‚Sex‘ und ‚Gender‘, patriarchale Machtstrukturen, die Inszenierung von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie die Bedeutung des Begehrens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Film das binäre Denken in Mann-Frau-Kategorien kritisiert und dekonstruiert, indem er eine hybride Geschlechtsidentität entwirft.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin/der Autor nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen (insb. Judith Butler) mit einer detaillierten Szenenanalyse und intermedialen Vergleichen verbindet.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung, eine Zusammenfassung der Filmhandlung, die detaillierte Beschreibung der Schlussszene sowie deren analytische Auswertung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Dekonstruktion, Hybridität, performative Zuschreibung, patriarchaler Blick und Geschlechtervielfalt.
Welche Bedeutung haben die Venusgemälde für die Analyse?
Die Venusdarstellungen dienen als Symbole für ein fremdbestimmtes Schönheitsideal und unterstreichen die kritische Auseinandersetzung mit der Objektivierung des weiblichen Körpers.
Wie interpretiert die Arbeit das abrupte Ende des Films?
Das Ende wird als Moment der Rebellion und als Ausdruck einer Identität interpretiert, die sich den herkömmlichen, binären Kategorien entzieht, womit der Film die Unzulänglichkeit dieser Kategorien entlarvt.
- Quote paper
- Miriam Leidreiter (Author), 2015, Hybride Geschlechteridentiäten und Dekonstruktion von Stereotypen in Almodóvars Film „Die Haut, in der ich wohne“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317234