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Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns

Titel: Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 32 Seiten , Note: 2

Autor:in: Michael Fischer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Thomas Manns Erzählungen regen besonders wegen ihrer Originalität und ironisch amüsanten Sprache immer wieder zur Lektüre an. Wenn sich auch auf den ersten Blick die Handlung einer Erzählung dem Leser gut erschließt, so ist es doch oft mit dem geistigen Hintergrund und der eigentlichen Bedeutung des Erzählten weitaus schwieriger. Thomas Mann liebt das ironische Versteckspiel. Ernst Nündel schreibt, dass sich der Ironiebegriff bei Thomas Mann entfaltet habe. Die vorliegende Arbeit soll anhand der fünf frühen Erzählungen Der kleine Herr Friedemann, Der Weg zum Friedhof, Gladius Dei, Tonio Kröger und Das Eisenbahnunglück, die Verwendung von Ironie bzw. den Ironie- Begriff des jungen Thomas Mann untersuchen. Inwieweit kann von einer Entfaltung des Ironie-Begriffs bei Thomas Mann gesprochen werden? Dieser Frage nachzugehen wird Hauptaugenmerk der Untersuchung sein. In diesem Zusammenhang wird auch hinterfragt werden müssen, inwiefern Thomas Manns Ironie- Begriff von seinen Vorbildern Schoppenhauer, Nietzsche und Wagner geprägt war, denn so lesen wir in seinen Betrachtungen eines Unpolitischen: „Die drei Namen, die ich zu nennen habe, wenn ich mich nach den Fundamenten meiner geistigkünstlerischen Bildung frage, diese Namen für ein Dreigestirn ewig verbundener Geister, das mächtig leuchtend am deutschen Himmel hervortritt, - sie bezeichnen nicht intim deutsche sondern europäische Ereignisse: Schoppenhauer, Nietzsche und Wagner.“
Bevor aber mit einer Analyse begonnen werden kann, erscheint es sinnvoll den Begriff der Ironie selbst eingehend zu betrachten. Der verschiedene, oft auch bedenkliche, Gebrauch von Ironie in der Literatur macht diese Vorgehensweise unumgänglich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Ironie – Eine Begriffsbetrachtung

3.1. Sokratische Ironie

3.2. Romantische Ironie

4. Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns

4.1. Der kleine Herr Friedemann

4.2. Der Weg zum Friedhof

4.3. Gladius Dei

4.4. Tonio Kröger

4.5. Das Eisenbahnunglück

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verwendung und Entwicklung des Ironiebegriffs in fünf frühen Erzählungen von Thomas Mann. Dabei wird analysiert, inwiefern der Autor durch ironische Verfahren die Spannungsverhältnisse zwischen Geist und Leben sowie die Künstlerexistenz thematisiert und dabei von philosophischen Vorbildern wie Schopenhauer und Nietzsche beeinflusst wurde.

  • Analyse der Ironiekonzepte (Sokratische und Romantische Ironie)
  • Untersuchung der Leitmotivtechnik als ironisches Strukturprinzip
  • Kontrastierung von Künstlertum und Bürgerwelt in den Erzählungen
  • Die Entwicklung des Ironiebegriffs vom "kleinen Herrn Friedemann" bis hin zum "Eisenbahnunglück"
  • Philosophische Einflüsse (Nietzsche, Schopenhauer) auf das Werkverständnis

Auszug aus dem Buch

4. 3. Gladius Dei

Thomas Mann plante Gladius Dei bereits 1899. Die Niederschrift erfolgte wahrscheinlich erst im Mai 1901. Zusammen mit Tristan las er Gladius Dei im November 1901 im Akademisch- dramatischen Verein. Der Erstabdruck erfolgte im „Juli 1902 (Die Zeit, Wien).“

