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Farben, ihre Seltenheit und Bedeutung in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre"

Title: Farben, ihre Seltenheit und Bedeutung in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre"

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Kim Schelling (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Ihr [der Farbe] Werden und Vergehen bezeichnet Werden und Vergehen der Welt, Leben und Tod.“

Ein Leser Goethes weiß, worauf er sich einlässt: Symbole und versteckte Bedeutungen kann und soll er auf jeder Seite finden. Doch über die Bedeutung der Farben denkt man oft nicht weiter nach, da Farben sich überall so selbstverständlich ins Gesamtbild einfügen. Beim Lesen von „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ fiel mir auf, dass Goethe Farben nur sehr spärlich eingesetzt hat und es bis zu 36 Seiten lang keine Farbbezeichnungen gibt (von Seite 390 bis Seite 4262), diese dafür aber an manchen Stellen geballt auftreten. Mir war klar, dass dies eine wichtige Bedeutung haben musste und Goethe, der immerhin selbst ein Buch über die Farbenlehre geschrieben hatte, die Farbbezeichnungen nicht ohne Grund auf diese Weise in seinem Werk verteilt hat, deswegen habe ich mich ausführlicher damit beschäftigt.
In dieser Hausarbeit möchte ich zeigen, welche Bedeutungen hinter den Farben in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ steht.

Vor dem Schreiben dieser Hausarbeit stand ein konzentriertes Durcharbeiten des Buches, um alle Textstellen3 zu finden, in denen Farben erwähnt werden, wobei ich besonderes Gewicht, auf das direkte Nennen von Farben gelegt habe und Bezeichnungen wie bunt, farbig und farblos nur kurz in dieser Hausarbeit bearbeiten werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Thema dieser Hausarbeit

2. Das Vorkommen von Farben in „Wilhelm Meisters“ Lehrjahre

3. Farblose Farbbezeichnungen

a. Farbig und bunt

b. Farblos

c. Regenbogensymbolik

4. Die Metallfarben

a. Silber

b. Gold

5. Die nichtbunten Farben

a. Braun

b. Grau

c. Schwarz

d. Weiß

6. Die bunten Farben

a. Purpur, Orange und Schwarzgrünbraun

b. Grün

c. Gelb und blond

d. Blau

e. Rot

7. Schlussfolgerung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die spezifische symbolische Bedeutung und die Funktion der verwendeten Farbbezeichnungen in Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ zu untersuchen, um aufzuzeigen, wie diese gezielt eingesetzt werden, um Charaktereigenschaften und Schicksalswendungen zu unterstreichen.

  • Analyse der Seltenheit und der gezielten Verteilung von Farbbezeichnungen im Roman.
  • Differenzierung zwischen bunten, nichtbunten und Metallfarben in ihrer literarischen Verwendung.
  • Untersuchung der Verbindung von Farben mit Tod, Trauer, Lebensfreude und Unschuld.
  • Gegenüberstellung von Farbsymbolik und Goethes theoretischen Ansätzen aus der Farbenlehre.

Auszug aus dem Buch

Die Regenbogensymbolik

Ein Farbsymbol, das in den Lehrjahren nur einmal vorkommt, ist der Regenbogen. Beim Lesen der Regenbogen-Textstelle 8 fällt auf, dass die einzige direkt erwähnte Farbe grau ist: „ [...] auf dem grauen Grunde erschien der herrliche Bogen.“9 Trotzdem vermisst der Leser nichts, da der Regenbogen alleine durch seine Erwähnung Farben mit bringt. Goethe brachte dem Regenbogen viel Respekt entgegen und sah ihn als ein schönes Natursymbol, aber er sprach ihm die höchste Stelle in der Farbenwelt ab, da der Regenbogen nicht die Totalität der Farben wiedergab.10

