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Das 'Böse' und die Metamorphose des Teufels

Titel: Das 'Böse' und die Metamorphose des Teufels

Seminararbeit , 2000 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M. A. Firdaous Fatfouta-Hanka (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Historia von D. Johann Fausten1, erstmals erschienen 1587 auf der Buchmesse
in Frankfurt am Main, beinhaltet einen recht einfachen Handlungsstrang: Doktor
Faustus, ein wißbegieriger Gelehrter, der über den Rahmen seines menschlichen
Wissens hinausgehen möchte, beschwört den Teufel, schließt mit ihm einen Pakt, um
mit dessen Hilfe alle Geheimnisse dieser Welt zu entschlüsseln.
Wer oder was ist der Teufel?
Die scheinbar ständige Konfrontation mit dem Bösen in seinen vielfältigen
Erscheinungen gehört zu den bedrückendsten Erfahrungen des Menschen. Zu allen
Zeiten stellte die Frage nach Ursprung, Wesen und Aussehen sowie Bewältigung des
Bösen eine Herausforderung an die Menschheit dar.
Der Teufel, ein Wesen mit vielen Gesichtern und Gestalten, bestimmt das Thema
dieser Arbeit. Ein kurzer Einblick in seine Geschichte sowie seine bildliche
Darstellung, mit Beschränkung auf den christlichen Teufel, soll in den Stoff der
Historia einführen.
Neben Faust spielen der Teufel und besonders seine Gestalten eine wichtige Rolle,
die einer näheren Untersuchung bedürfen. In der Erzählung verändert sich diese
abermals und die Metamorphosen und Verwandlungen rekurrieren auf
unterschiedlichste Quellen. So erscheint er u.a. in Tiergestalten, in mythologischen
Figuren oder wird in Form von Symbolen widergespiegelt, die allegorisch
angeordnet sind.
Der Teufel: Verkörperung des Bösen, direkter Widersacher Gottes und Versucher
sowie Verführer Faustens? In welchem Rahmen wird er der ihm zugewiesenen
Funktion in der Erzählung gerecht? Fragestellungen, die sich aus dem Kontext
ergeben und sich scheinbar auflösen.
1F
1FÜSSEL, Stephan / KREUTZER, Hans Joachim (Hg.): Historia von D. Johann Fausten. Text des
Druckes von 1587. Kritische Ausgabe. Stuttgart 1988

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Herkunft des christlichen Teufels

2.1 Der Name des Bösen

2.2 Das Böse im Alten Testament

2.3 Der Teufel im Neuen Testament

2.4 Heidnische Götter als Vorlage für ein christliches Teufelsbild

3. Die Gestalt des Teufels in der Historia

3.1 Der Teufel als Franziskanermönch

3.2 Die sieben Todsünden

3.3 Tiergestalten sowie mythologische Wesen als Verkörperung des Bösen

4. Schluß / Bewertung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und die Metamorphosen des Teufels in der "Historia von D. Johann Fausten" (1587). Dabei wird analysiert, wie sich das Bild des Teufels durch verschiedene mythologische, biblische und kulturelle Einflüsse wandelt und welche erzählerischen Funktionen diese Gestaltwandel im Kontext der Geschichte erfüllen.

  • Historische Herleitung des christlichen Teufelsbildes
  • Die Funktion des Teufels als Versucher in der "Historia"
  • Analyse der Metamorphosen des Teufels (Tiergestalten, Symbole, mythologische Figuren)
  • Antikatholische Tendenzen und ihre Manifestation in der Teufelsgestalt

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Teufel als Franziskanermönch

In der Historia erscheint der Teufel u.a. als Franziskanermönch, was im ersten Augenblick eigenartig zu sein scheint. Man stellt sich hier natürlich die Frage, warum der Teufel in Form eines geistlichen Amtes auftritt.

