Die Schwerpunkte der Arbeit liegen auf der Analyse der Selbstreflexivität von Trakls Lyrik sowie auf den intra- und intertextuellen Bezügen von "An den Knaben Elis".
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literaturwissenschaftliche Einordnung des Selbstzitats
2.1. Der Begriff der Intertextualität
2.2. Trakl und die Intratextualität
3. Die Gedichte
3.1. Quelle: Elis-Gedicht I.
3.2. Hintergründe der Entstehung
4. Phänomen und Ursprung des Selbstzitats
4.1. Über die Wiederholung von Wortmaterial
4.2. Der Mythos als Ursprung des Selbstzitats
4.3. Die Rolle des Mythos in den Elis-Gedichten
5. Die wiederkehrenden Motive im Detail
5.1. Versuch der Aufschlüsselung von Chiffren
5.2. Die verbindende Figur des Elis
5.2.1. Drei literaturw. Ansätze der Herkunftsbestimmung
5.2.2. Etymologischer Ansatz: Elis der Gott-Mensch
5.2.3. Griechisch-mythologischer Ansatz: Endymion und Elysium
5.2.4. Intertextueller Ansatz: Elis Fröbom
5.2.5. Zusammenfassung
5.3. Christlich-biblische Motive
5.4. Griechisch-mythische Motive
5.5. Bukolische und andere Motive
5.6. Das Traklsche Farbwort Blau
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Selbstzitate und der Wiederholung von Wortmaterial in Georg Trakls "Elis"-Gedichten, um auf theoretischer Basis zu ergründen, warum der Dichter in seinem Werk systematisch auf bekannte Motive und Sprachbilder zurückgreift. Dabei wird insbesondere der Rolle des Mythos und der Intratextualität nachgegangen.
- Literaturwissenschaftliche Einordnung von Intertextualität und Intratextualität bei Trakl
- Analyse der Entstehungshintergründe und des "Elis"-Zyklus
- Untersuchung des Mythos als Ursprung für die Wiederholung von Motiven
- Semantische Aufschlüsselung zentraler Chiffren wie Elis, christlich-biblischer und griechisch-mythischer Symbole
- Bedeutungsanalyse des für Trakl charakteristischen Farbwortes "Blau"
Auszug aus dem Buch
Die verbindende Figur des Elis
Das zentrale Motiv, das alle drei vorgestellten Gedichte verbindet und in einen wiederholten inhaltlichen Dialog setzt, ist die Figur des Elis. Doch so wie Elis Fragen in Bezug auf seine treffende Funktion im Gedicht aufwirft, so bleibt auch sein Name selbst rätselhaft. In den letzten Jahrzehnten bemühte sich die Traklforschung um eine eindeutige Herkunft des Namens, der als sinntragende Einheit näheren Aufschluss über die Stellung des Knaben in Gesamtwerk Trakls geben könnte. So existieren derzeit rund ein halbes Dutzend verschiedener Theorien, deren wichtigsten Ansätze im Folgenden besprochen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Phänomen des Wortgewirrs in Trakls Lyrik und die theoretische Herangehensweise an die Untersuchung seiner Selbstzitate.
2. Literaturwissenschaftliche Einordnung des Selbstzitats: Theoretische Abgrenzung von Intertextualität und Intratextualität sowie deren Anwendung auf das Werk Trakls.
3. Die Gedichte: Vorstellung der Primärquelle "An den Knaben Elis" und Darstellung der biographischen Hintergründe zur Zeit der Entstehung.
4. Phänomen und Ursprung des Selbstzitats: Untersuchung der Häufigkeit von Wortwiederholungen und Erörterung des Mythos als ordnendes Prinzip in Trakls Schaffen.
5. Die wiederkehrenden Motive im Detail: Detaillierte Analyse spezifischer Motive, der Figur des Elis, religiöser und mythischer Bezüge sowie der Bedeutung der Farbe Blau.
6. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Bilanz der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Funktion des Selbstzitats als kompositorisches Mittel.
Schlüsselwörter
Georg Trakl, Elis-Gedichte, Selbstzitat, Intratextualität, Intertextualität, Mythos, Lyrik, Chiffre, Motivik, Farbwort Blau, Expressionismus, Literaturwissenschaft, Semantik, Transformation, Symbolik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Beobachtung, dass Georg Trakl in seinen Gedichten – speziell im Elis-Zyklus – regelmäßig auf dasselbe Wortmaterial und identische Motive zurückgreift.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Begriffe Intertextualität und Intratextualität, der mythologische Ursprung der Traklschen Bildwelt sowie die Deutung spezifischer Symbole wie des "Elis".
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Dichter Trakl in seiner Arbeitsweise besser zu verstehen und zu klären, ob die Wiederholungen bloße Willkür sind oder einer tieferen lyrischen Komposition folgen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Forschungsbeiträge zur Intertextualität nutzt und das Werk auf seine semantischen Zusammenhänge hin untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, die Vorstellung des Gedichts "An den Knaben Elis" und eine detaillierte Aufschlüsselung von Chiffren, biblischen und mythischen Motiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Autor Georg Trakl sind dies vor allem Fachbegriffe wie Selbstzitat, Intratextualität, Mythos, Symbolik sowie spezifische Motive wie das Farbwort Blau.
Wie wird die Figur des "Elis" in der Traklforschung interpretiert?
Die Forschung diskutiert Elis unter anderem als "Gott-Mensch" (etymologischer Ansatz), als literarische Anlehnung an Hofmannsthals "Bergwerk zu Falun" oder als mythische Identifikationsfigur für den Dichter selbst.
Welche Rolle spielt die Farbe "Blau" in Trakls Elis-Gedichten?
Blau ist bei Trakl das häufigste Farbwort und steht als Chiffre für das Ruhende, das Seelische, das Heilige und eine kühl-distanzierte Atmosphäre, die den Knaben Elis umgibt.
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- Andre Vatter (Author), 2002, Selbstzitat und Wiederholung von Wortmaterial in Georg Trakls Elis-Gedichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22567