Nichtsdestotrotz ist der Regenbogen für ihn ein aussagestarkes Symbol, dessen Bedeutung sich allerdings in den Werken Goethes im Laufe der Zeit gewandelt hatte11. In „Wilhelm Meisters Lehrjahren“ erhellt der Regenbogen zwar den Tag, er kann jedoch das Grau nicht verschwinden lassen. Die Voraussetzung für das Entstehen eines Regenbogens ist schlechtes, regnerisches Wetter und in Goethes Werken meist auch ein äußerst negatives vorheriges Erlebnis, wie hier der Tod Aurelies. So wie er ein Indiz für eine dunkle Vergangenheit ist, ist der Regenbogen in seiner Herrlichkeit und Helligkeit jedoch auch ein Zeichen, dass die Sonne zurück in die Natur und auch in das Leben der Protagonisten kehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Thema dieser Hausarbeit: Einführung in die Fragestellung und den Ansatz, Goethes bewussten und sparsamen Einsatz von Farbsymbolik im Roman zu analysieren.

2. Das Vorkommen von Farben in „Wilhelm Meisters“ Lehrjahre: Betrachtung der Verteilung der Farbnennungen über den Textverlauf und deren methodische Erfassung.

3. Farblose Farbbezeichnungen: Analyse der Begriffe „bunt“, „farbig“ und „farblos“ sowie der spezifischen symbolischen Aufladung des Regenbogens.

4. Die Metallfarben: Untersuchung der Rollen von Silber und Gold, insbesondere deren Verbindung mit materiellem Wert sowie Beständigkeit und Vollkommenheit.

5. Die nichtbunten Farben: Analyse von Braun, Grau, Schwarz und Weiß im Hinblick auf ihre Assoziation mit Charaktermerkmalen, Naturverbundenheit und Tod.

6. Die bunten Farben: Analyse von Purpur, Orange, Schwarzgrünbraun, Grün, Gelb, Blond, Blau und Rot als Mittel zur Charakterisierung und Stimmungserzeugung.

7. Schlussfolgerung: Fazit der Untersuchung, das unterstreicht, wie zentral die Farben trotz ihrer sparsamen Verwendung für das Gesamtwerk sind.

Schlüsselwörter

Farbsymbolik, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Johann Wolfgang von Goethe, literarische Analyse, Farbbezeichnungen, Charakterisierung, Mignon, Regenbogen, Gold, Schwarz, Weiß, Rot, Blau, Farbenlehre, literarische Motive.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und dem gezielten Einsatz von Farbbezeichnungen in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Symbolik einzelner Farben wie Schwarz, Weiß und Rot, die Rolle der Farben bei der Charakterdarstellung sowie die Verbindung zwischen Goethes Farbenlehre und seiner erzählerischen Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welche tieferen Bedeutungen hinter den Farben stehen und wie Goethe diese verwendet, um Stimmungen oder schicksalhafte Momente der Charaktere zu untermalen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem konzentrierten Durcharbeiten des Textes, einer statistischen Erfassung der Farbvorkommnisse und einer interpretativen Analyse unter Einbeziehung von Goethes theoretischen Schriften zur Farbenlehre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Farbgruppen (bunte, nichtbunte, Metallfarben) und untersucht diese anhand von konkreten Textbeispielen im Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Farbsymbolik, Charakterisierung, Tod, Unschuld und Goethe.

Wie wird die Farbe Weiß im Kontext von Mignon interpretiert?

Die Arbeit deutet das Weiß bei Mignon, besonders im Zusammenhang mit ihren Kostümen, als ein Symbol für ihre Todessehnsucht und ihre zunehmende Entfremdung von der Welt der Lebenden.

Warum ist die Farbe Grau für Wilhelm von Bedeutung?

Grau wird als „Farbe der Schatten“ identifiziert, die Wilhelms Zustand nach dem Verlust von Mariane widerspiegelt, stellt aber auch einen Übergangszustand zwischen hell und dunkel dar.

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Details

Title
Farben, ihre Seltenheit und Bedeutung in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre"
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Institut)
Course
Der Bildungroman: Wilhelm Meisters Lehrjahre
Grade
1,5
Author
Kim Schelling (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V26217
ISBN (eBook)
9783638286251
Language
German
Tags
Farben Seltenheit Bedeutung Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre Bildungroman Wilhelm Meisters Lehrjahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Schelling (Author), 2004, Farben, ihre Seltenheit und Bedeutung in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26217
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