Im zweiten Kapitel der Historia tritt der Teufel erstmals als Mönch auf, wobei noch keine eindeutige Identifikation vorgenommen wird:

„Bald darauff endert sich der Teuffel und Geist in Gestalt eines grauwen Mûnchs / [...]“

Im fünften Kapitel wird jener Mönch verifiziert, indem D. Faustus den Geist Mephostophiles dazu auffordert, daß er jm in gestallt und Kleydung eines Franciskaner-Mûnchs / mit Glôcklin erscheinen solte.

Es ist offensichtlich, daß eine antikatholische Tendenz in diesem Werk vertreten wird, was sich in der Gleichsetzung des Teufels mit einem katholischen Mönch manifestiert. Die Kritik gegen den Katholizismus wird noch weiter auf die Spitze getrieben als D. Faustus sich unsichtbar im Palast des Papstes befindet:

„Pfuy / warumb hat mich der Teuffel nicht auch zu einem Bapst gemacht. Doct. Faustus sahe auch darinnen alle seines gleichen / als ubermut / stoltz / Hochmut / Vermessenheit / fressen / sauffen / Hurerey / Ehebruch / unnd alles Gottloses Wesen deß Bapsts und seines Geschmeiß [...]“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Werk "Historia von D. Johann Fausten" und die zentrale Fragestellung nach der Funktion und den Erscheinungsformen des Teufels.

2. Die Herkunft des christlichen Teufels: Untersuchung der biblischen Wurzeln des Teufelsbildes vom Alten bis zum Neuen Testament sowie der Einfluss heidnischer Göttervorstellungen.

3. Die Gestalt des Teufels in der Historia: Analyse der konkreten Erscheinungsformen des Teufels, insbesondere als Mönch, durch Allegorien der Todsünden sowie als mythologisches Mischwesen.

4. Schluß / Bewertung: Zusammenführende Betrachtung der Teufelsdarstellung als Läuterungsinstanz und Spiegel der antikatholischen Tendenz des Werkes.

Schlüsselwörter

Historia von D. Johann Fausten, Teufel, Metamorphose, Böses, Mephostophiles, Franziskanermönch, Todsünden, Mythologie, Antikatholizismus, Literaturwissenschaft, Versucher, Dämonologie, Symbolik, Mittelalter, Reformationszeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Teufels in der "Historia von D. Johann Fausten" aus dem Jahr 1587 und untersucht, wie sich seine Gestalt wandelt.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Im Fokus stehen die christliche Genese des Teufelsbegriffs, dessen Wandlung in der Renaissance-Literatur sowie die Verbindung zu mythologischen Vorbildern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Metamorphosen des Teufels im Werk genutzt werden, um das Böse zu visualisieren und eine antikatholische Kritik zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung von Quellen der Theologiegeschichte und Mythologie.

Welche Inhalte werden im Hauptteil fokussiert?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Erscheinungsformen des Teufels, insbesondere der Mönchsgestalt, den allegorischen Todsünden und der Tier- sowie Ungeheuer-Symbolik.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Faust-Historia, Teufelsmetamorphose, Sündensymbolik, Antikatholizismus und mythologische Allegorien.

Warum erscheint der Teufel in der Historia als Franziskanermönch?

Die Gestalt des Mönchs dient dem Autor dazu, den katholischen Klerus zu kritisieren und den Teufel mit den lasterhaften Eigenschaften des damaligen Klerus gleichzusetzen.

Welche Rolle spielen heidnische Götter bei der Darstellung des Teufels?

Viele der in der Historia beschriebenen Teufelsgestalten, wie etwa der Drache oder Mischwesen, leiten sich aus antiken mythologischen Vorbildern ab, die zur Negativdarstellung des Teufels instrumentalisiert wurden.

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Details

Titel
Das 'Böse' und die Metamorphose des Teufels
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Veranstaltung
Historia von D. Johann Fausten
Note
2,0
Autor
M. A. Firdaous Fatfouta-Hanka (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V24875
ISBN (eBook)
9783638276467
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Böse Metamorphose Teufels Historia Johann Fausten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Firdaous Fatfouta-Hanka (Autor:in), 2000, Das 'Böse' und die Metamorphose des Teufels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24875
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Leseprobe aus  17  Seiten
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