„Die Beschreibung des jungen fanatischen Hieronymus geht auf Frau Bartolommeos Porträt von Savonarola zurück, eine fotografische Reproduktion stand auf dem Tisch Thomas Manns. Hieronymus entspricht dem italienischen Namen Girolamo, dem Vornamen Savonarolas.“ Diese Feststellung ist wichtig, denn Hieronymus erscheint dem Leser als wiedergeborener Savonrola. Spelsberg konkretisiert dies: „Thomas Mann lässt seinen Helden aus einem anderen Jahrhundert der Renaissance in die Gegenwart herüber schreiten. Dies wird durch den Vergleich des Jünglings mit dem Savonarola- Bild, der die beiden Männer identisch erscheinen lässt, […] angedeutet.“ Sie sind sich vom äußeren ähnlich. Wichtiger erscheint mir die Beobachtung, dass Hieronymus wie Savonarola als Sittenprediger auftritt. Auch die Vision eines göttlichen Strafgerichts stamme von Savonarola. Spelsberg hält fest, dass Thomas Mann hierdurch das „Geschehen zwar gegenüber der Möglichkeit einer mythischen Wiederkehr der Vergangenheit ironisch entgrenzt, nicht aber gegenüber der gegenwärtigen sozialpolitischen Problematik, zeigt sich eine Tendenz, den Stoff zu entaktualisieren – das Geschehen gerät in ein mythisch- märchenhaftes Zwielicht, der Leser wird von der geschilderten Zeit abgelenkt.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Ironie bei Thomas Mann und Vorstellung der fünf untersuchten Erzählungen.

Ironie – Eine Begriffsbetrachtung: Theoretische Herleitung des Begriffs Ironie, unterteilt in die Sokratische und die Romantische Ironie.

Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns: Analyse der ironischen Strukturen in den einzelnen Erzählungen, inklusive ihrer jeweiligen Besonderheiten.

Der kleine Herr Friedemann: Untersuchung der erotischen Ironie und des Gegensatzes von Geist und Leben am Beispiel der Figur Johannes Friedemann.

Der Weg zum Friedhof: Analyse der ironischen Distanz zum Außenseiter Lobgott Piepsam und der Konfrontation mit dem vitalen Leben.

Gladius Dei: Auseinandersetzung mit der ironischen Darstellung fanatischer Ideologien und dem Konflikt zwischen Kunst und bürgerlicher Lebenswelt.

Tonio Kröger: Untersuchung der ironischen Überwindung der Dekadenz und der Suche nach einer Balance zwischen Kunst und Leben.

Das Eisenbahnunglück: Analyse der Selbstironisierung des Künstlers und der Entzauberung von gesellschaftlichen Rollenbildern.

Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Aufzeigen der Entwicklung des Ironiebegriffs im frühen Werk.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Ironie, Literaturwissenschaft, Frühe Erzählungen, Geist und Leben, Künstlertum, Leitmotivtechnik, Sokratische Ironie, Romantische Ironie, Außenseiter, Dekadenz, Identität, Philosophie, Nietzsche, Schopenhauer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Funktion und Ausprägung des Stilmittels der Ironie in fünf frühen Erzählungen von Thomas Mann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das Spannungsverhältnis zwischen Geist und Leben, die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft sowie die philosophische Prägung durch Schopenhauer und Nietzsche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu klären, inwieweit sich der Ironiebegriff in den frühen Erzählungen Thomas Manns entfaltet hat und wie er zur Charakterisierung der Figuren beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textvergleich, die Untersuchung von Leitmotiven und die Auswertung zeitgenössischer sowie literaturkritischer Quellen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von fünf Erzählungen (Der kleine Herr Friedemann, Der Weg zum Friedhof, Gladius Dei, Tonio Kröger, Das Eisenbahnunglück) hinsichtlich ihrer ironischen Gestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Thomas Mann, Ironie, Künstlertum, Leitmotivtechnik, Geist und Leben sowie der Einfluss von Nietzsche und Schopenhauer.

Inwiefern spielt die "Leitmotivtechnik" eine Rolle für die Ironie in Thomas Manns Erzählungen?

Die Leitmotivtechnik fungiert als ironisches Strukturprinzip, indem Wiederholungen von Eigenschaften oder Situationen die Figuren oft ins Lächerliche ziehen oder ihre Distanz zur bürgerlichen Welt unterstreichen.

Welche Entwicklung zeigt sich im Umgang mit der "Dekadenz" durch den Einsatz von Ironie?

Besonders bei Tonio Kröger zeigt sich, dass Ironie genutzt wird, um die Dekadenz als determiniertes Schicksal zu überwinden und eine versöhnlichere Haltung zwischen dem Künstlertum und dem bürgerlichen Leben zu finden.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Hauptseminar: Thomas Manns Erzählungen
Note
2
Autor
Michael Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
32
Katalognummer
V25580
ISBN (eBook)
9783638281522
ISBN (Buch)
9783640767502
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ironie Erzählungen Thomas Manns Hauptseminar Thomas Manns Erzählungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Fischer (Autor:in), 2004, Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25580
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Leseprobe aus  32  Seiten
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